SGV landet Pflichtsieg Freiberg stürmt zurück an die Spitze

Von Sebastian Klaus
Die Schlüsselszene: Ilshofens Baba Mbodji sieht wegen absichtlichen Handspiels auf der Torlinie die Rote Karte.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Der SGV besiegt in der Oberliga den Vorletzten TSV Ilshofen in Überzahl klar und deutlich mit 4:1.

Der SGV Freiberg ist wieder zurück an der Tabellenspitze der Oberliga. Am Samstagnachmittag besiegte der bisherige Zweite zunächst vor eigenem Publikum den Vorletzten TSV Ilshofen souverän mit 4:1 und kurz darauf leistete Nachbar FSV 08 Bissingen mit dem 2:1 bei den Stuttgarter Kickers unerwartete Schützenhilfe. Freiberg hat sechs Spieltage vor dem Saisonende  nun zwei Punkte mehr auf dem Konto als die Kickers.

Noch während der Pressekonferenz nach dem Heimsieg hatte SGV-Coach Ramon Gehrmann beim Verkünden des frühen 0:1-Rückstand der Kickers und damit seines Ex-Teams sein bestes Pokerface aufgesetzt und keine Miene verzogen. Nicht ganz so sehr im Griff hatte Gehrmann zuvor seine Gesichtszüge während der eigenen Partie. Denn der klare Außenseiter aus Schwäbisch Halle hatte mit gleich drei Großchancen zwischen der 23. und der 28. Minute nicht nur den SGV-rainer, sondern vor allem die Freiberger Hintermannschaft mächtig genervt. Einzig Keeper Sven Burkhardt hatte einmal mehr seine Bierruhe bewahrt und die Hausherren vor einem Rückstand bewahrt.

Eine Rote Karte gegen Baba Mbodji wegen Handspiels auf der Torlinie stoppte dann den Vorwärtsdrang der Gäste, auch wenn Yannick Thermann den fälligen Elfmeter in die Wolken drosch (31.). Zwar hatten die Freiberger, die sich bereits vor der großen Sturm- und Drangphase der Gäste ein deutliches Chancenplus herausgearbeitet hatten, noch vor der Pause einige Gelegenheiten, doch sowohl Christian Mauersberger (28.) als auch Thermann (45.) scheiterten mit ihren Versuchen.

Nach dem Wechsel war es dann Toptorjäger Marco Grüttner vorbehalten, das 1:0 zu markieren. Der 36-Jährige traf nach einer schönen Flanke von Johnathan Zinram von rechts artistisch per Kopf (50.). Acht Minuten später wiederholte sich die Szene. Diesmal scheiterte Grüttner zwar nach Zinram-Vorlage an Gästetorhüter Marc Göltenboth, doch Marcel Sökler verwertete gedankenschnell den Abpraller zum 2:0. Kurz nachdem Gehrmann einen Dreifachwechsel vorgenommen hatte schlug der TSV aus dem Nichts zurück. Jonas Lausenmeyer vernaschte im Strafraum Freibergs Lukas Hoffmann, passte auf den eingewechselten Nico Rodewald, der locker zum 2:1 einschob.

Doch die Hausherren schüttelten sich nur kurz. Nach der ebenfalls gerade gebrachte Konstantinos Markopoloulos schön per Kopf abgelegt hatte, traf erneut Sökler zum 3:1 (70.). Den Endstand zum 4:1 erzielte dann Kevin Ikpide, nachdem er noch Sekunden zuvor mit einer Großchance gescheitert war (74.).

„Grundsätzlich bin ich damit zufrieden, wie wir das Spiel angegangen sind. Wir waren sehr dominant, aber am Ende hat in der ersten Hälfte der letzte Punch gefehlt“, analysierte Gehrmann die Partie. „Über den verschossenen Elfmeter habe ich mich geärgert. Der hätte es uns erleichtern können. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann bis zum 2:0 sehr reif gespielt. Beim 2:1 habe ich mir Sorgen gemacht, weil ich drei Mal gewechselt habe. Wenn das schiefgegangen wäre, hätte es natürlich am Trainer gelegen.“

 

 
 
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