Tamm Neubau des Gerätehauses notwendig

Von Michaela Glemser
Das alte Feuerwehrhaus in Tamm ist laut Bedarfsplan „nicht zukunftsfähig“. Ein neues muss her. ⇥ Foto: Martin Kalb

Tammer Ausschussmitglieder genehmigen Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans

Ein Flächenbedarf von rund 40 Ar für das Grundstück, acht Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge und eine Halle mit mindestens 15 Metern Länge: Diese Anforderungen weist die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Gebiet „Kirschenau“ aus. Zudem soll das Gerätehaus für 66 aktive Wehrleute und 27 Angehörige der Jugendfeuerwehr ausgelegt sein.

Die grob geschätzten Baukosten werden im Feuerwehrbedarfsplan auf rund 5,5 bis 6 Millionen Euro beziffert. Der anvisierte Standort unterhalb des Kreuzungsbereichs der Bietigheimer mit der Bissinger Straße wird angesichts der nötigen Ausrücke- und Eintreffzeit als geeignet gekennzeichnet.

Das bestehende Feuerwehrgerätehaus im Alten Ortskern von Tamm dagegen wird als „in seiner Struktur nicht zukunftsfähig“ im Feuerwehrbedarfsplan eingestuft. „Es sollte daher zügig an geeigneter Stelle ein Neubau errichtet werden“, heißt es in dem mehr als 70 Seiten umfassenden Schriftwerk, an dem die beiden Kommandanten, Sebastian Richter und sein Stellvertreter Marc-André Meyle, ebenso mitwirkten wie Fachmann Dr. Roland Dehmke, der die Details in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses präsentierte.

Gute Tagesverfügbarkeit

Das Planwerk bescheinigt den rund 61 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Tamm eine gute Tagesverfügbarkeit, wobei die geringste Ausrückestärke zwischen 6 und 16 Uhr liegt, aber anschließend ansteigt und den höchsten Wert zu Nachtzeiten hat. Doch auch zwischen 6 und 16 Uhr können bis zu 30 Wehrangehörige die Ausrückezeit von 5 Minuten einhalten. Nach 22 Uhr sind es insgesamt sogar bis zu 57 Floriansjünger.

Als kommende Beschaffung steht bei der Feuerwehr Tamm ein Ersatz für den rund 20 Jahre alten Mannschaftstransportwagen an. Weiterhin sollte auch der Kommandowagen von 1999 durch ein neues Modell ausgetauscht werden. Insgesamt 168 000 Euro sind für diese Neuanschaffungen im Feuerwehrbedarfsplan in den Jahren 2022 und 2023 angedacht.

Im Jahr 2029 schließlich erreicht auch das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug der Tammer Wehr ein Alter von 30 Jahren. Daher sind in der langfristigen Planung bis 2029 auch 650 000 Euro für eine Ersatzbeschaffung vorgesehen. Weitere 750 000 Euro sind bis 2029 für den Erwerb einer Drehleiter veranschlagt. Das Ortsbild prägen  viele Gebäude mit bis zu sechs Geschossen oder sogar noch mehr, die keinen baulichen zweiten Rettungsweg besitzen und bei deren Brandbekämpfung eine Drehleiter notwendig ist.

Drehleiter gewünscht

Bisher mussten die Tammer Floriansjünger bei solchen Einsätzen auf die Hilfe der Drehleitern der Nachbarwehren  zurückgreifen. Allerdings wird im Feuerwehrbedarfsplan die Alarmierung der Drehleiter bei inzwischen rund 30 Einsätzen im Jahr bei den Nachbargemeinden als „grenzwertig“ dargestellt. Die Fachleute betonten, dass perspektivisch die Vorhaltung einer eigenen Drehleiter bei der Feuerwehr Tamm erforderlich sei.

Bei Brandalarmen rückt die Tammer Wehr am häufigsten zu Kleinbränden aus.  Mit rund 61 Prozent ist die Zahl der Fehlalarmierungen bei Brandeinsätzen sehr hoch. Der Schwerpunkt bei den Technischen Hilfeleistungen liegt mit 37 Prozent beim Öffnen von Türen und mit 19 Prozent beim Beseitigen von ausgelaufenem Kraftstoff oder Öl. Durchschnittlich weniger als einmal im Jahr ereignen sich auf dem Tammer Gemeindegebiet Unfälle mit Personenschaden.  Die Mitglieder des Technischen Ausschusses nahmen in ihrer jüngsten Sitzung die Fortschreibung des Bedarfsplans einhellig an. ⇥

 
 
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