Supermarkt in Oberriexingen Landmarkt schließt Ende März

Von Michaela Glemser
Susanne Gunia schließt wegen zu hoher Energiekosten Ende März die Pforten des Landmarktes in Oberriexingen. Foto: /Martin Kalb

Die Gemeinderäte in Oberriexingen arbeiten mit Hochdruck an der Zukunft der Grundversorgung in der Stadt. Die Stadtverwaltung sammelt Ideen, wie die Grundversorgung aufrecht erhalten werden kann.

Immer wieder musste Susanne Gunia in den vergangenen Tagen traurigen und enttäuschten Kunden erklären, warum der Landmarkt Ende März dieses Jahres seine Türen schließt.

„Diese Gespräche tun mir im Herzen weh, wenn ich beispielsweise alten Menschen, die bei ihrem Einkauf gerne ein Schwätzchen mit mir gehalten haben, sagen muss, dass der Weiterbetrieb des Landmarkts für uns unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich ist“, schildert Gunia.

Sie betreibt knapp zehn Jahre den Lebensmittelbereich des Einkaufsmarktes in der Oberriexinger Albertstraße und fungiert als Untermieterin ihres Bruders Bernd Langhans, der im Markt sein Metzgerei-Fachgeschäft hat, das dort am 31. März 2023 ebenfalls geschlossen werden soll.

„Mein Bruder ist der Mieter der Ladenfläche, welche die Eigentümerin gemeinsam mit den acht Wohnungen in dem Gebäude verkaufen möchte. Sie hat ein Kaufangebot an die Stadt Oberriexingen gerichtet, deren Vertreter jedoch abgelehnt haben“, erläutert Gunia.

„ Energiekosten sind zu hoch“

Vor allem die stark gestiegenen Energiekosten in den zurückliegenden Monaten und die ungewisse Zukunft mit dem Verkauf des Gebäudes, haben Gunia und ihren Bruder zu der Entscheidung, den Landmarkt zu schließen, gezwungen. „Die Energiekosten sind zu hoch. Zwar ist die Metzgerei sehr gut gelaufen, aber der Lebensmittelbereich generiert einfach zu geringe Umsätze“. Es kaufen vorwiegend Oberriexinger im Markt ein, während die Metzgerei auch Kundschaft aus den umliegenden Gemeinden hat, erzählt Gunia, die zuvor 20 Jahre lang bei ihrem Bruder in der Metzgerei beschäftigt gewesen war. Nach insgesamt 30 Jahren im Landmarkt, muss sich die 60-Jährige wie ihre beiden Mitarbeiterinnen im Lebensmittelmarkt in Zukunft beruflich neu orientieren. „Ich bedauere diesen Schritt wirklich sehr und hätte mir vielleicht auch mehr Unterstützung von der Stadt Oberriexingen gewünscht“, sagt Susanne Gunia.

„Hürden jetzt einfach zu hoch“

„Wir haben den Kunden mit frischem Gemüse und Obst von regionalen Anbietern gute Grundversorgung im Ort geboten. In der Vergangenheit haben wir viele schwierige Zeiten gemeistert, aber jetzt sind die Hürden einfach zu groß“, betont Gunia, die mit Lebensmitteln von Edeka beliefert wird.

Auch in den sozialen Medien wird die Schließung des Landmarktes angeregt diskutiert und das Bedauern über diesen Schritt ist groß. Vor allem die Sorge um die älteren Menschen, die nicht mobil sind, ist groß. Bernd Langhans will seinen Cateringservice weiter betreiben und überlegt sich derzeit noch zusätzliche Möglichkeiten für die Zukunft seines Metzgerei-Fachbetriebs, um den Verkauf eventuell an anderer Stelle fortsetzen zu können.

„Stadt arbeitet an einer Lösung“

Auch der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Oberriexingen, Erich Bannert, hat inzwischen das Gespräch mit Langhans gesucht.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, die auch in Zukunft die Grundversorgung in Oberriexingen sichert. Dazu wird es in der kommenden Woche eine außerordentliche Sitzung des Gemeinderats geben, der zu diesem Thema nichtöffentlich berät“, macht Bannert deutlich.

Dabei soll nicht nur eine mögliche Lösung am Standort in der Albertstraße mit einem neuen Nachmieter zur Sprache kommen, sondern auch Alternativen mit externen Anbietern an anderen Flächen in Oberriexingen, die bisher aus Rücksicht auf den bestehenden Landmarkt nicht weiterverfolgt worden waren.

„Wenn sich keine zeitnahe Lösung realisieren lässt, werden wir Übergangslösungen mit Fahrdiensten oder Anbietern, die zu uns in die Stadt kommen, anstreben“, sagt Bannert.

Derzeit sammelt die Stadtverwaltung unterschiedliche Ideen und Möglichkeiten für die künftige Grundversorgung in Oberriexingen. Auch aus der Bürgerschaft seien schon einige Vorschläge an die Stadtverwaltung herangetragen worden und weiterhin erwünscht, berichtet Bannert.

 
 
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