Es ist ein Novum in Sachsenheim: Zum ersten Mal führt die Stadt eine Crowdfunding-Aktion durch, eine internetbasierte Methode, um Spenden von Privatpersonen und Unternehmen für ein Projekt zu sammeln. Seit dem 19. März läuft die Online-Kampagne zur finanziellen Förderung der geplanten und von Jugendlichen gewünschten Pumptrack-Anlage in Kleinsachsenheim. Aufgrund dieser neuen Finanzierungsform „sind wir sehr gespannt über das Ergebnis, jedoch sehr positiv gestimmt“, sagt Arved Oestringer, Pressesprecher der Stadt Sachsenheim.
Spendenaktion in Sachsenheim Noch 5460 Euro für den Pumptrack
Für eine Bewegungsanlage in Kleinsachsenheim sammelt die Stadt noch bis zum 7. Juni online Geld von der Bevölkerung.
Das Ziel des Crowdfundings sind 10.000 Euro – in den vergangenen sechs Wochen wurden 4560 Euro von Privatpersonen und Unternehmen überwiesen. „Wir haben schon knapp die Hälfte der avisierten Spendensumme erreicht, insgesamt 28 Privatpersonen oder Unternehmen haben schon eine Summe gespendet“, ist Oestringer recht zufrieden mit dem Zwischenergebnis. „Wer wie viel beziehungsweise über 100 Euro gespendet hat, sehen wir für die Auswertung erst am Ende des Projektzeitraums.“ Alle Spender über 100 Euro würden, sofern sie es möchten, auf der Spendentafel direkt am Pumptrack verewigt, sagt der Stadtsprecher.
Vom Jugendforum initiiert
Der Pumptrack für Kleinsachsenheim – eine ganzjährig nutzbare Bewegungsanlage für Fahrräder, BMX, Mountainbikes, Scooter und Skateboards – wurde vom Jugendforum initiiert und bereits vom Gemeinderat beschlossen. Er soll laut Stadtverwaltung „ein Treffpunkt für junge Menschen in Kleinsachsenheim werden“. Die Idee wurde schon im Jahr 2021 im Zuge eines Online-Workshops von Jugendlichen der Stadt aus der Taufe gehoben.
Ein Pumptrack ist ein asphaltierter Rundkurs mit Wellen und Steilkurven. Die Bahn wird nicht durch Treten, sondern durch gezielte Gewichtsverlagerung („Pumpen“) befahren. „Dadurch trainieren Kinder und Jugendliche spielerisch Koordination, Gleichgewicht, Ausdauer und Körpergefühl“, heißt es auf der Webseite der VR-Bank. Gleichzeitig bietet die Anlage einen hohen Spaßfaktor und ist für unterschiedliche Alters- und Leistungsgruppen geeignet – vom Anfänger bis zum sportlich Ambitionierten.
Der Bauantrag für den rund 45 auf 25 Meter großen, asphaltierten Rundkurs auf einem Areal beim Gelände des TSV Kleinsachsenheim ist seit diesem Jahr eingereicht (die BZ berichtete). Eine Förderzusage des Verbands Region Stuttgart in Höhe von 50.000 Euro liegt vor. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Sachsenheim und möglichen Gesamtkosten von rund 258.000 Euro hat der städtische Jugendreferent Alexander Ghazali gemeinsam mit der VR-Bank eine Crowdfunding-Initiative gestartet, deren Erlös der Errichtung der Anlage zugutekommen soll.
Baustart soll im August sein
Sobald der Bauantrag genehmigt ist, soll die Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen. „Wir planen mit einem Start im August und möchten die Arbeiten planmäßig bis Oktober diesen Jahres abgeschlossen haben“, gibt Arved Oestringer aktuell Auskunft. Es werde auf der Anlage auch eine pädagogische Begleitung zum angeleiteten Fahren geboten, informierte Jugendreferent Ghazali im März.
Und was, wenn das Spendenziel am Ende der Crowdfunding-Kampagne am 7. Juni nicht erreicht wird? „Die Anlage selbst ist nur in Teilen von Spenden abhängig“, so Oestringer. Diese seien insbesondere für die Umfeldmaßnahmen angedacht. „Dabei geht es also um die Aufenthaltsqualität und das optische Wirken des Gesamtkonzeptes.“ Bei Fehlen der Gesamtsumme erhalten die beteiligten Spender ihr Geld zurück. Darüber hinaus würde das Gesamtkonzept der Pumptrack-Anlage reduziert werden. Realisiert werden soll das Projekt jedoch trotzdem, so der Pressesprecher der Stadt Sachsenheim.
Doch wie werden die Menschen auf die Spendenaktion aufmerksam? „Wir versuchen es über individuelle Ansprache, gehen auf die Unternehmen direkt zu und werben für das Programm“, so Oestringer. Und weiter: „Über Social Media oder die Homepage, sowie im Jugendbeirat oder den Schulen haben wir das Thema auch in den Mittelpunkt gerückt.“
