Sozialeinrichtung Finanzbuchhalterin leitet jetzt das Hospiz

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Petra Zuccala ist neue Geschäftsführerin des Hospiz. Als ihr Stellvertreter agiert Pfarrer Bernhard Ritter.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Sachsenheimerin Petra Zuccalá ist neue Geschäftsführerin im Hospiz Bietigheim-Bissingen.

Vom Ehrenamt in die Geschäftsführung: Die 45-jährige Petra Zuccalá verlässt ihr altes berufliches Leben bei einem Stuttgarter Finanzdienstleister und wechselt als Geschäftsführerin ins Bietigheimer Hospiz.

Dort kümmert sie sich künftig um die Verhandlungen mit den Krankenkassen wegen der Bedarfssätze, um den Um- und Neubau des neuen Hospizes und um die Vorbereitungen für das 20-jährige Bestehen des Bietigheimer Hospizes im kommenden Jahr.

„Mir war es schon immer wichtig, mich sozial zu engagieren“, betont Petra Zuccalá, und im Hospiz hat sie die Möglichkeit, Menschen in einer wirklich schweren Situation zu begleiten und zu unterstützen. Die Bankfachwirtin und Finanzbuchhalterin kommt ursprünglich aus Tuttlingen, hat gemeinsam mit ihrem Mann drei Kinder und lebt in Sachsenheim. Die 45-Jährige bekam durch ihr ehrenamtliches Engagement bei einer Veranstaltung mit, dass die Vorstandsvorsitzende des Trägervereins Hospiz, Ute Epple, eine Geschäftsführerin suchte. „Petra Zuccalá hat sich das gemerkt und sich spontan beworben“, erzählt Ute Epple.

Seit Anfang Oktober ist Petra Zuccalá nun als Geschäftsführerin im Bietigheimer Hospiz tätig. „Hier kann ich auf der einen Seite mein kaufmännisches Wissen einbringen, und der soziale Gedanke kommt auch zum Tragen. Das ist für mich ein Optimalzustand“, freut sich die 45-Jährige.

Formelle Struktur bleibt

Petra Zuccalá ist es gewöhnt, verwalterische Tätigkeiten zu übernehmen. Doch beim Wechsel ins Bietigheimer Hospiz kommen auch Aufgaben dazu, die bisher für die Finanzbuchhalterin fremd sind. Sie wird den Um- und Ausbau des Hospizes überwachen und begleiten und Ansprechpartnerin für Architekten und Planer sein. Außerdem hat sie die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen im Blick

„Im Jubiläumsjahr 2020 wird es eine Menge Veranstaltungen geben, Vorträge und andere gesellschaftliche Ereignisse. Das Bietigheimer Hospiz wird nämlich im September 2020 genau 20 Jahre alt. Wir hatten jetzt seit langem wieder einmal einen Stand auf dem Sternlesmarkt und auch beim Ludwigsburger Barockweihnachtsmarkt sind wir präsent. In Ludwigsburg sind wir am 12. und 13. Dezember“, erzählt Ute Epple.

Petra Zuccalá, die neue Geschäftsführerin im Bietigheimer Hospiz pflegt bereits Termine zum Jubiläum in den Kalender ein. Ganz vorne steht ein Konzert mit Sefora Nelson am Sonntag, 16. Februar, in der Bietigheimer Kirche St. Laurentius um 18.30 Uhr.

Die formelle Struktur im Trägerverein Hospiz bleibt so bestehen wie sie seither ist, auch wenn Petra Zuccalá nun die Geschäftsführung übernimmt.

Ute Epple bleibt Vorsitzende des Trägervereins. Ihre beiden Stellvertreter sind Egon Pohl und seit Juli Pfarrer Bernhard Ritter. Letzterer hat diese Funktion in der Vorstandschaft von Pfarrer Stephan Seiler-Thies übernommen, der nun als Hochschulpfarrer in Ludwigsburg tätig ist.

„Meine Verbindung zur Diakonie ist schon sehr alt, und wir sind hier alle Mitglieder im Diakonischen Werk“, erklärt Pfarrer Ritter, wieso er als geschäftsführender Pfarrer der evangelischen Gesamtkirchengemeinde diese Funktion übernimmt. „Die Funktion der Geschäftsführerin haben wir als neue Ebene eingeführt. Aufgaben, die ich früher erfüllt habe, erfüllt nun Frau Zuccalá“, betont Ute Epple.

Seit Anfang Oktober ist Petra Zuccalá bereits im Einsatz und wird Schritt für Schritt von Ute Epple in ihre neuen Aufgaben eingeführt. Sie leitet bald 16 Angestellte und rund 70 ehrenamtliche Kräfte im Team mit der Koordinatorin und dem Pflegedienstleiter.

Was den Neubau des Hospizes angeht, so beginnt hier gerade so richtig die Planungsphase. Die Gestaltung der Inneneinrichtung wird auf Petra Zuccalá zukommen und die Aufgabe, nach Spendengeldern Ausschau zu halten.

„Mir ist es ganz wichtig, dazu beizutragen, die Bekanntheit des Hospizes im Landkreis Ludwigsburg zu steigern und den Menschen die Scheu davor zu nehmen, weil das Sterben einfach zum Leben dazugehört“, macht Zuccalá deutlich. „Nach dem Umbau werden statt sieben dann zwölf Betten zur Verfügung stehen, was natürlich nur mit einer Verstärkung des Personals einhergehen wird“, erklärt sie. Wem es wenig vorkommt, dass aus den sieben nun nur zwölf Betten werden, der muss wissen: „Pro 45 000 Einwohner rechnet man mit einem Hospizbett, weil es ja auch noch andere Angebote gibt. Der Landkreis Ludwigsburg hat rund 550 000 Einwohner“, macht Ute Epple deutlich.

 
 
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