Tafelladen in Bietigheim-Bissingen „Hasenheim“ wird neues Domizil

Von bz/um
Das „Hasenheim“ in der Bissinger Flößerstraße von außen... Foto:  

Nach längerer Suche ist ein neuer Standort gefunden. Der Umzug in die Flößerstraße 121 findet voraussichtlich nach dem zweiten Quartal 2023 statt.

Fast zwei Jahre war der Bietigheim-Bissinger Tafelladen auf der Suche nach einem neuen Standort. Im derzeitigen Domizil, der Bissinger Jahnhalle, war die Einrichtung, die mit ihrem Angebot dafür sorgt, dass Menschen mit geringem Einkommen bezahlbare Lebensmittel bekommen, dank des Entgegenkommens der SpVgg Bissingen (Eigentümer alte Halle) und der Stadt (Eigentümer des Foyers) in der Coronazeit 2020 interimsweise untergekommen. Im vorherigen Standort in der Freiberger Straße im Buch waren die nötigen Abstandsregeln nicht einzuhalten gewesen. Jetzt ist es endlich gelungen, einen neuen, dauerhaften Standort zu finden.

Zustimmung im Gemeinderat

Wie Johannes Schockenhoff, der Vorsitzende des Vereins Bietigheim-Bissinger Tafel, am Samstag mitteilte, hat die Mitgliederversammlung kürzlich einem Umzug in die Flößerstraße 121 zugestimmt. Das dortige Vereinsheim des Kleintierzüchtervereins, in Bissingen als „Hasenheim“ bekannt, stehe ebenfalls seit Beginn der Corona-Pandemie leer und könne nun vom Tafelladen langfristig angemietet werden. Eigentümer ist die Stadt, die dem Wunsch des Tafelladens nach einer langfristigen Anmietung laut Schockenhoff entgegenkam. Auch im Gemeinderat habe der Anmietungswunsch breite Zustimmung gefunden.

In der Jahnhalle besteht das Problem, dass der Tafelladenbetrieb nach dem Abflauen der Corona-Pandemie immer häufiger mit anderen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Handballspieltagen, dem Göckelesfest, Theateraufführungen und privaten Feiern, kollidiert. „Seit zwei Jahren haben wir circa zehn Objekte geprüft, aber keines war für einen Tafelladenbetrieb geeignet“, berichtet Schockenhoff über die mühsame Suche nach Alternativen. Man brauche sowohl einen großzügigen Verkaufsraum, der für die Kunden einen Einkauf mit angemessenem Abstand zulasse, aber auch der Küchen-, Vorbereitungs- und Lagerbereich muss laut Ladenleiterin Ingrid Brandl so ausgelegt sein, dass parallel zehn bis 15 Mitarbeiter darin arbeiten können. Nicht zuletzt müsse auch die Anlieferung durch die beiden Kühlfahrzeuge sowie ein ausreichender Wartebereich für die Kunden beachtet werden.

Umbau erforderlich

Das Hasenheim sei das erste Objekt gewesen, in dem der Vorstand und die Ladenleitung sich sofort einen Betrieb vorstellen konnten. Insgesamt verfügt dieses über eine Grundfläche von 287 Quadratmetern.

Die Miethöhe werde etwa auf dem bisherigen Niveau liegen, sodass daraus keine große Mehrbelastung resultiere, so Johannes Schockenhoff gegenüber der BZ. Allerdings gibt es noch einiges umzubauen, denn speziell der bisherige Küchenbereich ist zu klein und muss erweitert werden. Des Weiteren sind auch im Außenbereich noch Ergänzungen notwendig. Der Einzug werde daher nicht vor dem zweiten Quartal 2023 erfolgen, schätzt der Tafelvorsitzende. „Aber nun haben wir eine Perspektive und freuen uns sehr auf diesen Standort, bei dem wir uns mit keinen anderen Nutzern mehr abstimmen müssen“, so Schockenhoff.

Die Umbaukosten beziffert er auf circa 100 000 Euro. Doch: „Dank einer hohen und regelmäßigen Spendenbereitschaft von ansässigen Unternehmen, aber auch vielen Privatpersonen konnten wir für diesen Fall Rücklagen bilden.“ Wenn die Umbaukosten höher als 100 000 Euro lägen, würde der Verein zu zusätzlichen Spenden aufrufen. Aber aktuell sei ein extra Spendenaufruf nicht notwendig. „Die Spenden fließen auch so, da der gute und wichtige Zweck des Tafelladens eine sehr hohe Bekanntheit in der Bevölkerung hat“, sagt Schockenhoff.

Mitarbeiter packen an

Beim Umbau und den Renovierungsarbeiten sollen auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit anpacken, von denen die Tafel einen Stamm von rund 120 Personen hat. Davon sollen rund 20 an einem Tag zum Einsatz kommen.

Aktuell hat die Tafel aufgrund des Flüchtlingszustroms aus der Ukraine, der die Kundenzahl ansteigen ließ, einen Neukundenaufnahmestopp verfügt, da täglich bis zu 250 Kunden kamen. „Bei 180 Kunden liegt die Grenze, die wir organisatorisch und personell meistern können“, so Ingrid Brandl. Dieser Aufnahmestopp ist laut Schockenhoff unabhängig vom neuen Standort. Es hänge vielmehr sowohl von der Mitarbeiter-Zahl als auch der verfügbaren Ware ab. „Wir beobachten das laufend, aber aktuell lässt sich der Stopp noch nicht aufheben“, so der Tafel-Vorsitzende. bz/um

 
 
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