Sommerschule in Sachsenheim für Kinder mit Rückstand In den Ferien lernen und lachen

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Verena Gebre. ⇥ Foto: Oliver Bürkle

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufangen, findet ab kommender Woche eine Sommerschule statt.

Die Corona-Krise und die lange Homeschooling-Phase haben vielen Kindern und Jugendlichen enorm zugesetzt. Vom 9. bis 13. August und vom 16. bis 20. August findet unter der Regie des Arbeitskreises Asyl in Sachsenheim in Zusammenarbeit mit der Stadt, der Diakonie, der Evangelischen Kirchengemeinde Großsachsenheim sowie den Schulen in der Stadt eine „Sachsenheimer Sommerschule“ statt.

Die Auswirkungen der Pandemie sieht Lehrerin Verena Gebre in ihrer täglichen Arbeit an der Kirchbachschule in Hohenhaslach und am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL). „Manche Kinder und Jugendliche haben eine regelrechte Schulangst entwickelt, andere wiederum haben einen ganzheitlichen Förderbedarf. Da wir am ZSL in Ludwigsburg schon in der Vergangenheit das Angebot einer ‚Sommerschule‘ hatten, wurde diese Idee auch in der Stadt Sachsenheim geboren“, erläutert Gebre.

Unter dem Motto „Leben, lernen und lachen vor Ort“ werden die rund 24 angemeldeten Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 15 Jahren nicht nur in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Kreatives gefördert, sondern dürfen auch in die Kulturangebote der Stadt sowie in die Offerten der Vereine wie Handball, Karate, und Fußball schnuppern. „In alters- und niveauentsprechenden Kleingruppen werden die Kinder und Jugendlichen durch Studierende der Pädagogischen Hochschule unterrichtet und von Studenten der Sozialen Arbeit der Evangelischen Hochschule betreut. Ein Lehrerteam wird die Studenten ehrenamtlich bei ihrer Arbeit unterstützen.

Jeweils von 9 bis 15 Uhr werden sich die vier Kleingruppen mit je sechs Schülerinnen und Schüler im Evangelischen Gemeindehauses in Großsachsenheim sowie im Haus der Senioren im Schlosspark treffen, um  zu lernen, aber auch viel Spaß zu haben. Die Teilnehmer an der „Sachsenheimer Sommerschule“ werden zusammen Sport treiben, eventuell auch einen Schwimmkurs im Freibad besuchen, das Stadtmuseum und das Jugendhaus kennenlernen.

„Diese zwei Wochen und zusätzlich eine Woche in den Herbstferien sollen mit ihrem ganzheitlichen Leben und Lernen Motivationsschub für das neue Schuljahr sein. Wir haben im Vorfeld Gespräche mit den Schuleitern und Lehrern geführt und genau diese Schülerinnen und Schüler ausgewählt, für welche diese Form der Förderung und Unterstützung am besten geeignet ist und die am meisten davon profitieren können“, unterstreicht Gebre. Über die Hälfte der Teilnehmer hat einen Migrationshintergrund.

„Ein ehrenamtlich tätiges Küchenteam sorgt für unsere selbst gekochte Verpflegung im Gemeindehaus. Dafür unterstützen uns örtliche Betriebe mit Spenden. Auf dem Gelände des Lichtenstern-Gymnasiums können wir Sport treiben. Es ist begeisternd, wie viele helfende Hände am Gelingen der Sommerschule mitwirken“, betont Gebre.

Ihr ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Sommerschule neben den Lernbrücken und den offiziellen Sommerschulen des baden-württembergischen Kultusministeriums ein eigenes Programm ist. „Uns kommt es wirklich auf den ganzheitlichen Ansatz an und nicht nur allein auf die schulischen Aspekte, Vielleicht entwickeln sich auch längerfristige Patenschaften zwischen Studenten und Schülerinnen oder Schülern, die einen guten Start im neuen Schuljahr ermöglichen“, erläutert Gebre.

 
 
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