Stadtarchiv Besigheim Restaurierung weiterer Bücher

Von Michael Soltys
Stadtarchivarin Sandy Richter wurde das Budget für ihre Arbeit im Stadtarchiv bewilligt. Vor allem das Projekt „Vorschulkinder erleben Kunst“ wurde von den Gemeinderäten gelobt. Foto: /Martin Kalb

Die Stadträte bewilligten das Budget für die Arbeit von Archivarin Sandy Richter, zum Teil allerdings unter Vorbehalt.

Freudestrahlend verließ Sandy Richter am Dienstag den Sitzungssaal des Rathauses. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates hatte ihren jährlichen Bericht positiv kommentiert und das Budget der Archivarin für 2026 bewilligt. Darin enthalten: Rund 8000 Euro für ihr Projekt „Vorschulkinder erleben Kunst“.

Kurse für Vorschulkinder sind schnell ausgebucht

Dieses Vorschulprojekt diente im vergangenen Jahr insbesondere dazu, die Kinder mit der Person und der Kunst von Luisa Richter bekannt zu machen. Die gebürtige Besigheimerin werde in Deutschland unterschätzt, sagte die Archivarin. In Lateinamerika allerdings gehört Luisa Richter, die seit 1955 in Venezuela lebte, zu den am meisten beachteten Künstlerinnen. Die Kurse waren im vergangenen Jahr innerhalb kürzester Zeit ausgebucht, berichtete Sandy Richter, die rein zufällig denselben Namen trägt.

Ihr gelang es Sponsoren und Spender zu aktivieren, sodass der Anteil der Stadt an den Kosten von rund 10.000 Euro auf rund 30 Prozent begrenzt werden konnte. Das strebt sie auch für das kommende Jahr an. Diese Ankündigung machte es den Mitgliedern des Verwaltungsausschuss leichter, der Summe zuzustimmen, denn die Finanzen sind knapp.

„Es ist ein tolles Projekt, das unsere Stadt repräsentiert“, sagte Stadtrat Christian Herbst (SPD). Man spüre, dass Richter mit „Herzblut“ bei der Sache sei, sagte Stadtrat Jochen Roth von den Freien Wählern. Einen Vorbehalt gibt es allerdings: Endgültig wird erst im Rahmen der Haushaltsberatung über die Bewilligung entschieden.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Archivs im kommenden Jahr besteht in dem Erhalt und des historischen Bestandes, führte Richter aus. Sie zeigte Fotos, die den Verfall einzelner historischer Bücher aus dem Archiv belegen. Rund 3500 Bände müssen insgesamt für die Zukunft gesichert werden.

Historische Bücher verfallen nach und nach

Das geschehe nach und nach, je nachdem wie stark der Verfall ist und wie dringend die Restaurierung. Teuer ist es allemal: Für die Restaurierung von sechs Bänden wurden im vergangenen Jahr 15.000 Euro aufgewendet. Damit ist die Sicherung der am stärksten beschädigten Bücher abgeschlossen.

Jetzt geht es an weniger dringende Fälle. Für die Restaurierung von zehn bis zwölf Bänden stehen der Archivarin 2026 erneut 15.000 Euro zur Verfügung.

Seit 2012 kooperiert Sandy Richter mit dem baden-württembergischen Landesarchiv, um Bestände aus Besigheim im Archivsystem des Landes digital zu archivieren. Diesem System sind eine Vielzahl von Archiven in den Landkreisen und Städten angeschlossen. Große Hoffnung, mit dieser Aufgabe weiter voranzukommen, setzt die Archivarin auf einen Mitarbeiter, der bei der Stadt für das Thema Digitalisierung zuständig ist. Diese Stelle ist aktuell ausgeschrieben.

Die Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv verursacht bei der Stadt Kosten in Höhe von 12.00 Euro. Diese Summe wurde der Archivarin auch für 2026 bewilligt.

 
 
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