Stromberg-Cup in Bönnigheim SG BBM-Reserve zeigt sich bei Turniersieg in guter Frühform

Von Sebastian Klaus
Trainer Christian Heuberger (links) und sein Team Foto: Marco Wolf

Der Verbandsligist aus Bietigheim gewinnt nach vier Siegen aus vier Spielen überraschend den 17. Stromberg-Cup des TSV Bönnigheim.

Ein bisschen überrascht war Christian Heuberger vom Turniersieg seiner Mannschaft schon. Wahrscheinlich auch ein wenig mehr als ein bisschen. Denn eigentlich hatte der Trainer der SG BBM Bietigheim II mit seiner Frau andere Pläne gehabt, als am Samstagabend noch in der Halle zu stehen. So musste sich der 37-jährige Ex-Profi nach der Siegerehrung des 17. Stromberg-Cups schon ganz schön sputen, um wenigstens noch halbwegs rechtzeitig von Bönnigheim aus nach Hause nach Bissingen zu kommen.

Unerwartete Überstunden

Doch die unerwarteten Überstunden dürfte der gebürtige Schutterwalder gerne mitgenommen haben. Schließlich hatte sich sein Team, die Bietigheimer Zweitliga-Reserve, mit drei Siegen in drei Spielen als Gruppenerster souverän ins Endspiel katapultiert, wo dann auch noch der Verbandsligist Sport-Union Neckarsulm beim lockeren 20:12-Finalsieg nach 35 Minuten leichte Beute für den Überraschungssieger war.

Gerechnet hatten wohl alle Beteiligten mit einem Durchmarsch des klar favorisierten Oberligisten TV Bittenfeld 2. Doch die Bundesliga-Reserve des TVB Stuttgart, bei der mit Nick Lehmann der Keeper der SG BBM-Ersten der letzten beiden Jahre zwischen den Pfosten stand, war bei weitem nicht in Bestbesetzung angetreten. Stattdessen standen zahlreiche Talente aus der A-Jugend auf dem Parkett. Prompt hatte es im Eröffnungsspiel eine 14:18-Pleite gegen Bietigheim gegeben. „Es war blöd, dass wir mit der bunt zusammengewürfelten Mannschaft ausgerechnet im ersten Spiel auf die SG BBM getroffen sind“, erzählt Lehmann. „Wäre es später gewesen, wäre das Spiel anders ausgegangen“, ärgerte sich der Torhüter des späteren Turnier-Dritten, der das schnelle Wiedersehen mit den einstigen Weggefährten als „ungewohnt“ betitelte.

Nicht ungewohnt, sondern fast schon alltäglich fühlten sich dagegen die Siege der Bietigheimer Reserve in den weiteren Spielen gegen den Verbandsligisten TV Flein und den Landesligisten TV Mundelsheim an. Denn schon in der letzten Saison war der Verbandsligist von Sieg zu Sieg geeilt und hatte am Ende den Aufstieg in die Württembergliga als Zweiter nur ganz knapp verpasst.

Mit den erfahrenen Verstärkungen Nils Boschen, Marco Rentschler und Mario Urban, die in der vergangenen Spielzeit allesamt noch im Kader der Ersten mitgemischt hatten, ist die Bietigheimer Reserve in dieser Saison natürlich wieder einer der ganz großen Anwärter auf den Aufstieg. „Natürlich zählen uns nach dem zweiten Platz alle zu den Favoriten“, sagt auch Heuberger. „Auch die Jungs würden gerne aufsteigen. Aber das wird kein Selbstläufer. Denn ich bin der Meinung, dass wir in der letzten Saison häufig überperformt haben“, so der Coach, der im Sommer 2020 vom TV Tamm nach Bietigheim gewechselt war.

Der Turniersieg könnte seinen Spielern möglicherweise noch einmal eine Spur Extra-Selbstvertrauen eingehaucht haben, überbewerten möchte Heuberger den Erfolg allerdings auch wieder nicht. „Das hat wenig Aussagekraft. Normalerweise hätten wir mit Flein um den zweiten Platz in unserer Gruppe gespielt“, sagt der Coach, der in Bönnigheim lediglich auf Kreisläufer Boschen verzichten musste, der noch in den Flitterwochen weilt. „Aber Bittenfeld ist mit einer besseren A-Jugend angetreten.“

 
 
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