Weiter, weiter, immer weiter geht’s für die TSG nach oben. Erstmals in der Vereinsgeschichte nimmt die TSG Bietigheim mit ihrer Lateinformation an einem internationalen Turnier teil: An diesem Samstag vertreten die Bietigheimer Deutschland bei der Europameisterschaft im österreichischen Schwechat.
Tanzen TSG Bietigheim vertritt Deutschland
Bei der Europameisterschaft in Schwechat bei Wien tanzt die Bietigheimer Lateinformation an diesem Samstag erstmals in der Vereinsgeschichte bei einem internationalen Turnier.
Nachdem das letzte Bundesliga-Turnier erst Mitte März über die Bühne gegangen war, kommt der Termin eigentlich zur Unzeit im Hinblick auf die Vorbereitung für die kommende Saison. Die TSG hat allerdings nicht lange überlegt. „Die Chance muss man wahrnehmen. Die Gelegenheit, Deutschland zu vertreten, kommt so schnell nicht wieder“, sagte Trainer Stefan Cramer enthusiastisch. Der ganze Verein fiebert diesem Ereignis entgegen. Dass die TSG überhaupt am Start ist, liegt an der Absage des Titelverteidigers, dem Grün-Gold-Club Bremen, mit Verweis auf den ungünstigen Termin.
Für die Bietigheimer ging es nach einer kurzen Verschnaufpause dagegen Ende März mit Vollgas los, wie Cramer berichtet. Im Turbotempo seien ein paar Veränderungen an der Erfolgskür „Electric love“ vorgenommen worden, eine „leichte Renovierung, keine Sanierung“. Viel Kraft und Energie haben alle Beteiligten ins Training investiert und dabei auch gleich noch einen Neuzugang integriert, die vom Absteiger 1. TC Ludwigsburg in die Nachbarschaft gewechselt war und Deborah Tripi ersetzt, die eine tänzerische Pause einlegt.
Zehn Teams aus sechs Nationen haben gemeldet, je zwei Formationen kommen neben Deutschland aus dem Gastgeberland, aus den Niederlanden und der Ukraine. Je einen Vertreter stellen Italien und Großbritannien. Als eine von drei Mannschaften durfte die TSG bereits am Freitagabend die Stellprobe absolvieren und kann sich am Samstagvormittag, direkt vor Turnierbeginn ab 15.30 Uhr, auf die Vorbereitungen konzentrieren. Mit Startnummer fünf werden die Bietigheimer dann direkt nach dem zweiten deutschen Vertreter, Ligakonkurrent Blau-Weiss Buchholz, aufs Parkett gehen.
Finaleinzug als großes Ziel der TSG Bietigheim
Das Ziel ist natürlich das große Finale. „Wir wollen dort unsere Leistung aus der Liga toppen und geben alles, um das internationale Publikum zu erreichen und einen positiven Eindruck von Deutschland zu hinterlassen“, sagte Cramer der BZ. Seine Mannschaft sieht er gut vorbereitet und absolut wettbewerbsfähig.
Dann gelte es, nicht nur mithalten zu können, sondern sich auch zu etablieren. Voraussetzung dafür ist die nationale Qualifikation. Der Deutsche Tanzsportverband schickt generell seine beiden besten Teams, gemessen an der Vorsaison, zu internationalen Wettbewerben.
Noch liegt die Formation von Blau-Weiss Buchholz vor der TSG. Doch die Schwaben rücken den Niedersachsen kontinuierlich immer näher, reduzieren den sich in den Turnierwertungen ausdrückenden Abstand nach vorn. So könnte die TSG bei der Europameisterschaft schon mal das Grußwort für die anstehende Bundesliga-Saison diktieren. In Abwesenheit der unangefochtenen deutschen wie internationalen Nummer eins verspricht allein das innerdeutsche Duell einen spannungsvollen Vorgeschmack auf den Herbst.
Die finanziellen Aufwendungen, die sich hauptsächlich zusammensetzen aus den Posten Startgebühr, Bus und Hotel, trägt der Verein zu 80 Prozent selbst, berichtete Cramer, der auch 1. Vorsitzender des Vereins ist. Man habe sich dazu entschieden, dass sich die Mannschaft nicht an den Kosten beteiligen müsse. Die übrigen 20 Prozent deckt ein Zuschuss des Deutschen Tanzsportverbandes.
Fans und Offizielle als Unterstützung
Für die schwäbische Delegation hat das Abenteuer Europameisterschaft bereits am Donnerstag mit der Anreise nach Wien begonnen. Am Freitag gab es zunächst Gelegenheit für Sightseeing, ehe am Abend die Stellprobe auf dem Programm stand. Die Rückreise ist für Sonntag geplant. Am Turniertag dabei sein wird auch ein Fanblock, bestehend aus Familie und Freunde des Teams. Auch Wilfried Scheible, der Präsident des Tanzsportverbandes Baden-Württemberg, hat seine Unterstützung vor Ort zugesagt. Erstmalig stellt der Verband den Sportlerinnen und Sportlern auch eine Physiotherapeutin zur Seite.
So viel Aufmerksamkeit zu bekommen, sei ungewohnt und durch das höhere öffentliche Interesse steige natürlich auch der Druck, gibt Cramer zu – die Mannschaft nehme das allerdings sehr gelassen, sei sein Eindruck. Wohlwollend nimmt man im Verein zur Kenntnis, dass auch die Stadt Bietigheim-Bissingen Interesse an der Europameisterschaft gezeigt habe. Sogar die Ausrichtung des Turniers in der Zukunft sei offenbar vorstellbar. Bedingung dafür aber wäre die sportliche Qualifikation der Heimmannschaft. Und außerdem kommt ja 2027 erstmal die Deutsche Meisterschaft in die Ege-Trans-Arena.
