SGV Freiberg Wille und Entschlossenheit fehlen

Von Claus Pfitzer
Ruben Reisig (rechts) war einer der Antreiber des SGV Freiberg im defensiven Mittelfeld gegen Rot-Weiß Koblenz. Foto: /Oliver Bürkle

Der Regionalligist SGV Freiberg muss sich nach schwacher erster Halbzeit und Dominanz nach der Pause mit einem 0:0 gegen den Tabellenletzten FC Rot-Weiß Koblenz begnügen.

Oliver Reck ist zuvor noch nie in Freiberg gewesen. Deswegen war der weit gereiste 471-malige Bundesligaspieler, zweifache Deutsche Meister und Europameister sowie Trainer bei etlichen Klubs auch „ganz froh“, als Coach mit dem Regionalliga-Tabellenletzten FC Rot-Weiß Koblenz mit dem 0:0 einen Punkt aus dem Wasenstadion mit auf die Heimfahrt nehmen zu können. „Die erste Halbzeit ging an uns, die zweite an Freiberg. Wir wollten schon gewinnen, aber Freiberg hat auch schon gegen ein paar Große Punkte geholt“, erklärte der 57-Jährige.

Schwache erste Halbzeit

Als das Team von SGV-Trainer Ramon Gehrmann nach schwacher erster Halbzeit klar spielbestimmend war, mangelte es an der Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor. Christian Mauersberger, nach muskulären Problemen wieder in der Startelf und bester Freiberger, brachte es auf den Punkt: „Wir haben nach der Pause viel Druck gemacht und viele Flanken in den Strafraum reingehauen. Da hat der letzte Wille und die Überzeugung gefehlt, den Ball ins Tor zu zwingen.“

Die Koblenzer spielten keineswegs wie ein Tabellenletzter. Trainer Reck hatte erstmals eine Fünferkette vor dem starken Torhüter Tim Kips postiert und den etatmäßigen Innenverteidiger Alexis Weidenbach als Sturmspitze nominiert. Das Schlusslicht agierte mutig sowie angriffslustig Bei Freiberger Ballbesitz liefen die Koblenzer die Gastgeber früh an und erspielten sich zwei Riesenchancen. Einen Schuss von Marius Köhl schlug Azur Velagic von der Torlinie (34.), und bei einem Schuss von Thilo Töpken aus zehn Metern Entfernung rettete Freibergs Keeper Michael Gelt die Null.

Das war es dann allerdings schon mit den Tormöglichkeiten für die Gäste, die im zweiten Spielabschnitt dicht gestaffelt verteidigen mussten – und das mit Können, Geschick, Glück und dem mehrfach stark haltenden Schlussmann Kips auch ohne Gegentor hinbekamen.

Bei den Freibergern fiel kurzfristig der erkrankte Kapitän Marco Kehl-Gomez und damit der Führungsspieler aus. Für ihn rückte David Tomic ins zentrale Mittelfeld, Yannick Thermann und Mauersberger wechselten sich auf den beiden Außenbahnen ab. Als nach der Halbzeitpause Thermann nach innen rückte und Tomic nach außen, da kamen Schwung, Tempo und Ideen ins Spiel der Gastgeber. Bis dahin war die Vorstellung der Heimmannschaft geprägt von vielen Rück- und Querpässen.

Tomic’ Schuss auf Linie geklärt

Der SGV verzeichnete eine Chance vor der Pause, aber bei der Direktabnahme von Marcel Sökler fehlten ein paar Zentimeter (43.). Nach dem Seitenwechsel rollte ein Angriff nach dem anderen Richtung Koblenzer Strafraum. Tomic, dessen Schuss Maurice Buckesfeld auf der Torlinie klärte, hatte die beste Möglichkeit zur Führung (52.). Sökler mit einem Kopfball (54.) nach einer der vielen Flanken von Marcel Hofrath von links und Thermann mit einer Direktabnahme aus 18 Metern (76.) scheiterten jeweils an FC-Torhüter Kips.

„Die erste Halbzeit ging an Koblenz, eine der zweikampfstärksten Mannschaften der Liga. Später sind wir den Zweikämpfen aus dem Weg gegangen, waren dann aber nicht zwingend genug“, analysierte SGV-Coach Gehrmann.   Claus Pfitzer

 
 
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