Straßen in Bietigheim-Bissingen Weniger Verkehr wegen Lockdown

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Die Stuttgarter Straße/B 27 am Porsche-Turm. Hier wird die tägliche Verkehrsmenge gemessen. Foto: Helmut Pangerl

2020 ging es auf den Straßen in Bietigheim-Bissingen ruhiger zu als im Vorjahr. Das bestätigen die Zahlen des Verkehrsrechners.

Bei allen negativen Auswirkungen des coronabedingten Herunterfahrens von Wirtschaft und Gesellschaft hat die Pandemiezeit auch den einen oder anderen Vorteil. Dazu gehört, dass auf den Straßen weniger los ist. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kommt besser durch, Anwohner werden weniger geplagt. Doch wie stark ist der Effekt? Ein Blick auf die Daten des Verkehrsrechners in Bietigheim-Bissingen zeigt es.

Induktionsdetektoren auf der Bundesstraße 27 am Porsche-Hochhaus messen, wie stark dort die Verkehrsbelastung in beide Richtungen ist. Die immer donnerstags erhobenen Daten ermöglichen den Vergleich der Jahre 2019, als der Coronavirus noch fern war, und 2020, wenn man von Ausreißern absieht, die auf niedrige Verkehrsbelastungen an Feiertagen unter der Woche zurückzuführen sind.

Die Kurven beginnen zum Jahresbeginn ziemlich ähnlich. Die Verkehrsmenge nimmt nach dem Ende der Winterferien zu, 2019 etwas stärker als 2020. Danach geht es in beiden Jahren mit einer Verkehrsbelastung von 55 000 bis 58 000 Fahrzeugen in 24 Stunden weiter – doch nicht lange. Bereits Ende Februar schwächelt die 2020er-Kurve etwas, bleibt aber noch im Bereich von über 50 000 Fahrzeugen. Es ist die Zeit, in der Deutschland die ersten Fälle von Corona-Infizierten verzeichnet.

Tiefer Einbruch im März/April

Im März folgt dann ein tiefer Einbruch: Bis Anfang April gehen die Zahlen stark nach unten, sie unterschreiten die Marke von 35 000 Fahrzeugen in 24 Stunden. Im Vergleich zu den Vorjahreszahlen haben sie sich fast halbiert. In dieser Zeit kündigt die Regierung einschneidende Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus an und verhängt den ersten Lockdown.

Bis zum Juni nimmt der Verkehr 2020 dann wieder langsam zu und pendelt sich bei etwa 45 000 Fahrzeugen ein. Bis Anfang August sind es knapp über 50 000 Fahrzeuge und damit wieder genauso viele wie im Vorjahr.

Eine leichte Delle (etwas unter 50 000) markiert den Verlauf der Verkehrsmengenkurve in den Sommerferien, wobei die Zahlen von 2020 nur knapp unter denen von 2019 liegen. Dies geht mit den niedrigen Infektionszahlen in dieser Zeit einher.

Ab Oktober gibt es dann wieder eine Schere: Während die Verkehrsmenge pro Tag 2019 nicht ganz an die 60 000 Fahrzeuge heranreicht, bewegt sie sich 2020 bei circa 50 000 oder darunter.

Weniger Bußgelder

Der neuerliche Lockdown spiegelt sich in deutlich verringerten Zahlen 2021 wider. Die Verkehrsmenge in der Stuttgarter Straße liegt Anfang Januar bei etwas über 30 000 und damit auf dem gleichen Niveau wie auf dem Höhepunkt des ersten Lockdowns im April. Inzwischen sind wieder etwas mehr Fahrzeuge unterwegs: Die Zahl hat wieder die Marke 40 000 überschritten, ist damit aber immer noch um etwa 15 000 Fahrzeuge pro Tag niedriger als zu normalen Zeiten.

Mit der Verkehrsmenge sind auch die Bußgelder für Verstöße in Bietigheim-Bissingen gesunken. „Die Stadt hat im letzten Jahr nur rund 1,3 Millionen Euro Bußgeldeinnahmen, gegenüber 1,8 Millionen, die ursprünglich geplant waren“, teilt Sprecherin Anette Hochmuth mit. „Das resultiert aus einem deutlichen Verkehrsrückgang während der Lockdown-Zeiten.“

 
 
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