Theo-Lorch-Werkstätten bauen im nördlichen Landkreis Fünfter Standort in Bönnigheim

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Bauprojekt der Theo-Lorch-Werkstätten in Bönnigheim. Foto: BZ Grafik | Quelle: Theo-Lorch-Werkstätten

An der Robert-Bosch-Straße im Gewerbegebiet wird ein eingeschossigen Bau mit insgesamt 60 Arbeits- und Betreuungsplätze für Menschen mit Behinderung gebaut.

Wir wachsen weiter.“ Dies verkünden die Theo-Lorch-Werkstätten auf ihrer Internetseite. Ihren fünften Standort im Landkreis wollen sie im Gewerbegebiet „Lauffener Feld 2“ an der Bönnigheimer Robert-Bosch-Straße errichten. Im Technischen Ausschuss des Bönnigheimer Gemeinderats wurde am gestrigen Donnerstagabend das Baugesuch beraten.

Mehr als zehn Jahre sind vergangen bis jetzt mit dem eingeschossigen Bau mit insgesamt 60 Arbeits- und Betreuungsplätzen für Menschen mit Behinderung begonnen werden kann. Bereits 2010 hatten sich die Theo-Lorch-Werkstätten mit einer Ausstellung „Gestalt und Farbe“ im Bönnigheimer Rathaus vorgestellt. Verwaltungsleiter Joachim Knoll und Jochen Spahr, zu diesem Zeitpunkt Werkstattleiter des Standorts Bietigheim und heute pädagogischer Gesamtleiter, knüpften damals erste Kontakte mit dem damaligen Bönnigheimer Bürgermeister Kornelius Bamberger. Nachdem die Theo-Lorch-Werkstätten das 6000 Quadratmeter große Areal im Gewerbegebiet gekauft hatten, stand im September 2019 ein Infogespräch mit dem jetzigen Bönnigheimer Bürgermeister Albrecht Dautel auf dem Zeitplan.

Bedarf 2019 bestätigt

„Es ist immer eine Bedarfsbestätigung durch den Landkreis notwendig. Diese haben wir im Juni 2019 erhalten“, erklärt Pressesprecherin Isabell D. Brando gegenüber der BZ. Diese sei Voraussetzung für eine Förderung. Nach der Bedarfsbestätigung durch den Landkreis, habe Corona aber auch hier für Verzögerungen gesorgt. Trotzdem haben die Theo-Lorch-Werkstätten neben der Pandemiebewältigung auch die Konzeption für eine neue Zweigwerkstatt mit 36 Arbeits- und 24 Förder- und Betreuungsbereichsplätzen vorangetrieben.

Der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) hat nun dem Förderantrag der Theo-Lorch-Werkstätten stattgegeben, womit ein weiterer Meilenstein des Projektes erreicht ist, so Brando. Der Ersatzneubau soll zum einen als Entlastung für den Standort Bietigheim dienen, zum anderen werden neue Plätze für den nördlichen Landkreis geschaffen. „Der Neubau wird dazu genutzt, die Themen Teilhabe und Inklusion weiter voranzubringen, so sind in den Bauplänen bereits Flächen geplant, die später auch extern genutzt werden können, damit nicht nur die Theo-Lorch-Werkstätten in die Gemeinde, sondern auch die Gemeinde in die Theo-Lorch-Werkstätten kommen kann“, erläutert die Pressesprecherin.

Im Jahr 2012 wurde der vierte Standort der Theo-Lorch-Werkstätten eröffnet. Im nördlichen Landkreis Ludwigsburg war die gemeinnützige GmbH – mit Werkstätten sowie Arbeits- und Betreuungsplätzen für 850 Menschen mit Behinderung, die von knapp 250 spezialisierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden – bisher nicht vertreten. Brando: „Wir wollen in der Gemeinde integriert sein, deshalb sind die Anforderungen an ein Grundstück hoch.“ Gute Voraussetzungen fand man mit der Gewerbefläche an der Bönnigheimer Robert-Bosch-Straße: Nicht allzu weit von der Stadt entfernt, gut erreichbar (auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln) und die Möglichkeit einer ebenerdigen Bauweise, erläutert Brando: „Wir agieren ,personenzentriert’, das heißt dort hingehen, wo die Menschen sind.“

Nach momentanem Stand werden die Theo-Lorch-Werkstätten auf dem 6000 Quadratmeter großen Bauplatz für das 1800 Quadratmeter große Gebäude rund 4,4 Millionen Euro investieren. Jetzt muss die Stadt Bönnigheim in ihren Gremien über den Bauantrag entscheiden: „Unsere Kontakte mit Bürgermeister Albrecht Dautel und dem Gemeinderat waren bisher sehr konstruktiv und positiv, so dass wir optimistisch sind, auch hier bald einen Schritt weiter zu sein,“ erklärt Stefan Wegner, Geschäftsführer der Theo-Lorch-Werkstätten. „Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, wird als nächstes die Ausschreibung für den Rohbau erfolgen,“ ergänzt Stefan Alscher, Projektleiter für den Ersatzneubau Bönnigheim. Die Eröffnung des Neubaus ist für 2023 geplant.

 
 
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