Das wäre die Pointe des 6. Spieltags der Regionalliga gewesen: In der Nachspielzeit tauchte Neuzugang Marlon Mustapha, gekommen vom italienischen Champions-League-Teilnehmer Como, im Strafraum frei vor Artur Lyksa auf und scheiterte mit seinem Chipball am Torhüter des SV Sandhausen. Damit musste sich der SGV Heilbronn-Freiberg mit dem 0:0 nach einer spannenden und kampfbetonten zweiten Halbzeit zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen auswärts unter Flutlicht mit einem Punkt begnügen.
SGV Heilbronn-Freiberg Mustapha hat beim Debüt den Siegtreffer auf dem Fuß
Der SGV Heilbronn-Freiberg muss sich beim gebeutelten SV Sandhausen mit einem 0:0 begnügen. Kennedy sieht Gelb-Rot und fehlt gegen Mainz II.
Letzte Pass kommt nicht an
„Wir waren klar überlegen, Sandhausen hatte keine Spielidee. Bei uns kam der letzte Pass einfach nicht an. In Ulm war es ein hin und her, heute sind wir kompakt gestanden und haben nichts zugelassen“, fasste SGV-Offensivspieler Minos Gouras die Partie zusammen. „In der ersten Halbzeit hatten wir gute Vorstöße, auch durch den Fünfer, aber keinen Abnehmer gefunden. Wir haben eine sehr, sehr dominante zweite Halbzeit gespielt und hatten zwei, drei hundertprozentige Chancen. Das ist bitter, aber ich bin maximal zufrieden“, meinte Kushtrim Lushtaku.
Der SGV-Trainer tauschte in der Startformation gegenüber dem Spiel in Ulm dreimal. Julian Kudala ersetzte Gwing-in Lee, der zur zweiten Halbzeit ins Spiel kam. Auf den beiden defensiven Außenpositionen kamen die Neuzugänge David Kammerbauer links für Abou Ballo und Linus Weik rechts für Tino Bradara. Der nahm nach 24 Minuten wieder seinen bisherigen Stammplatz ein, nachdem Weik mit einem Cut am Auge, den er sich schon nach wenigen Minuten zugezogen hatte, ausgewechselt wurde. Bei den Gastgebern setzte der neue Trainer Markus Kauczinski auf eine Fünferkette mit dem Ex-Freiberger Marco Kehl-Gomez als Mittelmann.
„Es war ein guter Beginn gegen einen starken Gegner. Wir hatten wenig Zeit, unser Fokus lag darauf, gemeinsam zu verteidigen. Die Mannschaft hat ein Gesicht gezeigt und mit Leidenschaft gespielt“, sagte Kauczinski, der erst seit Sonntag im Amt ist. Gegen die nach drei Niederlagen in Folge sichtlich verunsicherten Gastgeber übernahm der SGV das Kommando und hatte gute Ballbesitzphasen. Torgefährliche Situationen waren aber rar.
Die dickste Chance der Gäste hatte kurioserweise SVS-Kapitän Kehl-Gomez, der nach einer Flanke von Kammerbauer mit einer Rettungsaktion beinahe ein Eigentor fabriziert hätte (19.). Was bei den prominent besetzten Sandhausenern möglich sein kann, zeigten mit einer feinen Kombination Tasdelen, Lohkemper und Ferati, der mit einem Abschluss an SGV-Keeper Benedikt Grawe scheiterte. Die zweite gute Offensivaktion gelang Tasdelen mit einem Solo, auch dessen Flachschuss parierte Grawe (33.). Die sichere SGV-Abwehr um Kapitän Paul Polauke und den schon nach 40 Sekunden mit Gelb belasteten Scott Kennedy klärte zwei, drei Flanken in den Strafraum souverän.
Lattentreffer nach Kopfball
Die Gäste starteten mit hohem Tempo und angriffslustig in die zweite Halbzeit, zumal mit Lee für Jeremias Lorch ein weiterer Offensivspieler dabei war und für Schwung und Ideen sorgte. Nach einer Ecke von Martin griff SVS-Torhüter Lyska daneben, der Kopfball von Polauke landete an der Torlatte (48.). Besser machte es Lyska Sekunden später, als er einen Flachschuss von Gouras mit Mühe um den Pfosten lenkte. Nicht viel gefehlt hat bei einem Kopfball von Steinkötter, der knapp übers Tor strich (55.). Die bis dahin dickste Chance vereitelte Lyksa mit einer Glanzparade nach einem Kopfball von Gouras, der nach einer Flanke von Kammerbauer ungehindert hochstieg (66.).
In der spannenden und wilden Schlussphase verpasste Mustafa, der seine technischen und spielerischen Qualitäten aufblitzen ließ, den Siegtreffer, zudem handelte sich Kennedy Gelb-Rot ein. Damit fehlt der Innenverteidiger dem SGV am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel im Frankenstadion gegen den 1. FSV Mainz 05 II.
