Nach zwei Jahren ist dem SV Germania Bietigheim die Rückkehr in die Fußball-Landesliga geglückt. Nachdem der direkte Wiederaufstieg in der vergangenen Saison kurz vor Schluss knapp verpasst wurde, sicherte sich die Mannschaft von Trainer Holger Ludwig diesmal bereits vier Spieltage vor Schluss den Aufstieg. Über die gesamte Saison hinweg zeigten die Germanen meist konstant gute Leistungen und standen fast immer auf Platz eins der Tabelle.
SV Germania Bietigheim Durch Kontinuität zum Erfolg
Ein Großteil der Mannschaft des SV Germania Bietigheim spielt seit Jahren zusammen. Dank konstanter Leistungen gelang der Aufstieg in die Landesliga.
Münchingen lange Zeit der einzige hartnäckige Verfolger
Lediglich der TSV Münchingen bot dem Team aus dem Ellental lange Paroli. Dann gab es bei den Münchingern einen Umbruch in der Mannschaft. Der Trainer und fast alle Spieler der ersten Mannschaft verließen den Verein mitten in der Saison, Akteure aus der zweiten Mannschaft rückten nach. „Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass wir so früh Meister geworden sind“, ist sich Jens Krüger sicher. An der Leistung seines Teams und der verdienten Meisterschaft ändere das aber nichts, betont der Torhüter und Mannschaftskapitän des SVG.
„Wir haben uns den Druck, aufsteigen zu wollen, selbst auferlegt. Daran mussten wir uns messen lassen“, so Krüger, der von einem positiven Konkurrenzkampf im Kader spricht. Auch Trainer Holger Ludwig und der Sportliche Leiter Claudio Ferrara loben den Zusammenhalt in der Mannschaft. Die Trainingsbeteiligung sei stets sehr hoch gewesen. „Das sieht man auch daran, wie sich die Mannschaft an den Spieltagen präsentiert hat. Die Spieler hatten alle Bock“, lobt Ferrara. Ein nicht unwesentlicher Teil des Erfolgs ist in der Verjüngung des Kaders zu sehen. Dabei gab es keinen großen Umbruch. Stattdessen wurden über die letzten Jahre immer wieder neue, junge Spieler geholt, die sich gut in die Mannschaft einfügten. „Die Mischung aus diesen jungen Spielern und den alten ‚Haudegen’ macht’s“, ist sich Jens Krüger sicher, der mittlerweile zu den älteren Spielern zählt. Außer ihm gehören neben seinem Bruder Tobias auch Spieler wie Pascal Schöbinger oder Patrick Hirsch bereits lange zum Stamm des SVG. „Wir haben es geschafft, unsere Leistung extrem konstant zu halten. Schwächephasen wie in der letzten Saison gab es diesmal nicht“, lobt Trainer Ludwig.
Nur drei Niederlagen kassierten die Bietigheimer in den bisherigen 28 Punktspielen. Eine davon am vergangenen Wochenende beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen II. In der vergangenen Saison verlor der SVG ebenfalls kurz vor Saisonende am Bruchwald. Damals bedeutete die Niederlage das Ende aller Aufstiegsträume. Diesmal stand die Meisterschaft bereits vorher fest. So tat das 2:4 in Bissingen nicht besonders weh.
Mit Abstand beste Defensive der Bezirksliga
Vor allem die starke Defensivleistung war ein wesentlicher Grund für den Erfolg. Mit ganzen 27 Gegentoren stellt der SVG die mit Abstand beste Abwehr der Liga, worauf Krüger zurecht stolz ist.
Neben den vielen positiven Highlights der Saison, die die Bietigheimer mit der Meisterschaft krönten, gab es nur wenige negative Ausrutscher. Im Wesentlichen wird mit dem frühen Ausscheiden aus dem Bezirkspokal gehadert. Im Achtelfinale scheiterte man zu Hause am TSV Schwieberdingen, der in der Liga immer noch gegen den Abstieg kämpft. Im Pokal flog das Ludwig-Team sang- und klanglos mit 0:5 hinaus.
Für Jens Krüger waren die Verletzungen der Stammspieler Nico Ferrara, Marius Mannheim und Fabian Eppler weitere Negativpunkte der Saison. „Ich bin aber sehr froh, dass ich selbst diesmal von größeren Verletzungen verschont geblieben bin und hoffe, dass das auch im nächsten Jahr so bleibt.“ Denn auch dann will der Mannschaftskapitän wieder das Tor hüten, dann in der Landesliga. Als Ziel wird der Klassenerhalt ausgegeben. „Alles andere wäre vermessen“, findet Krüger. Die Planungen für die nächste Saison sind weit vorangeschritten. Was das Trainer-Team und den Großteil des Kaders angeht, bleibt Vieles unverändert. Allerdings wird es gezielte Verstärkungen geben. Einige Neuzugänge stehen bereits fest oder werden in nächster Zukunft unter Dach und Fach gebracht. „Unsere Planungen sind zu 95 Prozent fertig“, so Holger Ludwig, der die Bietigheimer auch in der Landesliga trainieren wird.
Mögliche Derbys gegen Löchgau und Pleidelsheim
Möglicherweise kommt es in der höheren Spielklasse zu Derbys gegen den FV Löchgau oder den GSV Pleidelsheim. Allerdings könnte es sein, dass sich die Löchgauer Richtung Verbandsliga verabschieden, während die Pleidelsheimer den Klassenerhalt erst noch erkämpfen müssen. „Aus egoistischen Gründen würde ich mir wünschen, dass beide Mannschaften nächste Saison noch in der Landesliga spielen, denn dann hätten wir vier Derbys vor vielen Zuschauern“, sagt Claudio Ferrara schmunzelnd. Als fairer Sportsmann drückt er den Löchgauern im Aufstiegskampf jedoch die Daumen. Immerhin scheiterten die „Roten“ bereits in der letzten Saison nur knapp in der Relegation zur Verbandsliga.
Den Pleidelsheimern drücken die Germanen aber nicht nur zweier Derbys wegen die Daumen. Holger Ludwig spielte einst gemeinsam mit GSV-Trainer Marcus Wenninger beim SGV Freiberg und Jens Krüger trug in seiner Jugend das gelb-schwarze Trikot der Pleidelsheimer. Ein Aufeinandertreffen mit dem GSV wäre für Kapitän und Trainer also auch ein persönliches Highlight. Letztlich können die Bietigheimer das Schicksal des GSV jedoch nicht beeinflussen. Ihr Fokus liegt klar auf einem erfolgreichen Abschluss der aktuellen Bezirksliga-Saison und der Vorbereitung auf der Mission Klassenerhalt in der Landesliga.
