Sportstätten im Kreis Ludwigsburg I Erneuerung und Ausbau nötig

Von Mathias Schmid
In Bietigheim-Bissingen betreffen die begrenzten Hallenkapazitäten Breiten- und Profisport. Die Bundesliga-Handballerinnen um Julia Maidhof spielen, wie hier im September gegen BSV Sachsen Zwickau, nur noch selten in der Viadukthalle der Stadt. Meist treten sie in Ludwigsburg an. ⇥ Foto: Marco Wolf

Instandhaltung, moderne Energie-Standards, mehr Kapazitäten – beim Thema Hallen, Sportplätze und Co. ist immer Bewegung in den Kommunen.

Im Zuge der Sportstättenförderung des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) hat Ludwigsburgs Sportkreis-Präsident Matthias Müller gewarnt: „Unsere Vereine stehen vor großen Herausforderungen im Sportstättenbau und vor allem bei den Sanierungen von Sportstätten. Diese haben vielfach ihre geplante Nutzungsdauer weit überschritten und sind vom geforderten energetischen Standard ebenso weit entfernt.“ Ein Blick in den Kreis.

Bietigheim-Bissingen verschiebt nötige Großprojekte

„Unsere Sportstätten sind prinzipiell in einem ordentlichen Zustand“, sagt Bietigheim-Bissingens Sprecherin Anette Hochmuth. Der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport (SVS), Günter Krähling, bestätigt: „Bei den bestehenden Hallen ist im großen Ganzen alles okay.“ Bereits seit 2019 werden – auch coronabedingt – die Erneuerung der Kunstrasenfelder in Metterzimmern und im Bruchwald verschoben. Stimmt der Gemeinderat zu, soll es 2022 so weit sein.

„Im Vereinssport haben wir in den städtischen Turn- und Sporthallen und auch den Sportplätzen quasi eine Vollauslastung“, sagt Hochmuth. Die Erhebung für den Sportstättenentwicklungsplan hatte 2018 den Bedarf nach einer zusätzlichen Dreifeldhalle ergeben. „Die Entscheidung, ob diese als Ballsporthalle mit rund 3000 Zuschauerplätzen oder als reine Trainingshalle umgesetzt wird, steht weiterhin aus“, betont die Stadtsprecherin.

Auch die neue Zweifeld-Halle der Hillerschule brächte nötige Entlastung. Doch die Fertigstellung verzögert sich immer weiter. Die Stadt geht aktuell von Sommer 2022 aus. Der geplante Ausbau des Sportparks Ellental mit Tribüne sowie neuen Umkleiden ist coronabedingt auch verschoben, ebenso das neue Hallenbad im Ellental.

Vereinseigene Sportstätten gibt es laut SVS-Chef Krähling in Bietigheim-Bissingen „nicht allzu viele“. Das Sportquadrat des TSV ist noch relativ neu. „Ein Problem kommt bei den Tennisplätzen, die überwiegend vor 30 bis 40 Jahren entstanden sind und in den nächsten Jahren zur grundlegenden und teuren Grundsanierung anstehen.“ Auch beim bundesligatauglichen Ausbau der Hockeyplätze in den Parkäckern „war und ist viel Eigeninitiative gefordert“, weiß Krähling. „Wir hoffen, dass die städtischen Zuschüsse für diese Investitionen trotz Finanzknappheit weiterhin möglich sein werden.“

Sachsenheim beschränkt sich auf das Nötigste

„Da wir in der gesamten Stadt über viele Hallen verfügen, sind wir in erster Linie bestrebt, die Sicherheit in den Hallen zu gewährleisten“, sagt Sachsenheims Sprecherin Nicole Raichle. Das führt zu Abstrichen bei den energetischen Standards. Die städtischen Hallen stammen aus den 1970er/1980er-Jahren und seien „technisch und energetisch nicht mit einem Neubau zu vergleichen“. Ertüchtigungen auf gängige Energiestandards hätten bisher nicht stattgefunden. Die energetische Optimierung sei „abhängig von den finanziellen und personellen Kapazitäten“, so Raichle. Die Drei-Feld-Sporthalle wurde 2011 bautechnisch generalsaniert, ist aber nach heutigen Gesichtspunkten energetisch auch nicht auf dem neuesten Stand.

Das aktuelle Angebot an Sportplätzen und -hallen „deckt in weiten Teilen den Bedarf der hiesigen Vereine“, betont die Sprecherin, „in einzelnen Bereichen, zum Beispiel Dreifeldhallen, stoßen wir an Kapazitätsgrenzen.“ Der 1. Vorsitzende des TV Großsachsenheim, Sven Junger, bestätigt das. „Für mehr Übungsstunden benötigen wir mehr Hallenplatz, aber auch mehr Übungsleiter.“ Und: „Was fehlt ist eine 400-Meter-Laufbahn oder -Anlage für Schulen und Verein.“

In Bönnigheim steht die Erneuerung des Stadions an

An den Sporthallen in Bönnigheim bestehe aktuell kein Sanierungsbedarf, sagt Bürgermeister Albrecht Dautel. Anders sieht es beim Stadion aus. Dort steht nächstes Jahr die große Erneuerung an: Rasenplatz, Laufbahn sowie Leichtathletik-Sektor. Kosten: knapp 2 Millionen Euro. Rund 270 000 Euro Zuschüsse aus dem Ausgleichsstock und Sportstättenförderprogramm gibt es. „Das ist weniger als beantragt. Aber wir haben gesagt, wir machen es jetzt trotzdem“, betont Dautel.

Dittmar Zäh, Vorstand des TSV Bönnigheim, ist daher zufrieden: „Wir können, nachdem die Sportgeländesanierung auf den Weg gebracht wurde, nicht meckern.“ In der Bevölkerung gebe es zwar aufgrund der Kosten auch skeptische Töne. „Aber das hat man jetzt so lange vor sich hergeschoben, es wird Zeit.“ Denn: „Die Kunststoffbahn ist 34 Jahre alt, hat zahlreiche Risse, die immer wieder geflickt werden mussten.“

Einen „grundsätzlichen Bedarf“ sieht der Bürgermeister bei den Hallenkapazitäten für die Vereine. „Auch auf dem Sportplatz ist es eng.“ Aber auch hier sagt TSV-Boss Zäh: „Wir haben zwei große Sporthallen, dazu die kleinere Hallen in Hofen und Hohenstein. Das ist für eine Stadt wie Bönnigheim gut.“ Eine Verknappung gibt es aktuell, da die Turn- und Festhalle nach wie vor als Schulmensa gebunden ist. Der Bau einer Mensa ist aber vom Gemeinderat beschlossen.

 
 
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