Strecke soll Ende des Monats fertig sein Den neuen Dirtpark können manche nicht mehr erwarten

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Blick auf das Gelände des Dirtparks, der aktuell im Bietigheim-Bissinger Ellental entsteht.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Laut Stadt wird die noch gesperrte Anlage regelmäßig illegal aufgesucht. Die Polizei weiß nur von einem Corona-Verstoß.

Im Bereich zwischen der alten Eishalle und dem Bogenschießplatz in Bietigheim-Bissingen entsteht derzeit der neue Dirtpark, den sich die Jugendlichen in der Stadt schon seit längerer Zeit wünschen (die BZ berichtete). Die Modellierung des Geländes ist in vollem Gange. Doch dieses wird laut Stadtverwaltung immer wieder von Ungeduldigen gestört. Die Rede ist von Corona-Verstößen, Beschädigungen und beschlagnahmten Fahrrädern. Zu einer Anzeige kam es aber erst einmal, wie die Polizei auf Nachfrage erklärt.

Die Anlage darf aktuell noch nicht betreten oder gar befahren werden. Zum einen, weil sie nicht fertig ist, zum anderen, weil es die Corona-Regeln (noch) nicht erlauben. Die Baustelle ist deshalb auch abgesperrt.

Appell der Stadt

Doch das hält laut Stadtverwaltung einige nicht davon ab, die neue Strecke schon mal genauer unter die Lupe zu nehmen oder gar zu testen. Für die Stadt ein Grund, in einem Presse-Statement einen Appell an die Öffentlichkeit zu richten: „Dennoch finden sich immer wieder teils größere Gruppen von Jugendlichen hier ein, die den Bikepark bereits nutzen wollen. Das ist nicht nur gefährlich, sondern zerstört auch die aufgeschütteten Erdhügel und damit die ehrenamtliche Arbeit der Jugendlichen“, heißt es darin. Denn die Feinarbeiten, das sogenannte „Shapen“, am Dirtpark wird von Jugendlichen in Eigenleistung durchgeführt.

Die Stadt weist auch darauf hin, dass die Ansammlungen gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen. Und zwar durch „das Betreten und Nutzen der Anlage ohne Beachtung von Abstand und Gruppengröße“. Deshalb müsse auch immer wieder die Polizei einschreiten und habe bereits Bußgelder verhängt und Fahrräder beschlagnahmt. Doch vor allem Letzteres ist nach BZ-Recherchen wohl bisher nur angedroht worden. Peter Widenhorn sagt auf BZ-Nachfrage: „Wegen der Corona-Verordnung beschlagnahmen wir keine Fahrräder.“

Auf der Anlage hätte es binnen der vergangenen sechs Wochen lediglich einen der Polizei bekannten Verstoß gegen die Corona-Verordnung gegeben. Dabei hätten sich zwei Erwachsene und vier Jugendliche auf dem Gelände im Ellental aufgehalten. „Das hatte eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige zur Folge“, erklärt Widenhorn. Bietigheim-Bissingens Stadtsprecherin Anette Hochmuth kann auf Nachfrage ebenfalls nur diesen einen Fall bestätigen. Das Bußgeldverfahren läuft noch. Des Weiteren patrouilliere die Polizei weiterhin regelmäßig.

Vermehrt Verstöße gegeben

Verstöße hat es aber offenbar schon deutlich mehr gegeben, wie Hendrik Schmidt-Prange berichtet. Er und einige Mitstreiter modellieren aktuell die Strecke, und sie wollen zeitnah einen Dirtpark-Verein gründen (siehe Infobox). „Anfangs waren nur die Eingänge abgesperrt. Wenn wir aufgekreuzt sind, mussten wir immer wieder Leute von der Strecke verweisen. Mittlerweile ist wesentlich mehr abgesperrt, und wir haben auch reihenweise Schilder installiert. Jetzt dürfte sich der Großteil daran halten“, hofft er.

Die Verwaltung richtet einen Appell an die Bevölkerung: „Die Stadt bittet dringend, den Bereich zu meiden. Die Anlage soll Ende des Monats fertiggestellt werden. Nach der offiziellen Freigabe können die jungen Biker dann nach Herzenslust loslegen.“

Ein Dirtpark, zusätzlich zur Pumptrack-Anlage beim Jugendhaus im Ellental, war das am nachdrücklichsten geäußerte Thema auf der Wunschliste der Jugendlichen beim Jugendgipfel 2018. Während der Pumptrack aus Asphalt ist, besteht ein Dirtpark aus Erdhügeln, -schanzen und -wällen. Nach geglückter Standortsuche wurde vergangenes Jahr die Bauplanung in Angriff genommen. Die Stadtverwaltung hat mit einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Eishalle und Bogenschützenverein einen Standort gefunden. Seit März wird gebaut. Die Kosten für die Anlage des Dirtparks einschließlich Schutzwall und Bepflanzung belaufen sich auf circa 70 000 Euro.

 
 
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