Teurer Sanierungsfall in Löchgau Die Greuthhütte soll gerettet werden

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Die Greuthhütte am Löchgauer Waldspielplatz ist einsturzgefährdet. Nun gibt es es verschiedene Lösungsansätze zur Sanierung.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die ehemalige Wengerthütte am Waldspielplatz soll nach der Sperrung nun endlich angegangen werden. Die Sanierungsangebote fielen aber unerwartet teuer aus.

Im Sommer letzten Jahres waren die Schäden erstmals aufgefallen. Steine hatten sich aus der Decke gelöst und waren herabgefallen, sodass die Gemeinde die Greuthhütte am Löchgauer Waldspielplatz aus Verkehrssicherungsgründen absperren musste. Seitdem steht ein hoher Metallzaun um die alte Hütte am Waldspielplatz. Zum Leidwesen der Kinder, die hier gerne übers Dach kletterten, wie es schon Generationen vor ihnen getan hatten.

Vier Firmen wurden um ein Angebot für die Reparatur der Wengerthütte aus dem Jahr 1817 gebeten, zwei davon sagten aber umgehend ab. Und nur nach mehrmaligen Bitten gaben die beiden anderen Firmen ein Angebot ab, mit Kosten von 206 000 und 130 000 Euro. Die hohe Summe, über die der Gemeinderat damals informiert worden war, hatten Zweifel an der Sanierung aufkommen lassen. Erklärt wurden die Kosten damit, dass die Steine nicht wiederverwendet werden könnten und das Fundament nach alter Handwerkskunst neu errichtet werden müsste. Die Mauern waren im Lauf der Jahre von der Betondecke auseinandergeschoben worden, sodass das Gebäude nicht mehr tragfähig wurde. Eine umfängliche Sanierung werde, so die Verwaltung, „nicht im angemessenen Verhältnis gesehen“.

Fast 200 Jahre alt

Nun beschäftigte sich der Gemeinderat auf seiner letzten Sitzung mit dem fast 200 Jahre alten Bauwerk. Bürgermeister Robert Feil schlug als erste Option vor, die Hütte bis auf die Grundmauern mit 60 Zentimetern Höhe stehen zu lassen, was auf rund 10 000 Euro veranschlagt wird. Bei Bedarf könne geprüft werden, ob diese Arbeiten auch vom Bauhof erbracht werden könnten. Als weitere Möglichkeit, die ein Statiker vorschlug, sei eine Auffüllung mit Beton möglich, die das Bauwerk stabilisiert. Diese Lösung würde ebenfalls Kosten von rund 10 000 Euro bedeuten. Ohne eine Sanierung oder Neuaufbau müsste die Greuthhütte abgetragen und entfernt werden, so die Verwaltung.

„Ich wäre auch für Verfüllen, und die Hütte bleibt so erhalten“, so Oliver Siegel (FWL). Thomas Makowiec von der SPD-Fraktion waren die Angebote ebenfalls zu teuer, ein Neuaufbau komme aus finanziellen Gründen nicht infrage. Robert Fiesel (SPD) sprach sich aus Klimaschutzgründen gegen eine Betonverfüllung aus und konnte sich mit einer Mauerlösung anfreunden.

Die Frage, ob das Landesdenkmalamt hier eine Förderung biete, warf Birgit Griesinger (FWL) auf. Das Bauwerk sei nicht auf der Liste der denkmalgeschützten Gebäude in Löchgau, machte Hauptamtsleiter Jens Millow deutlich.

„Die Erhaltung wäre mir wichtig“, erklärte der scheidende Gemeinderat Heinz Schneider von den Freien Wählern. Dem hielt Otto Weible (CDU) entgegen, dass die Hütte ihre Funktion verloren habe, weil es dort keinen Weinberg mehr gebe. Er schlug vor, die Hütte zuzumauern, damit sie nicht mehr einbrechen könne.

Eine neue Möglichkeit brachte CDU-Rat Matthias Stickel in die Diskussion. Man könne die Hütte innen vor einer Betonierung ausschalen und so begehbar machen. Diesen Vorschlag will die Verwaltung nun prüfen lassen und anschließend darüber im Gremium berichten. Er wurde bei zwei Gegenstimmen angenommen.

 
 
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