Wenn der Alarm losgeht, werden aus Bürgern Feuerwehrleute“, erklärte Bürgermeister Martin Bernhard am vergangenen Freitag im Feuerwehrhaus Tamm: Auf diesen „Alarmmoment“ komme alles an, und damit ab der Alarmierung bestmögliche Arbeit geleistet werden kann, wollen Bürgermeister und Gemeinderat ihre Feuerwehr bestmöglich unterstützen und „zeitgemäße und funktionale Rahmenbedingungen“ schaffen.
Tamm 109 Mal wurde die Feuerwehr gerufen
Nach einem vollen Einsatzjahr bekam die Feuerwehr auf der Hauptversammlung einen neuen Mannschaftswagen.
Deshalb konnte zum Anlass der diesjährigen Hauptversammlung auch der neue Mannschaftswagen vom Bürgermeister überreicht werden: Acht Einsatzkräfte finden darin Platz und zusätzlich verfügt er über eine Seilwinde, mit der ein Rollwagen in den Kofferraum geladen werden kann. „Damit sind wir insbesondere bei größeren Schadenslagen oder Unwetterereignissen deutlich flexibler und können bei Bedarf eine separate Einheit stellen. Kurz gesagt: Das erhöht unsere Schlagkraft und kommt letztlich der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger zugute“, erklärte Kommandant Sebastian Richter die Wichtigkeit der Investition.
Vorgängerfahrzeug defekt
Nachdem 2024 das Vorgängerfahrzeug wegen einem technischen Defekt nicht mehr einsatzfähig war, stand die Investition von 114.000 Euro für das MAN TGE Fahrgestell plus Aufbauten an, mit 19.000 gefördert durch das Land. Die Feuerwehr nimmt dabei der Stadt die Ausschreibung ab, betonte der Bürgermeister, der in dem neuen Fahrzeug direkt Probe saß. Angesichts der zahlreichen Einsätze im vergangenen Jahr stimmte Bürgermeister Bernhard zu: „Sie haben sich das Fahrzeug verdient, Sie brauchen das auch.“ Er und der Gemeinderat stünden voll und ganz hinter der Feuerwehr, „Ihr Engagement ist herausragend.“
Das zeigt auch die Alarmierungszahl im vergangenen Jahr: 109 Mal wurde die Feuerwehr gerufen, das ist doppelt so hoch wie noch vor zehn Jahren, beobachtet der Kommandant. „Die Einsätze verändern sich auch“, weg vom klassischen Löscheinsatz. Der größte Teil der Alarmierungen im vergangenen Jahr waren 47 technische Hilfeleistungen, in der Häufigkeit folgen 18 Brandeinsätze, zehn Gefahrguteinsätze, 26 Brandmeldeanlagen-Einsätze und acht Überlandhilfen. Die Zahl der Personenrettungen lag bei 22, einer Person konnte nicht mehr geholfen werden. Im vergangenen Jahr stand auch eine Großübung mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) an. Außerdem nahm eine Gruppe an dem Feuerwehr Leistungsabzeichen Baden-Württemberg in Gold teil, nachdem sie in den beiden Vorjahren schon Bronze und Silber erlangte. Drei Mal pro Woche zusätzlich über drei Monate wurde trainiert, damit die geforderten praktischen Abläufe sitzen.
Parallel dazu musste die Gruppe auch noch ihr theoretisches Wissen aufbessern, da es neben der praktischen Prüfung, auch einen theoretischen Leistungsnachweis gibt. Ein Engagement sei da erbracht worden, „das schon über eine Übung hinausgeht, da muss man schon richtig trainieren dafür“, betonte der Kommandant, der den Teilnehmern für ihre Mühen einen Gutschein über 350 Euro überreichte.
Jugend- und Altersabteilung aktiv
Die Jugendfeuerwehr hatte letztes Jahr mit fünf Ab- aber auch gleich vielen Neuzugängen konstant 16 Mitglieder: für sie standen insgesamt 20 Übungen an, ebenso wie ein Jugendabend pro Quartal. Ausflüge in den Schwabenpark und die Wilhelma rundeten das Engagement des Nachwuchses ab. Auch die Altersabteilung war aktiv: zahlreiche Ausflüge und das schon zur Tradition gewordene Herbsttreffen prägten das Jahr – und an der großen ASB-Übung wirkten die ehemaligen Aktiven selbstverständlich auch unterstützend mit.
Für die Kasse der Feuerwehr ist weiterhin die Teilnahme an Fleckenfest und Weihnachtsmarkt ein guter Zuschuss, „und den brauchen wir auch“, so der Kassierer. Für nicht weniger als 40 Jahre Einsatzdienst wurde dann Rainer Maier geehrt: es gab Standing Ovations von seinen Kameraden.
Ein letztes Mal im alten Saal
Der frisch übergebene Mannschaftswagen ist nur der Anfang von mehreren Investitionen: im dritten Quartal 2026 wird das neue Gerätehaus bezogen und es war damit die letzte Hauptversammlung im alten Saal, wie der Kommandant mit leichtem Wehmut erinnerte. Es war aber auch klar: „wir platzen aus allen Nähten“, wie man in dem randvollen Saal sah: Neuaufnahmen gab es im Jahr 2025 schon keine mehr, was auch dem Platz geschuldet sei, da keine freien Spinde mehr zur Verfügung stehen, so der Kommandant. Seine Feuerwehr hat aktuell 65 aktive Mitglieder, davon sieben Frauen.
Gerade in Arbeit und 2027 einsatzbereit ist das neue HLF 20. Schon im März vergangenen Jahres konnte der Notstromanhänger abgeholt werden. Dieser kann flexibel eingesetzt werden und bei einem Stromausfall die Feuerwehr so versorgen, dass die Einsatzbereitschaft immer sichergestellt ist, um entsprechend des Konzepts des Landkreises als „Leuchtturm“ zu fungieren. „Ich freue mich auf die nächsten Monate.“, blickt der Kommandant auf das angebrochene Jahr.
