„Das Motto bleibt ein Geheimnis“, lacht Alexander Ghazali, Jugendreferent der Stadt Sachsenheim. Er hat gemeinsam mit drei Jugendhausmitarbeitern ein spannendes und abwechslungsreiches Programm für die Stadtranderholung (Stara) 2026 erdacht. 102 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren haben sich in Sachsenheim und Hohenhaslach angemeldet. 42 Jungen und Mädchen spielen und basteln in der ersten Woche in und vor der Mehrzweckhalle Kleinsachsenheim. „In der zweiten Woche sind wir mit demselben Motto in Hohenhaslach“, erklärt Ghazali. Deshalb dürfe das Motto auch nicht bis dorthin vordringen.
Stadtranderholung Nur das Motto bleibt noch ein Geheimnis
102 Kinder nehmen an der Stadtranderholung in Kleinsachsenheim und Hohenhaslach teil.
Viele sind schon seit Jahren zu Gast
Viele Kinder, wie die zehnjährige Ella, kommen schon seit Jahren hierher, „weil es mir so gut gefällt.“ Der zwölf Jahre alte Nilo dagegen ist zum ersten Mal hier, doch sein „Vater war als Kind dabei und später sogar als Betreuer“, verrät der begeisterte Junge.
Bürgermeister Holger Albrich, der die Kinder traditionell mit fruchtigem Eis versorgt, erzählt, dass es die Stara während seiner eigenen Kindheit in Sachsenheim noch nicht gegeben hat. „Aber wir sind stolz darauf, dass wir nun seit nahezu 30 Jahren ein solch tolles Ferienprogramm bieten können.“ Es sei zum einen „super für die Kinder“, die hier vernünftig und anspruchsvoll beschäftigt würden, gleichzeitig neue Sachen lernen, Freundschaften schließen und wertvolle Zeit mit Freunden verbringen könnten, aber es sei auch genial für die Eltern, die ihre Kinder hier gut aufgehoben wüssten. Außerdem sei es optimal für die Vereine, die sich auf diese Weise präsentieren und junge Mitglieder gewinnen könnten.
Besonders erfreut zeigt sich Albrich darüber, dass man in Sachsenheim „alles aus eigener Kraft schaffe“ und für das Ferienprogramm kein Unternehmen von außen beauftragen müsse. Dies sei nur aufgrund der starken Verwaltung und vieler fleißiger Ehrenamtlicher möglich. Der Montag beginnt nach einem ersten Kennenlernen mit einem Städtespiel; am Dienstag und Donnerstag finden Workshops statt. Ella arbeitet dabei konzentriert mit Pappmaché, während andere mit Wolle, Glitzer und Kleber hantieren. Der neunjährige Paul werkelt mit Fingerfarben und weiß, „die gehen aus der Kleidung schlecht raus“.
Deshalb hat er eine „ganz kurze Hose an“ und sein T-Shirt in der sommerlichen Hitze ausgezogen. Die zehnjährige Karin brennt mit einem Lötkolben vorsichtig „STARA 2026“ in eine Holzscheibe und beschreibt: „Das ist schwierig, das rutscht weg“. Dennoch gelingt es ihr perfekt. An anderer Stelle wird aus Haselnusszweigen geschnitzt und geschliffen; Figürchen werden bemalt. „Die Messer sind relativ stumpf, damit sich keiner verletzen kann“, beruhigt Tim Ellwein, einer der Mitarbeiter des Jugendhauses. Trotzdem sehen die Arbeiten fantastisch aus. „Es gibt ein großes Gemeinschaftsprojekt, das am Klopferlestag ausgestellt wird“, ergänzt er. An diesem Tag wird zudem der Motto-Song „Rock’n roll Party im ( ...)“ vorgetragen, der eigens für dieses geheime Motto überarbeitet wurde.
Mittagessen kommt sehr gut an
Amelie und Johanna beteuern einhellig „die Stara ist unsere liebste Ferienattraktion“, während Nilo das Mittagessen rühmt, „vor allem die Maultaschen mit dem Kartoffelsalat.“
Nach der Wanderung zum Waldspielplatz am Mittwoch muss das Grillen improvisiert werden. „Wir haben aufgrund der Waldbrandgefahr die Würste hier vorgegrillt und dann den Kindern rausgebracht“, zeigt Ghazali den Ideenreichtum des ganzen Teams auf, zu dem mitunter der 16-jährige Erik Bartels als ehrenamtlicher Betreuer zählt. Er ist seit drei Jahren voll dabei. „Ich war als Kind sechs oder sieben Mal hier und fand die Betreuer cool. So was wollte ich auch machen.“ Tatsächlich bedauern viele Kinder, dass sie irgendwann zu alt für die Stara sind. „Dabei muss das gar nicht das Ende sein“, sagt Ellwein. Viele der Kinder pausieren ein Jahr und kommen anschließend als Betreuer wieder zurück.
