Sondierungen im Birkenfeld in Kleinsachsenheim Spuren einer Siedlung aus früherer Zeit vermutet

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Im Bereich des künftigen Neubaugebietes Birkenfeld vermutet das Landesamt für Denkmalpflege Reste einer alten Siedlung. Die Gräben wurden wieder zugeschüttet. ⇥ Foto: Martin Kalb

Auf dem Birkenfeld fanden in diesen Tagen Sondierungsgrabungen statt. Noch ist es nur eine Vermutung.

Nach Ostern legte in Kleinsachsenheim, auf dem künftigen Neubaugebiet Birkenfeld ein Bagger los und hob akkurat mehrere lange Gräben oberhalb der Bietigheimer Straße in nordöstlicher Richtung aus.

Allerdings waren das noch keine Erschließungsarbeiten. Wie es scheint, könnte das Birkenfeld bereits in grauer Vorzeit als Wohnstätte gedient haben. Nach Auskunft von Felicitas Schmitt, vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium, handelt es sich in diesem Bereich beim Neubaugebiet Birkenfeld, um eine so genannte archäologische Verdachtsfläche. Jedoch nicht um ein eingetragenes Kulturdenkmal gemäß Paragraph zwei des Denkmalschutzgesetzes.

Anomalien auf Luftbildern

Auf verschiedenen Luftbilder habe man Anomalien ausgemacht, deshalb wurde die Fläche zum Prüf-Fall. Konkret wurde eine etwa in nordwestlich – südöstlicher Richtung verlaufende Struktur erkannt, bei der es sich um einen Graben mit vorläufig unbekannter Zeitstruktur handeln könnte. Soll heißen, man weiß momentan noch nicht aus welcher Epoche sich dort was verbergen könnte.

Möglicherweise steht der Graben in Zusammenhang mit einer Siedlung an gleicher Stelle, so Felicitas Schmitt. Oberflächenfunde, die auf eine bestimmte Epoche hindeuten, konnten im Bereich Birkenfeld im Gewann „Hinter dem Sauberg“ noch nicht gemacht werden.

Areal im Vorfeld sondiert

Um dem genau nachzugehen, habe man bereits im Vorfeld das Areal sondiert. Der Bagger hat jetzt knapp anderthalb Wochen im Abstand von zehn bis 15 Metern Baggerschnitte von etwa zweieinhalb Metern Breite und 60 Zentimeter Tiefe über die Fläche gezogen. Diese Baggerschnitte sind jeweils zwischen 40 und 60 Meter lang. Damit wolle man sich ein repräsentatives Bild verschaffen, ob – und in welcher Dichte sich in einem Areal möglicherweise archäologische Strukturen befinden.

Sollte dies der Fall sein, finden in einem nächsten Schritt Rettungsgrabungen statt, die von einer Grabungsfirma durchgeführt werden müssen. Nach Auskunft von Felicitas Schmitt wurden bisher wenige Gruben, eventuell Vorratsgruben gefunden. Dabei könnte es sich um Gruben aus der Eisenzeit handeln. Allerdings müsse man zunächst das Fundmaterial genauer untersuchen.

Im August gehts weiter

Die Grabungen wurden jetzt vorübergehend eingestellt und die Gräben wieder zugeschüttet. Nach der Ernte im August wird die Untersuchung jedoch fortgesetzt und schließlich zu Ende gebracht, so die Gebietsreferentin des Landesamtes für Denkmalpflege.

 
 
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