Tammer Gemeinderat einstimmig dafür Feuerwehr zieht in die „Kirschenau“

Von Michaela Glemser
Feuerwehr Bietigheim: Feuerwehr⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Gemeinderäte stimmen für den Entwurf. Neben dem Gerätehaus soll in dem Gebiet auch eine Kindertageseinrichtung entstehen.

Am nordwestlichen Ortsrand der Stadt zwischen der Landesstraße 1110 nach Bissingen und der Kreisstraße K 1671 soll ein neues Plangebiet „Kirschenau“ entwickelt werden. Bisher werden die Flächen vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Mit den Eigentümern der Flurstücke haben die Verantwortlichen der Stadt lange verhandelt, doch es schien keine Einigung möglich. Jetzt bahnt sich eine Lösung an.

Ziel ist es in dem Planareal ein neues Feuerwehrgerätehaus sowie eine Kindertageseinrichtung zu erstellen. Auch eine Freiflächen-Solarthermieanlage soll dort bereitgestellt werden. Das Gebiet soll als Gemeinbedarf- beziehungsweise Sonderbaufläche ausgewiesen werden. Ursprünglich hatten die Vertreter der Stadtverwaltung dort auch eine weitere Flüchtlingsunterkunft errichten wollen, doch von diesen Plänen zunächst wieder Abstand genommen.

Die Tammer Wehrangehörigen werden von ihrem bisherigen Standort im alter Ortskern – mit beengten Verhältnissen und einer schwierigen Ein- sowie Ausfahrtssituation – in den Neubau in der „Kirschenau“ umsiedeln. Im neuen Feuerwehrgerätehaus wird auch eine Heizzentrale für die Errichtung eines Wärmenetzes eingeplant. „Daher mag der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Teilen vielleicht groß wirken, aber wir müssen die Heizzentrale darin integrieren“, betonte Bürgermeister Martin Bernhard in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Das Beste für die Feuerwehr

Ratsmitglied Dr. Andreas Richter war froh, dass der entsprechende Bebauungsplan und die Planungen für das Feuerwehrgerätehaus jetzt voranschreiten. „Eigentlich hatten wir uns 2020/2021 als Ziel gesetzt. Daher ist es schön, dass wir nun vorankommen“, sagte er: „Für unsere Feuerwehr ist das Beste gerade gut genug, denn die Wehrangehörigen mussten lange genug mit der mangelhaften Situation im alten Ortskern zurechtkommen“, machte Richter deutlich. Auch sein Ratskollege Alexander Maier zeigte sich erfreut darüber, dass die Grundstücksverhandlungen letztlich doch noch von Erfolg gekrönt waren. „Unsere Feuerwehr ist in diesem Gebiet sehr gut untergebracht“, unterstrich Maier.

Stadträtin Karin Vogt gab zu bedenken, dass ein neuer Kindergarten am Ende des angrenzenden Wohngebiets nicht ganz glücklich sei. „Aber dieser Standort ist immer noch besser, als gar keinen Kindergarten bauen zu können. Die gesamte Fläche als Gemeinbedarfsfläche auszuweisen, halten wir für mögliche künftige Nutzungen sehr sinnvoll“, erklärte Vogt.

Schwer vermittelbar

Stadtrat Adolf Bommer stellte ebenfalls klar, dass der Bau eines weiteren Flüchtlingshauses in Tamm nur schwer in der Bevölkerung vermittelbar sei. Bürgermeister Bernhard erwiderte, dass bei Bedarf eventuell die Container für die Interimsunterbringung der Grundschule Hohenstange während deren Neubaus im Anschluss an einem geeigneten Standort für eine Unterkunft geflüchteter Menschen genutzt werden könnten.

Einstimmiges Ergebnis

Das Ratsgremium diskutierte auch über die Zufahrtssituation zur neuen Kindertagesstätte in der „Kirschenau“, die über die Schubarthstraße im angrenzenden Wohngebiet erfolgen soll. Ratsmitglied Vogt regte an, doch die Zufahrt zur Kindertagesstätte auch über die Anfahrt zum Feuerwehrgerätehaus direkt von der Landesstraße zu ermöglichen. Dies lehnte Bürgermeister Bernhard jedoch ab, da sonst Konflikte mit den an- und abfahrenden Einsatzkräften, die zudem noch Parkflächen suchen müssten, programmiert seien.

Die Stadträte stimmten dem Bebauungsplanentwurf „Kirschenau“ einhellig zu. Er wird nun noch einmal öffentlich ausgelegt. Zugleich vergaben sie die weiteren Planungsleistungen für das Feuerwehrgerätehaus an ein Büro aus Ludwigsburg.

 
 
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