Tanzen Erfolgreichste Saison der TSG

Von Sandra Bildmann
Die TSG Bietigheim sicherte sich auch beim Abschlussturnier in Ludwigsburg einen Platz auf dem Podest. Es war die erfolgreichste Bundesliga-Saison der Bietigheimer. Foto: Julia Rahn/Baumann

Auch beim letzten Saison-Turnier der Latein-Formationen wird die TSG Bietigheim in Ludwigsburg Dritte und krönt so eine herausragende Saison.

Das hatten sie sich ein bisschen anders erhofft. Statt Platz zwei anzugreifen, ging es beim letzten Saisonturnier der Latein-Formationen in der ersten Bundesliga für die TSG Bietigheim im Finale mehr darum, den dritten Rang in der Tageswertung abzusichern. Dennoch war der Platz auf dem Treppchen am Samstagabend in der Ludwigsburger Rundsporthalle erneut ein hervorragendes Ergebnis, das die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte abrundete.

Während normalerweise zwei Wochen zwischen den Turnieren liegen, folgte der letzte Wettkampf bereits eine Woche nach dem aufregenden Heimturnier. Auch wenn es für die Teams aus dem hohen Norden aufgrund der langen Busreisen – zunächst nach Bietigheim und nun nach Ludwigsburg – deutlich strapaziöser gewesen sein dürfte als für die drei Mannschaften aus dem Kreis, sah Co-Trainerin Nadine Chifari darin eine Ursache: „Leider war die unübliche einwöchige Pause zwischen den beiden letzten Turnieren körperlich spürbar. Auch wenn die Mannschaft zum Finaldurchgang hochmotiviert war, passierten leider kleine Patzer.“ Cheftrainer Stefan Cramer zeigte sich aber verständnisvoll: „Wir haben alles gegeben, mehr war an diesem Tag nicht drin.“

Erneut drei Wertungen für Platz zwei, aber zwei für Platz vier

Mit der Platzierungswertung von 2 3 3 2 2 3 4 4 hatte die TSG sogar erneut drei Juroren davon überzeugt besser als die Formation aus Buchholz zu sein, die schlussendlich sowohl in der Tageswertung als auch in der saisonalen Endabrechnung auf dem Vize-Rang landeten. Zwei Juroren waren der Ansicht, dass die Choreografie des TSC Residenz Ludwigsburg überzeugender gewesen sei.

Das war möglicherweise der Ausdruck des oft bemühten und in den Wertungen wahrnehmbaren Heimvorteil, denn eigentlich waren während dieser Saison doch gerade die Kategorien „Choreografie und Präsentation“ sowie „Teamskills“ die größten Stärken der Bietigheimer Tänzerinnen und Tänzer.

Doch das rückt in den Hintergrund, denn die nun beendete Saison hat die Ambitionen der Bietigheimer eindrucksvoll untermauert. Der Formation von Blau-Weiss Buchholz sind sie spürbar näher gerückt, der Vizemeistertitel bei den Deutschen Meisterschaften im November scheint möglich. Jener Wettkampf in Nürnberg wird das nächste Aufeinandertreffen der bundesweit besten Formationen sein.

Bis dahin steht nach einer kurzen Erholungsphase die monatelange Saisonvorbereitung an. „Wir überarbeiten die Choreo und machen uns fit für die neue Saison. Wir haben ja noch ein paar Pläne für die Zukunft und da müssen wir nun viel an uns als Team arbeiten“, richtet Stefan Cramer bereits den Blick nach vorne. Schon Ende März steigt das A-Team wieder ins Training ein. Idealerweise starte man mit elf Paaren in die Saison, erzählt Cramer.

Trainingsstart mit elf Paaren: offener Konkurrenzkampf

Innerhalb der ersten zwei Monate werde eines rausgenommen, sodass die Vorbereitung bis September mit zehn Paaren absolviert werde. Wenige Wochen vor der Deutschen Meisterschaft werde dann auf die acht Paare reduziert, die als Stammbesetzung die Saison bestreiten sollen. „So bleibt es lange ein offener Konkurrenzkampf“, erläutert Cramer.

Dennoch werde für gewöhnlich durchaus auch zwischen der DM und dem Saisonstart zu Jahresbeginn noch experimentiert. So hat es auch zur abgelaufenen Saison nach den nationalen Titelkämpfen noch eine Veränderung gegeben, als eine Tänzerin das Team verlassen hatte.

Zwar stellt das Trainerteam um Cramer nach dem Leistungsprinzip auf. Doch betont er: „Die Tänzer müssen zur Mannschaft passen.“ Ein einheitliches Verständnis zentraler Aspekte wie Berufsethos, Traditionen und insbesondere der Umgang miteinander sei unabdingbar: „Wir versuchen, das Bewusstsein zu stärken, dass man eine Mannschaft ist. Es müssen alle an einem Strang ziehen. Da können wir nur wenige Egoismen zulassen.“ Denn nur, wenn die Formation am Ende eine geschlossene Leistung zeigt, alle an einem Strang ziehen, steigen die Chancen auf gute Wertungen der Juroren.

 
 
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