Theaterspaziergang lockt viele Interessierte Märchen an sechs Plätzen in ganz Walheim

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Eine Szene mit Rita Eberhard als Rumpelstilzchen, Moritz Seyfferle als Bote und Karin Noller als Königin (von links).⇥ Foto: Birgit Riecker

Die erste Veranstaltung im Freien nach Corona war innerhalb eines halben Tages ausverkauft.

Das erste Open Air für die ganze Familie nach Corona fand am Sonntag in lauschigen Ecken von Walheim statt. Dafür waren innerhalb eines halben Tages alle 360 Karten im Vorverkauf über den Tisch gegangen, freute sich Beate Faas vom Kulturspektrum. Nun konnte der erste der beiden vom Verein Theaterle inszenierten Märchenspaziergänge beginnen.

„Was ist euer Lieblingsessen?“ wollte das tapfere Schneiderlein von den Zuschauern wissen. „Spätzle und Soß“, kam die prompte Antwort. Das Schneiderlein blieb ernst. „Mein absolutes Lieblingsessen ist Brot mit Honig und Marmelade“, rief es zurück, hielt sein Brot hoch und wollte hineinbeißen. Doch die kleinen Fliegen an der großen Fliege waren schneller: Sssst, schon saßen sie auf der süßen Leckerei. Das Schneiderlein holte aus und zählte die Opfer: Sieben auf einen Streich!

Mit großen Augen verfolgten die Kinder, die von ihren Eltern oder Oma und Opa begleitet wurden, das Geschehen. Sechs kleine, rund zehnminütige Märchenszenen erlebten die Zuschauer auf ihrem Spaziergang.

Frau Holle schwäbelt

Im Pfarrgarten rannten der Hase und der Igel um die Wette, im Hof der Katholischen Kirche schüttelte Marie zur Freude der schwäbelnden Frau Holle die Betten auf, holte das sprechende Brot aus dem Ofen und erntete die reifen Äpfel. „Kikeriki“ rief am Ende der Hahn voller Glück: „Die Goldmarie ist zurück.“ Begeistert klatschten Groß und Klein, auch zur Geschichte vom tapferen Schneiderlein und vom Rumpelstilzchen beim Weingut Eberhard Klein, bei „Rotkäppchen“ am Römerhaus und bei „Schneewittchen“ im Hof der evangelischen Kirche.

„Die Idee für die Märchenspaziergänge hatte das Kulturspektrum“, so Christian Schäuffele, Chef der Theaterle-Truppe. „Wir machen schon seit Jahren Literatur-Spaziergänge und wollten letztes Jahr zu unserem 20-jährigen Jubiläum einen Spaziergang für die ganze Familie machen“, ergänzte Beate Faas. Corona war anderer Meinung. „Wir freuen uns einfach, dass es jetzt endlich klappt“, so Faas.

Zwei Monate dauerten die Theaterle-Proben unter Spielleiterin Nadine Mozer und die gemeinsamen organisatorischen Vorbereitungen. 28 Schauspielerinnen und Schauspieler wirkten nun in prachtvollen Kostümen mit, zwölf  Helfer des Kulturspektrums sorgten für die Begleitung und das Lunchpaket, acht weitere  für den guten Ton und die Aufbauten.

Denn unterwegs entlang des Baumbachs und auf den kleinen Verbindungswegen zwischen den Spielstationen war Kurzweil angesagt. Es gab dort  noch Hinweise auf weitere Märchen zu entdecken. „Da sitzt der Froschkönig“, rief beispielsweise ein kleines Mädchen ganz aufgeregt, als sie die kleine Skulptur fand.

Die Märchenspaziergänge laufen übrigens coronagerecht ab: Nur 30 Personen dürfen daran teilnehmen. Daher startet alle 30 Minuten eine neue Gruppe – und das sechsmal. Die zauberhaften Spaziergänge finden nochmals am Sonntag, 25. Juli, statt. Sie sind alle ausverkauft.

 
 
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