Rund eine Million Euro hat die neue Abluftanlage gekostet, die Marabu Druckfarben am Montag auf dem Dach eingeweiht hat. Die Anlage, die von Dürr CTS GmbH realisiert worden ist, reinigt die lösemittelhaltige Abluft aus der Herstellung von Druckfarben. Sie arbeite dabei energieeffizienter als die alte Anlage von 1998, könne ein um 25 Prozent größeres Abluftvolumen reinigen und stoße weniger Emissionen aus, sagte der CEO von Marabu, York Boeder. Der CEO von Dürr CTS, Dr. Sebastian Baumann, hob hervor, dass die gesamte Anlage „in nur sechs Monaten auf das Dach gekommen ist“. Landrat Dietmar Allgaier freute sich über die Win-Win-Situation und darüber, dass zwei Unternehmen aus dem Kreis dafür gesorgt hätten, dass weniger CO ausgestoßen wird. Für die pragmatische Zusammenarbeit mit dem Landratsamt erntete Allgaier Lob von den Projektverantwortlichen.
Tamm Neue Abluftanlage bei Marabu in Betrieb
Marabu Druckfarben hat am Montag gemeinsam mit Dürr CTS auf dem Dach eine neue Anlage in Betrieb genommen, die die lösemittelhaltige Abluft aus der Herstellung von Druckfarben reinigt.
Projekt Babylon
Die neue Abluftreinigungsanlage ist ein Teil des Projekts Babylon, bei dem Marabu über zehn Millionen Euro in die Modernisierung und Expansion am Standort in Tamm investiert. Das Projekt ist 2024 gestartet und soll voraussichtlich Ende 2027 abgeschlossen werden, sagte Boeder. Da sich der Standort in keiner Chemiesonderzone befindet, sondern alles dicht bebaut sei, habe das Unternehmen hier auch eine besondere Verantwortung, sagte der CEO. Mit der neuen Abluftreinigungsanlage hofft Boeder, dass Beschwerden aus der Nachbarschaft nun der Vergangenheit angehören.
Einsatz von Erdgas möglich
Die Anlage auf dem Dach besteht aus zwei Teilen, erläuterte der Sales Manager von Dürr CTS, Ralf Brenner: der Aufkonzentration und der thermischen Oxidation. Bei der Aufkonzentration werden die Lösungsmittel in einem Volumen von bis zu 20.000 Normkubikmeter konzentriert und ausgetrieben. „Das Rad dreht sich einmal pro 30 Minuten“, erklärte Brenner. Ein Wärmetauscher sorge für eine energieeffiziente Vorwärmung der Abluft.
Die thermische Nachverbrennungsanlage werde zur Oxidation und Abreinigung der Schadstoffe eingesetzt. Dabei werde zunächst die saubere Luft abgeschieden, sagte Baumann. Mithilfe der Anlage lasse sich eine große Luftmenge reinigen, durch die effizientere Technologie könnte Erdgas in signifikanter Höhe eingespart werden. Die Abwärme werde in den Kreislauf zurückgeführt.
Darüber hinaus könnte künftig auch ein Erdgas-Wasserstoff-Gemisch eingesetzt werden, um noch mehr CO2 einzusparen. Die neue Anlage arbeitet mit der Steuerung, der Sicherheitstechnik, dem Kamin und der Stahlkonstruktion, die bereits 2024 installiert worden waren. In den nächsten Wochen sollen die verschiedenen Parameter an der Anlage mit Fingerspitzengefühl eingerichtet werden. „Wir sind mitten in der Modernisierung“, sagte Marabu-CEO York Boeder.
