Eine zweite Halbzeit vom Feinsten, garniert mit fünf Treffern, bot der SGV Heilbronn-Freiberg den 1011 Zuschauern im Frankenstadion und verkürzte mit dem 5:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 II den Abstand in der Regionalliga-Tabelle auf Spitzenreiter Kickers Offenbach auf einen Punkt. Bei seinem ersten Kurzeinsatz nach nur einer Trainingseinheit mit seiner neuen Mannschaft verpasste Marlon Mustapha beim 0:0 in Sandhausen noch den Siegtreffer, gegen Mainz trumpfte der zur Halbzeit eingewechselte Wiener groß auf. Er erzielte zwei Treffer und legte zwei weitere Tore auf.
SGV Heilbronn-Freiberg Lushtakus Wechsel leiten die Torgala ein
Neuzugang Marlon Mustapha trifft beim 5:0-Sieg des SGV Heilbronn-Freiberg gegen den 1. FSV Mainz 05 II zweimal und bereitet zwei Tore auf.
Knoten bei Steinkötter geplatzt
Davon profitierte auch Justin Steinkötter, der nach sechs torlosen Spielen seinen ersten Saisontreffer erzielte. „Der Knoten ist geplatzt. Wir haben ein super Spiel gezeigt, ich hoffe, dass es so weitergeht. Es war eine überragende Leistung. Mit Marlon hat es gut harmoniert, wir haben uns gut verstanden. Darauf kann man aufbauen“, freute sich der vom TSV 1860 München gekommene Stürmer, der in der Regionalliga-Saison 2024/25 für den TSV Steinbach Haiger 20 Treffer erzielt hatte.
Ehe der SGV allerdings seine Torgala gegen bedauernswerte Mainzer eröffnete, hatte er gegen die flinken, ballsicheren und in der Defensive mit ungewohnter Viererkettte antretenden Gäste einige Probleme. Zwar hatten die Gastgeber mehr Spielanteile, konnten diese aber selten in gefährliche Strafraumszenen umsetzen. Zudem mussten sie in der Abwehr ebenfalls viel Arbeit leisten gegen die pfeilschnellen, dribbelstarken Mokesse Bamba und Andre Gitau.
„Da war Mainz stark. Wir haben jeden zweiten Ball verloren und sind nicht in unsere Abläufe gekommen. Wir waren glücklich, dass wir mit dem 0:0 in die Halbzeit gehen konnten“, bemängelte SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku den Auftritt in Hälfte eins.
Zwei Chancen zur Führung hatte seine Mannschaft: Steinkötter köpfte knapp am Mainzer Tor vorbei (2.) und Minos Gouras traf per Kopfball nur den Pfosten (21.). Auf der anderen Seite verhinderte SGV-Schlussmann Benedikt Grawe mit einer Parade nach einem Schuss von Smail Kadrijaj einen Rückstand (6.), Bamba traf mit einem Schlenzer nur die Torlatte (15.).
Zur zweiten Halbzeit griff Lushtaku mit zwei Wechseln entscheidend in die Partie ein. Mustapha bildete eine Doppelspitze mit Steinkötter und Abou Ballo trieb über die rechte Seite mit seinen tiefen Läufen immer wieder an. „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Der Sieg ist nach der zweiten Halbzeit auch in der Höhe verdient. Wir hatten keinen Zugriff mehr und im Stile einer Schülermannschaft gespielt“, meinte 05-Coach Benjamin Hofmann, der auf elf Spieler seines Kaders verzichten musste.
Gleich mit seiner ersten Aktion bereitete Mustapha, der zur Pause den zweiten Neuzugang Merveille Biankadi abgelöst hatte, den Führungstreffer durch Gwing-in Lee vor, der die Kugel aus fünf Metern nur noch ins Mainzer Tor zu schieben brauchte (46.).
Mit einem super Pass in den Lauf von Steinkötter, der frei vor dem Gehäuse cool einschoss, bereitete Mustapha auch das 2:0 vor (55.). Das 3:0 erzielte der 25-Jährige selbst, nachdem ihm Steinkötter den Ball aufgelegt hatte (54.). Mit seinem ersten Treffer in der Regionalliga erhöhte der kurz zuvor eingewechselte Melvin Cerkez auf 4:0. Dabei verwertete er den Ball nach einer Ballo-Flanke technisch anspruchsvoll (79.). „Er hat gut trainiert, ich wollte ihn belohnen“, sagte sein Coach Lushtaku. Mit einem Heber ins Gästetor nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld setzte Mustapha den Schlusspunkt (86.)
Mustapha als Gamechanger
„Zwei Tore, zwei Vorlagen: Marlon ist ein Gamechanger. Dafür haben wir ihn geholt. Ich erwarte noch mehr Egoismus von ihm, er spielt sehr mannschaftsdienlich“, sagte sein Trainer über den Neuzugang aus Como, der das Niveau des SGV in der Offensive auf ein noch höheres Niveau hebt.
Kaum auszudenken, was auf die Regionalliga-Konkurrenten noch zukommt, wenn nach ihren Verletzungspausen bald auch noch Marius Köhl, Leon Petö und Meghon Valpoort dazustoßen. Da klingt es dann fast schon wie eine Drohung, wenn Mustapha selbst sagt: „Ich bin überglücklich. Aber ich bin noch nicht bei 100 Prozent, dann sieht es noch anders aus.“
