Steelers-Duell abgesagt Löcher im Eis verhindern Spiel

Von Andreas Eberle
Viele ratlose Gesichter und ein fleißiger Helfer, der Kohlenstoffdioxid aus einem Feuerlöscher auf ein Loch sprüht: Das Steelers-Heimspiel gegen Ingolstadt fiel aufgrund von Schäden auf der Eisfläche aus. Alle Reparaturversuche waren vergebens. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Das DEL-Heimduell der Bietigheim Steelers gegen den ERC Ingolstadt wird nach einer hundertminütigen Hängepartie und langen Diskussionen abgesagt. Alle kurzfristigen Reparaturversuche scheitern.

Kurioses spielte sich am Freitagabend in der EgeTrans-Arena ab: Wegen einiger Löcher in der Eisfläche wurde das DEL-Heimspiel der Bietigheim Steelers gegen den ERC Ingolstadt um 21.10 Uhr abgesagt – nach einer 100-minütigen Hängepartie und vielen vergeblichen Reparaturversuchen. Eigentlich war das Auftaktbully für 19.30 Uhr vorgesehen gewesen. Nach BZ-Informationen hatte ein Messer, das die Eisbearbeitungsmaschine verloren hatte, vor dem Spiel nahe einer der beiden blauen Linien eine große Eisschicht herausgerissen.

Feuerlöscher mit Kohlendioxid

Helfer versuchten danach vergeblich, die Krater mit Kohlenstoffdioxid aus mehreren Feuerlöschern zu „flicken“. Gleich zweimal absolvierten beide Mannschaften ihr Aufwärmprogramm – und fuhren dann wieder unverrichteter Dinge in die Kabine. Die mehrfachen Verzögerungen und Durchsagen sorgten auch auf den Rängen für Unmutsbekundungen. Die etwa 2000 Zuschauer harrten aber bis zur Absage geduldig in der Arena aus, darunter auch die 100 Gästefans, die letztlich umsonst aus dem Oberbayerischen ins Schwabenland gereist waren.

DEL schreibt Wartezeit vor

Um 20.55 Uhr trafen sich die Kapitäne Constantin Braun (Bietigheim) und Fabio Wagner (Ingolstadt), Offizielle sowie das Unparteiischengespann um die beiden Hauptschiedsrichter Sirko Hunnius und Gordon Schukies zu einer weiteren Lagebesprechung – und entschieden, auch in Abstimmung mit der Ligenleitung, dass die Begegnung endgültig abgesagt wird. Für derlei Fälle fordert die DEL eine Wartezeit von 90 Minuten, ehe am Spieltag eine Absetzung erfolgen kann.

Pfeifkonzert nach Entscheidung

Ein Pfeifkonzert war die erste Reaktion der Fans auf die Entscheidung. Volker Schoch wandte sich auf dem Eis mit dem Mikro an die Besucher. „Wir werden versuchen, mit Ingolstadt einen Ersatztermin zu finden und das Spiel nachzuholen“, sagte der Steelers-Geschäftsführer und beteuerte: „Die Mannschaft wollte spielen, aber das Eis lässt das nicht zu.“

Die Worte des Managers besänftigten offenbar auch die meisten Schlachtenbummler. „Bietigheim, Bietigheim“ tönte es jetzt trotzig aus der Kurve, die sich rasch leerte. Das Team der „Schanzer“ kam sogar noch einmal geschlossen aus den Katakomben, um sich bei den mitgereisten ERC-Anhängern für ihre Treue zu bedanken. „Shutout für Garteig“, skandierten die Ingolstädter Fans mit Blick auf ihren Torhüter Michael Garteig, der am Freitagabend in der Tat keinen Gegentreffer einstecken musste.

Der SCB-Anhang hatte kurzzeitig ebenfalls noch seinen Spaß – als ein Flitzer aufs Eis stürmte und sich feiern ließ, ehe ihn herbeigeeilte Ordnungskräfte wieder vom Feld geleiteten.

Für die Steelers-Profis geht es nun am Sonntag (19 Uhr) mit dem Baden-Württemberg-Duell beim Topklub Adler Mannheim weiter. Es bleibt zu hoffen, dass in der dortigen SAP-Arena keine unerwarteten Löcher im Eis auftauchen und so das nächste Bietigheimer DEL-Spiel gefährden.

 
 
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