Das A-Team der TSG Bietigheim verzückt seit einigen Jahren nicht nur die eigenen Fans. Im letzten Jahrzehnt kannte die Entwicklung der Latein-Formation nur eine Richtung: nach oben. Mittlerweile gehört das Aushängeschild verlässlich zu den Top drei bundesweit. Dass das so ist, hat auch mit der starken Nachwuchsarbeit im Verein zu tun: Das B-Team tanzt mittlerweile bereits in der zweiten Bundesliga, in der Landesliga sammeln Tänzerinnen und Tänzer des C-Teams Erfahrung und erste Turnier-Luft schnuppern Kinder und Jugendliche bereits im D-Team.
Tanzen Starker TSG-Nachwuchs überzeugt
Das Latein B-Team der Bietigheimer hat sich in der Zweiten Bundesliga etabliert. Auch das C-Team in der Landesliga ist erfolgreich.
Im B-Team der Bietigheimer Latein-Formationen gab es in der abgelaufenen Saison ein Auf und Ab, wie Trainer Armin Schäfer berichtet. In dieser Mannschaft versammeln sich erfahrene Tänzer, die mit dem A-Team bereits bei Meisterschaften angetreten sind und aufstrebende Nachwuchstalente aus dem C-Team. Entsprechend lag die Altersspanne zuletzt zwischen 15 und 49 Jahren. „Die Herausforderung ist, die unterschiedlichen Leistungsstände auf einen Nenner zu bekommen“, so Schäfer, der selbst jahrelang Teil des A-Teams war und in der Vergangenheit immer wieder als Tänzer im B-Team eingesprungen ist.
B-Team schafft den Liga-Erhalt in der Zweiten Bundesliga
Im Saisonverlauf zeigte die Formkurve nach oben: Nach Platz acht zum Auftakt, „einen Schuss vor den Bug“, wie es Schäfer ausdrückt, folgte die Stabilisierung der Leistung. Die Formation belohnte sich bei zwei Turnieren mit der Qualifikation fürs große Finale. In der Endabrechnung stand der sechste Platz, der den Ligaverbleib sichert – „für eine B-Mannschaft sehr ordentlich“, ist Schäfer stolz auf sein Ensemble. Für die kommende Saison lautet das Minimalziel erneut, in der zweiten Bundesliga Süd zu bleiben. Weitere Gedanken können sich Schäfer und seine Co-Trainerin, A-Team-Tänzerin Leni Baur, erst machen, wenn die Mannschaft steht. „Es ist das Schicksal einer B-Mannschaft, dass sie die besten Leute abgeben muss“, sagt Schäfer und betont: „Das ist das Tolle an Bietigheim: Wir haben die Möglichkeiten, Nachwuchs hochzuziehen und ihn für das A-Team aufzubauen.“
Das B-Team übernimmt in der kommenden Saison außerdem die technisch anspruchsvolle Choreografie „Electric Love“, die das A-Team 2025/26 auf die Fläche gebracht und entwickelt hat. Mit der neuen Regelung, nach der vier Wertungsrichter direkt am Rande des Parketts die technische Qualität beurteilen, gewännen die technischen Fähigkeiten weiter an Stellenwert, erläutert Schäfer, weshalb darauf in zukünftigen Trainings noch mehr eingegangen werde. Die große Altersspanne innerhalb seiner Truppe empfindet der 44-Jährige als Chance und unterstreicht den Erfahrungsaustausch. „Als Verein haben wir auch die Aufgabe, für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sorgen“, betont er und bezeichnet es als Gewinn, „dass verschiedene Charaktere und Altersstufen an einem gemeinsamen Projekt arbeiten und sich die „Bubbles“ vermischen“, gerade von Menschen, die außerhalb des Sports in dieser Konstellation vielleicht nicht zusammengefunden hätten. Die Mischung macht’s, sie schaffe Neugier, ist Schäfer überzeugt. Und so komme es vor, dass sich im Bus bei Fahrten zu Turnieren zwei Mütter über Kinderkleidung und Windeln unterhielten. Und zwei Reihen weiter vorne flachst die Jugend über neue Tiktok-Trends.
Die Saison hingegen ist noch nicht beendet für alle teilnehmenden Mannschaften der Landesliga Süd und damit für das C-Team der TSG. Für die acht Paare um die hauptverantwortliche Trainerin Maren Leipner geht es noch um alles: Punktgleich mit der FG Sinsheim / Weinheim steht die Formation auf dem zweiten Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die Oberliga berechtigt. „Es wird schwierig“, blickt Leipner dem Ligafinale entgegen, „da kommt es auch auf die Tagesform an, aber der Trend spricht nicht für uns.“ Die Formation, in der die Homogenität ob der individuellen Leistungsunterschiede naturgemäß nicht so gegeben ist, war stark in die Saison gestartet, landete zuletzt aber zweimal nur auf dem dritten Platz.
Niveau-Lücke zwischen den Teams soll geschlossen werden
Unabhängig von der Ligazugehörigkeit planen die Verantwortlichen zur nächsten Saison eine neue Choreografie, die schneller und anspruchsvoller sein soll, um die Niveau-Lücke zwischen B- und C-Team immer mehr zu schließen. Dennoch bleibe die Truppe das „Einsteiger-Team“ für alle, die Spaß am Formationstanz finden und sich weiterentwickeln wollten, auch wenn noch keine Vorerfahrung vorhanden sei, so Leipner. Zweimal pro Woche wird trainiert, plus extra Übungseinheiten für die Technik. Derzeit schöpfen sie die Sonderregelung, die ab der zweiten Liga abwärts gilt, voll aus: Danach dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare Teil der Formation sein, wenn mindestens an 50 Prozent der Paare das andere Geschlecht beteiligt ist. So kann das C-Team der TSG trotz Männermangel wettkampffähig bleiben.
Für das C-Team wird der kommende Samstag ein langer Tag: Es trifft sich um 6.30 Uhr zur Abfahrt nach Waiblingen für das entscheidende Turnier und wird im Anschluss zum großen Gala-Ball der TSG fahren, wo die Formation gegen 21 Uhr einen Auftritt haben wird. Die Veranstaltung findet im Ludwigsburger Reithaus statt.
