Tierrettung Unterland hilft nicht nur im Kreis Ludwigsburg Tag und Nacht im Einsatz für kranke Tiere

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Die Brandwunden eines verletzten Kängurus wurden beim Einsatz in Australien medizinisch versorgt.⇥ Foto: ADRG/Luisa Schlepper

Die Tierrettung Unterland e.V. hilft nicht nur im Landkreis Tieren in Not, sondern war auch in Katastrophengebieten wie bei den Buschbränden in Australien im Einsatz.

Es ist katastrophal.“ Jan Franke, Gründer und Leiter der Tierrettung Unterland e.V., steht noch unter dem Eindruck seines Einsatzes in Australien. Zusammen mit sechs weiteren Tierrettern aus vier Tierrettungsorganisationen war er im Januar für 16 Tage „Down Under“, um verletzten Tieren in der Region Cooma/Numeralla im Süden von New South Wales zu helfen.

„Zum Teil waren die Brandherde noch aktiv dort“, erzählt der 28-Jährige, der hauptberuflich beim Rettungsdienst Ludwigsburg als Sanitäter arbeitet. „Wir haben über 100 verletzte Tiere in der Zeit gerettet, versorgt und betreut.“ Zuvor hatte die Crew auf einer Wildtierstation, die von einer Deutschen geleitet wird, einen Crashkurs im Fangen von Kängurus, Koalas und Wombats erhalten.

In Australien viele Lebensräume zerstört

Viele Lebensräume seien komplett zerstört, so Jan Franke. „Die Pflanzenwelt wird sich schnell erholen, aber für die Tierwelt sind die Folgen heftig.“ Von der australischen Bevölkerung ist das Rettungsteam mehr als herzlich empfangen worden. In einem Baumarkt, in dem das Team für Futter- und Wasserstationen Material einkaufte, brach die Kassiererin in Tränen aus, als sie erfuhr, wofür der Großeinkauf gedacht war. „Das haben wir wirklich mehrmals erlebt, auch, dass uns die Leute Geld als Spende in die Hand gedrückt haben“, berichtet Jan Franke.

Es habe durchweg nur positive Reaktionen für ihren Einsatz gegeben. Etwas, das hier in Deutschland durchaus anders sei. „Hier müssen wir für jedes Fitzelchen kämpfen, weil wir was Neues sind“, so die Erfahrung des engagierten Tierretters.

Vor fünf Jahren gegründet

Vor fünf Jahren hat er die Tierrettung Unterland e.V. gegründet. Eine Organisation, die sich rein über Spenden und Rechnungen für ihre Einsätze finanziert. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, ist Jan Franke mit seinem Team von elf ehrenamtlichen Tierrettern in einem 3500 Quadratkilometer großen Gebiet von Heilbronn über Leonberg bis Heidelberg unterwegs.

Drei Einsatzfahrzeuge sind in Mundelsheim, Neckarsulm und Sinsheim stationiert. Die Tierretter werden intern zu qualifizierten Tiersanitätern ausgebildet. „Das ist im Grunde wie beim Rettungsdienst für Menschen auch“, so Jan Franke.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit fünf professionelle Tierrettungsorganisationen. Der Neckarsulmer ist auch ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig, den Rest seiner so genannten Freizeit widmet er der Tierrettung. „Für mich ist das der normale Alltag, ob Mensch oder Tier.“

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