SV Germania – FV Löchgau Tabellensituation bringt noch mehr Derby-Würze

Von Andreas Eberle
Der frühere Löchgauer Riccardo Macorig führt die Germanen als Kapitän an. ⇥ Foto: Hansjürgen Britsch/Baumann

Der SV Germania Bietigheim geht selbstbewusst ins Landesliga-Prestigeduell gegen Aufstiegskandidat FV Löchgau. Von Andreas Eberle

Flutlichtspiel, Derby, eine brisante Tabellensituation, zwei topmotivierte Teams: Wenn der SV Germania Bietigheim und der FV Löchgau am Mittwochabend (19.30 Uhr) in der Landesliga aufeinandertreffen, sind alle Zutaten für ein packendes Nachbarschaftsduell vorhanden. „Ein Derby ist immer etwas Schönes, sowohl für die Spieler als auch für uns Trainer. Da ist von Haus aus Spannung gegeben“, sagt Germania-Coach Holger Ludwig. „Die Tabellenkonstellation macht dieses Spiel besonders spannend“, sekundiert sein FVL-Kollege Thomas Herbst.

Löchgau will Platz zwei

In der Tat steht für die beiden Nachbarn im Saisonendspurt noch viel auf dem Spiel – und somit auch in der Nachholpartie vom 31. Spieltag. Die Löchgauer kämpfen um Relegationsplatz zwei hinter dem designierten Meister Sportfreunde Schwäbisch Hall. Diesen hatten sie am Wochenende nach einem 0:1 beim TSV Pfedelbach an Türkspor Neckarsulm abtreten müssen. „Das Ergebnis war enttäuschend, aber es bringt nichts, lange zu hadern. Das Gute an einer englischen Woche ist, dass man so eine Niederlage gleich wieder wettmachen kann“, sagt Herbst. Mit einem Erfolg im Ellental wäre seine Mannschaft wieder auf Kurs und zurück auf Platz zwei.

Selbstbewusste Germanen

Die Germanen kämpfen dagegen einige Tabellen-Etagen tiefer um den Klassenerhalt. Mit den beiden Siegen gegen Schwaikheim (2:0) und Allmersbach (3:0) haben sie zuletzt zwei große Schritte aus der Abstiegszone gemacht und sich auf Relegationsrang 13 vorgearbeitet. Ein weiterer Dreier würde die Bietigheimer ganz aus der Gefahrenzone katapultieren – zumindest fürs Erste. „Was die Punkteausbeute anbelangt, haben wir trotzdem noch Nachholbedarf“, konstatiert Trainer Ludwig. Dem Lokalrivalen aus Löchgau prophezeit er einen heißen Tanz: „Wir sind gut drauf, motiviert und durchaus selbstbewusst. Ganz sicher werden wir uns nicht nur hinten reinstellen und nur darauf hoffen, irgendwie ein 0:0 zu halten.“

Unter Ludwig eine Heimmacht

Das Selbstbewusstsein im Germanen-Lager speist sich auch aus der eigenen Heimstärke. Denn seit Ludwig das Team im Oktober 2021 übernommen hat, hat der SVG zu Hause noch kein Spiel verloren und im Ellental 19 von 21 möglichen Zählern geholt. Nur gegen Kaisersbach gab es Punkteverluste – weil dem Gegner in der 86. Minute noch der 1:1-Ausgleich gelang. Herbst hat den Aufwärtstrend der Bietigheimer unter Ludwig ebenfalls registriert: „Ihr Leistungsstand entspricht nicht dem Tabellenstand. Seit der Rückrunde ist Germania viel stabiler und spielt deutlich besser.“

Bei Löchgau sind alle Akteure fit. Auch die Hausherren haben keine gravierenden Personalprobleme. Fraglich ist einzig der Einsatz von Dominik Wolter, der sich beim Torschuss-Training eine Muskelverletzung zugezogen hat und schon am Sonntag fehlte. Der gerade erst aus dem Urlaub zurückgekehrte Patrick Kraut wird Ludwig zufolge allenfalls auf der Bank sitzen. Mit Kapitän Riccardo Macorig, Fabio Sprotte, Kai Irrgang, Jonas Widmann und Wolter trifft gleich eine Handvoll Bietigheimer auf den alten Klub. Mehr Derby-Würze als diesmal geht nicht.

 
 
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