Der SGV Heilbronn-Freiberg präsentierte sich am Donnerstagvormittag vor 700 Zuschauern im Badenia-Stadion beim Zweitligisten Karlsruher SC in prima Frühform und holte sich ein respektables 4:4. Zur Pause lag der SGV mit 0:2 in Rückstand, drehte das Ergebnis innerhalb von zwölf Minuten in eine 3:2-Führung und glich nach dem Ausgleich und der erneuten Führung des KSC in der Schlussphase noch zum 4:4 aus. „Mit dem Ergebnis bin ich aufgrund unserer Chancenverwertung nicht zufrieden. Da sind wir zu fahrlässig damit umgegangen. Zufrieden bin ich aber mit dem Spiel und mit dem Zugriff im Pressing. Die Jungs haben ich voll ausgepowert. Wir kommen Tag für Tag besser rein“, meinte SGV-Coach Kushtrim Lushtaku. Verbesserungspotenzial sieht der 36-Jährige „in der Chancenverwertung und in der Absicherung“.
SGV Heilbronn-Freiberg Leon Petö mischt die KSC-Abwehr auf
Der Offensivspieler des Fußball-Regionalligisten erzielt beim 4:4 im Testspiel beim Zweitligisten Karlsruher SC ein Tor und bereitet zwei Treffer vor. Drei Spieler treffen doppelt.
Zwei Neue von Beginn an
Lushtaku brachte neben neun Stammspielern aus der Vorsaison mit Michael Martin und Marshall Fuleu zwei Neuzugänge in der Startformation, die vor allem in der Offensive eingespielt und gut abgestimmt auftrat. Für den KSC war es nach zwei deutlichen Siegen bei unterklassigen Klubs der erste Heimtest unter dem neuen Trainer Maximilian Senft, der einen größeren Umbruch im Team moderieren muss. Sein Team startete mit Vollgas in die Partie, Neuzugang Moritz Broschinski verfehlte mit einem Kopfball knapp das Tor. Die Gäste gingen das hohe Tempo mit und lieferten dem zwei Klassen höher angesiedelten Gegner eine intensive, umkämpfte Partie. Minos Gouras verfehlte zweimal knapp den Ausgleich (9./19.).
Bei den Badenern stellte Broschinski, einst in der Bundesliga für den VfL Bochum am Ball und für die neue Saison vom Schweizer Erstligisten FC Basel in den Wildpark ausgeliehen, seine Torjägerqualitäten unter Beweis. Vor dem 1:0 setzte sich Broschinski allzu leicht im Laufduell mit Marshall Fuleu durch und hämmerte den Ball mit links ins obere kurze Toreck (30.). Eine Flanke von Deniz Ofli köpfte Broschinski zum 2:0 ein (41.).
Petö dreht auf
Während der SGV zur zweiten Halbzeit zunächst nur drei Wechsel vornahm, trat der KSC mit einer komplett neuen Mannschaft an. Und die wurde gleich mächtig durcheinandergewirbelt. Vor allem Leon Petö spielte groß auf und war nicht zu halten. 30 Sekunden nach Wiederanpfiff überwand er den eingewechselten KSC-Stammkeeper Hans Christian Bernat mit einem Heber aus gut 20 Metern (46.). Nachdem Bernat beim zweiten Duell Sieger gegen Petö geblieben war, leitete Petö den Ausgleich mit einem Querpass auf den Torschützen Meghan Valpoort ein (48.).
Auch der Mann aus Curacao avancierte zum Doppelpacker. Mit einem weiteren Zuspiel von Petö schloss Valpoort sein Solo zur 3:2-Führung ab (58.). Petö mit einem Heber übers Tor (51.), und Michael Martin, der aus 16 Metern ebenfalls knapp übers KSC-Gehäuse schoss (63.), hatten weitere gute Chancen für die Gäste. Die Karlsruher, die etliche Fehler im Spielaufbau einstreuten und defensiv arg wackelig wirkten, kamen durch zwei Tore von Noah Rupp der zuerst aus 13 Meter und dann aus rund 18 Metern traf, zum 4:3 (58./84.).
Malungo belohnt sich
Trotz zahlreicher Wechsel hielt der SGV weiter gut dagegen und kam zum verdienten Ausgleich durch den jungen Joel Malungo, der eine Traumkombination über Matt-Brahan Zie und Gwang-in Lee aus kurzer Distanz verwertete (87.). Der Südkoreaner Lee kam ebenso wie Tim Latteier zu seinem ersten Einsatz im neuen rot-schwarzen SGV-Trikot. Der 26-jährige Latteier, erst tags zuvor verpflichtet (die BZ berichtete), erwies sich in seinem halbstündigen Einsatz gleich als Führungsspieler, nahm seine Mitspieler verbal mit, dirigierte und ordnete den Spielaufbau.
„Jetzt wollen wir am Samstag den ersten ‚Dreier‘ holen“, meinte SGV-Coach Lushtaku scherzhaft im Hinblick auf das Testspiel am Samstag (14 Uhr) in Oedheim gegen den Drittligisten TSG 1899 Hoffenheim II.
SGV Heilbronn-Freiberg: Grawe -Bradara (62. Irigoye), Polauke, Faleu (46. Pietzsch), Ballo (62. Soumare) – Laupheimer (62. Latteier), Martin (65. Ojiekhai) – Gouras (46. Zie), Petö (83. Cerkez), Köhl (46. Lee) – Valpoort (62. Malungo).
