Im 27. Anlauf gelingt es den Männern des TSV Bönnigheim erstmals, den heimischen Stromberg-Cup zu gewinnen. Und das mit den wohl schlechtesten Voraussetzungen. Denn der Handball-Verbandsligist aus der Ganerbenstadt kann über das Turnier hinweg nur auf drei Feldspieler zum Wechseln zurückgreifen. Yannick Herter und Robin Pech sind verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt, generell ist der Kader der Männer des neuen Trainers Jerko Pejic nicht riesig.
Stromberg-Cup Kerber wird zum Siebenmeter-Helden
Der Torhüter des TSV Bönnigheim pariert den entscheidenden Strafwurf im Finale gegen Oppenweiler.
So ist die Last auf andere verteilt, etwa auf Torhüter Felix Kerber. Der Schlussmann wird im Finale gegen den HC Oppenweiler/Backnang zum Matchwinner. Denn auf irrwitzige Art und Weise beschert er seinen Männern den Titel im Siebenmeter-Werfen. Der TSV geht am Ende mit 19:18 als Sieger in einem Herzschlagfinale vom Platz.
Zittern in den Gruppenspielen
Dabei ist es schon während des gesamten Turniers eine Achterbahnfahrt der Gefühle für die Gastgeber. Die erste Begegnung geht noch recht deutlich an Bönnigheim, mit 21:15 holen sie sich den Auftaktsieg gegen den Verbandsligisten Ditzingen, in Spiel zwei gibt es ein hauchzartes 19:18 gegen die HSG Hohenlohe und auch das Gruppenfinale gegen die HSG Langenau/Elchingen, das Platz eins entscheidet, geht mit 20:19 an die Lokalmatadoren.
Die HSG muss sich am Ende mit Platz drei zufrieden geben, auch sie benötigt ein Siebenmeter-Werfen gegen die HB Ludwigsburg, um sich die Bronzemedaille zu sichern. Nicht unter den Top vier vertreten ist die SG BBM Bietigheim, die damit nach vier Titeln in Folge wieder nicht auf dem Thron sitzt. In der Gruppe gibt es zwei Auftaktniederlagen gegen Oppenweiler und Betzingen, im letzten Gruppenspiel reicht ein 22:21-Sieg nicht für das Weiterkommen.
Das öffnet die Tür für einen neuen Sieger. Im Endspiel zwischen dem TSV und dem bis dato ungeschlagenen HCOB steht es zur Pause unentschieden, es ist ein von den Abwehrreihen und Torhütern dominiertes Spiel. In Durchgang zwei wacht die Partie auch offensiv auf, Oppenweiler kann sich immer wieder knapp absetzen, zehn Sekunden vor Schluss ist es dann aber der TSV der durch David Krack mit 15:14 in Führung geht. Da aber Guiseppe Galluccio bereits mit dem Jubeln beschäftigt ist und vergisst, dass sein Team in Unterzahl und mit dem sechsten Feldspieler agiert, treffen die Gäste vom Anspielkreis aus ins verwaiste Tor von Kerber.
Galliccio jubelt zu früh
Drama in den Schlusssekunden und das hört auch im Siebenmeterwerfen nicht auf. Denn nachdem jeweils die ersten beiden Schützen sicher verwandeln, scheitert Lukas Alber an Moritz Bochum. So hat der HCOB die Chance, den Sack mit drei Treffern der letzten Schützen zu zumachen. Doch der vorletzte Schütze trifft nur den Pfosten. Nachdem Galliccio seinen Fehler aus dem Spiel wiedergutmacht und den fünften und letzten Strafwurf verwandelt, hält Felix Kerber gegen Jaden Tigges und verhilft seinem Team somit zum ersten Stromberg-Cup-Erfolg der Geschichte.
„Endlich“, zeigt sich Kerber nach dem Turnier erleichtert und verrät seine Taktik: „Bei einem erfahrenen Schützen ist viel Glück dabei. Am Schluss habe ich mir gedacht, ich stelle mich auf die Linie, weil er als Letzter kam. Das hat geklappt.“
