Tamm Außengastronomie versus Nachtruhe

Von Petra Neset-Ruppert
Die Andechser Stuben in Tamm liegen mitten im Wohngebiet an der Hauptstraße. Foto: /Oliver Bürkle

Ruhestörungen durch die Andechser Stuben war Thema bei der Bürgerfragestunde im Gemeinderat Tamm. Das Ordnungsamt ist informiert.

Zwar ist Deutschland bereits ausgeschieden, doch die Fußball-WM läuft noch zwei Wochen. Durch die Austragungsorte in Kanada, USA und Mexiko können Zuschauer in Deutschland erst abends beziehungsweise nachts die Spiele sehen, das macht Public Viewing schwierig. In der jüngsten Sitzung des Tammer Gemeinderats meldete sich eine Anwohnerin in der Bürgerfragestunde zu Wort und thematisierte die nächtlichen Ruhestörungen, die durch die Außengastronomie in den Andechser Stuben entstehen. „Das geht teilweise bis nachts um 2 Uhr. Bei dieser Hitze muss man nachts die Fenster aufmachen und dann ist es laut“, erklärte sie und fragte, ob es denn überhaupt eine Genehmigung für eine solch lange Nutzung des Außenbereichs gebe.

„Es gab einen Antrag auf zwei Sperrzeitenverkürzungen für die beiden Spiele“, erklärte Haupt- und Ordnungsamtsleiter Frank Burghardt. So sei die Sperrzeit für das vorletzte Spiel der deutschen Mannschaft auf 0.30 Uhr und für das letzte Spiel auf 1 Uhr verkürzt gewesen.

Problem bestehe seit Längerem

Doch die Lärmbelästigung gehe über diese Ausnahmegenehmigungen hinaus, so die Anwohnerin. Vor allem sei es nicht nur während der Deutschlandspiele zu Beeinträchtigung der Nachtruhe gekommen. Das Problem gebe es schon seit Jahren, so die Anwohnerin. Bis 22 Uhr könne die Andechser Stuben den Außenbereich nutzen, danach gelte die Sperrzeit, denn die Gastwirtschaft liegt umgeben von Wohnhäusern in der Hauptstraße. „Die Problematik mit der Lärmbelästigung ist bekannt“, erklärt Frank Burghardt auf BZ-Anfrage und betont: „Die Ausnahmegenehmigung gab es nur für die beiden Deutschlandspiele. Das konnten wir vertreten.“ Nun müsse man sehen, wie es mit der Einhaltung der Sperrzeiten weitergehe. Laut einer Anwohnerin sei der Außenbereich jedoch in der vergangenen Woche auch wieder nach 22 Uhr genutzt worden.

Leute kommen später zum Essen

„Wir hatten letzte Woche bis zu 42 Grad, das war katastrophal. In der Gaststätte haben wir keine Klimaanlage“, sagt Niko Cepek, Inhaber der Andechser Stuben. Die extreme Hitze mache auch dem Gastronomen zu schaffen: „Die Leute kommen später zum Essen, nicht mehr um 17 Uhr, wie früher.“ Die Sperrzeit für die Außengastronomie um 22 Uhr erschwere den gastronomischen Betrieb. „In der Hitzewoche habe ich einen Umsatz gemacht wie sonst in eineinhalb Tagen“, so Cepek. Mit seinen direkten Nachbarn sei er im Austausch. „Ich kann ja auch verstehen, dass das stört. Die Nachbarn können mich anrufen, wenn es zu laut ist, dann rede ich mit den Gästen“, betont Cepek.  

Petra Neset-Ruppert

 
 
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