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Süwag-Lauf Pleidelsheim Ein neuer Rekord mit 737 Läufern
Bei der 22. Auflage des Süwag-Laufs nehmen Freizeitsportler im Alter von drei bis 80 Jahren teil.
uf geht’s, gleich habt ihrs geschafft“, schallte es vielerorts in Pleidelsheim, als am Samstag die Läufer durch die abgesperrten Straßen hasteten, hin zum roten Torbogen, der Ziellinie beim Rathaus. Sie waren die Teilnehmer des 22. Süwag-Laufs, der diesmal erfolgreicher verlaufen sollte denn je.
Entlang der Strecke der Läufer hatten sich zahlreiche Zuschauer versammelt – und die blieben auch, als plötzlich der Regen einsetzte und es schnell nass und kalt wurde. Unvorhersehbar war dieser Wetterumschwung in der Prognose vorab, so Uwe Luckscheiter, der mit Bürgermeisterin Sabrina Lee die regen- und matschbespritzten Läufer an der Ziellinie empfing.
Einsetzender Regen stört kaum
In den Kurzinterviews des Moderators beklagte aber kaum einer den Regen: „Eigentlich egal, Hauptsache, es ist nicht zu heiß“, sagte der neue Streckenrekordhalter Fabian Kraft. Eine „windige Strecke“, beklagten dagegen viele.
Der Lauf brachte dabei die unterschiedlichsten Läufer zusammen: Alt und Jung lief mit, mit der jüngsten Läuferin begann dass Altersspektrum bei drei Jahren und endete bei über 80. Und lokale Freizeitsportler liefen neben Profis, die von weiter her anreisten.
Die Feuerwehr zeigte Präsenz, auch nach dem verheerenden Brand und Großeinsatz vor knapp zwei Wochen: Die Mitglieder der Feuerwehr liefen in voller Montur, mit Sauerstoffflasche und Atemmaske, kiloschwer. Ein Läufer machte auch den Zehn-Kilometer-Lauf – mit einem 15 Kilogramm schweren Baumstamm auf der Schulter, der mit der Nässe sogar noch schwerer geworden sein dürfte. Er tut das jährlich zu Gunsten verschiedener Spendenaktionen.
Unterschiedlichste Läufer also – und vor allem viele: Nachdem Corona ein doch deutlicher Einschnitt bei den Laufveranstaltungen war, habe man eher konservativ geplant, so Luckscheiter – nun aber meldeten sich mehr als 100 Läufer und Läuferinnen mehr an als im Vorjahr, insgesamt 737, ein neuer Rekord. Damit wird der Lauf unter den circa 450 Laufveranstaltungen deutschlandweit immer bedeutsamer. Grund für den Erfolg, weiß Moderator und Organisator Luckscheiter, ist die perfekte Organisation: Profis von außerhalb kämen nicht, wenn diese nicht stimme.
Gute Kooperation mit der Stadt
In Pleidelsheim hat sich aber die Zusammenarbeit zwischen Stadt und GSV in den 22 Jahren sehr gut eingependelt, bestätigt auch die frisch gewählte Bürgermeisterin Sabrina Lee, die die Schirmherrschaft zum ersten Mal ausübte. Ablauf und Verpflegung wurden von den 120 Helfern perfekt gestellt, und auch das Rote Kreuz war mit zehn Einsatzkräften da. Diese verhindern Unglück schon durch ihre schiere Präsenz, weiß Moderator Luckscheiter. Zum Einsatz kamen sie bisher nie.
Setzt man Teilnehmerzahl des Laufs und die Einwohnerzahl Pleidelsheims ins Verhältnis, kommt man auf zehn Prozent – und damit auf eine Quote, die den Lauf in die Top 20 Deutschlands befördert, erklärt Moderator Luckscheiter. Die großen Läufe wie der Berlin-Marathon könnten da nicht mithalten.
Nicht nur der Teilnehmerrekord wurde am Samstag geknackt, auch der Streckenrekord: 30 Minuten und 35 Sekunden brauchte Fabian Kraft für die 10 Kilometer, auch für ihn selbst ist das ein neuer Rekord. Der Triathlet und amtierender Ironman-Europameister ist einer der wenigen in Deutschland, die diese Strecke in dieser Zeit laufen können, so Luckscheiter, der sich sicher ist: „Dieser Rekord wird bundesweit Beachtung finden.“
Bürgermeisterin gewinnt Wette
Entscheidend aber war es bei dem Lauf, dabei zu sein – und davon dürften die jüngsten Läufer und Läuferinnen auch noch nach dem Lauf profitieren. Bezüglich der Teilnehmerzahl hatten Moderator Luckscheiter und die Bürgermeisterin nämlich zuvor noch gewettet, man komme nicht über 750 Teilnehmer wettete Lee, dass es auf jeden Fall mehr werden würden, sagte er. Luckscheiter verlor damit und machte vor dem Startschuss zehn Liegestütze als Wetteinsatz. Die Bürgermeisterin will aber trotz Sieg ihre Wettschuld einlösen und der Süwag-Lauf dürfte damit noch ein Nachspiel haben: Die besten jüngsten Läufer sollen zum Eisessen ins Rathaus eingeladen werden, die Lieblingseissorten waren schon abgefragt worden. Für das 25. Jubiläum plant man nun schon groß. Es sollen dann 1000 Teilnehmer oder mehr werden.
