Nach dem letzten Punktgewinn von Tien Nghia Phong kannte der Jubel keine Grenzen mehr und die Talente des TTC Bietigheim-Bissingen lagen sich in den Armen. Ein Jahr lange hatte die junge Mannschaft nach der bitteren Vorjahres-Niederlage gegen Wissingen (die BZ berichtete) auf diesen Moment hingearbeitet. Nun war es nach einer geschlossenen Mannschaftsleistung geschafft: Zum zweiten Mal nach dem Jahr 2000 haben sich die Bietigheimer Nachwuchsspieler den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters in der U15 gesichert.
Tischtennis DMM 15 TTC krönt sich zum Deutschen Meister
Bei der in der Viadukthalle ausgetragenen Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der U15 gelingt dem TTC Bietigheim-Bissingen mit dem 6:1-Finalsieg über Wissingen die Revanche.
„Das letzte Jahr hat sehr wehgetan und wir wollten unbedingt die Revanche schaffen“, schilderte ein freudestrahlender “Tini“ Phong nach dem gewonnen Finale. „Wir waren gut vorbereitet und haben alle eine super Leistung abrufen können.“
Feierliches Eröffnungsprogramm
Am Samstag war die nationale Meisterschaft in der Viadukthalle mit einem an Olympia erinnernden Einlauf aller Mannschaften feierlich eröffnet worden. Ein Bläserquartett der Musikschule im Schloss hatte die Nationalhymne gespielt und alle Teilnehmenden erhielten ein T-Shirt als Gastgeschenk. „Für viele Kinder ist es ein einmaliges Erlebnis bei einer Deutschen Meisterschaft dabeizusein“, betont Matthias Grünenwald, 1. Vorsitzender des TTC. „Es war uns als Ausrichter wichtig, alles in einem feierlichen Rahmen stattfinden zu lassen.“
Die extreme Hitze machte sich auch in der Viadukthalle bemerkbar und trieb nicht nur den Sportlern, sondern auch den Zuschauern auf der Tribüne den Schweiß auf die Stirn. Für Besucher wurden kostenlose Wasserflaschen bereitgestellt. Für die Sportler wurde die Halle zum Hitzekessel.
Leicht war der Weg zum Titel für den TTC nicht. Zwar gewannen die Bietigheimer ihre Gruppenspiele gegen den TTC Holzhausen (6:1), Eberswalde (6:0) und Effeltrich (6:4) souverän und zogen als Erster ins Halbfinale ein. Doch in der Gruppe A hatte der SV 28 Wissingen mit drei 6:0-Siegen ein Ausrufezeichen gesetzt. Nur acht Sätze hatten die Niedersachsen überhaupt am ersten Turniertag abgegeben und damit ihre klare Favoritenstellung zementiert. Vissingen gewann das Halbfinale mit 6:2 gegen Effeltrich (Bayern) und der TTC setzte sich gegen SV Union Velbert mit 6:1 durch. Im Finale kam es folglich zur Neuauflage des letztjährigen Endspiels, das Wissingen damals nur dank des besseren Satzverhältnisses für sich entscheiden hatte können.
Zum Endspielauftakt handelten sich Serhii Yatsenko und Tien Nghia Phong in ihrem Doppel gegen Wissingens Kirill Manalaki und Terry Choi schnell einen 0:2-Satzrückstand ein. Doch die Bietigheimer drehten die Partie noch und gewannen ein spannendes, über fünf Sätze gehendes Spiel.
Alles musste passen – alles passt
Fynn Nickel war die ganze Woche krank im Bett gelegen und am Samstag nicht spielen können. Im Finale aber unbedingt wieder mitmischen. Gemeinsam mit Areg Gaboyan gelang ihm der Sieg im zweiten Doppel. Serhii Yatsenko gewann anschließend sein Einzel gegen Maximilian Stüer. Und „Tini“ Phong brachte mit seinem Vier-Satz-Sieg gegen Terry Choi den TTC mit 4:0 in Führung.
Areg Gaboyan unterlag gegen Wissingens Kirill Manalaki anschließend glatt in drei Sätzen. Im folgenden Einzel mobilisierte Fynn Nickel nochmal alle Kräfte. Nach zwei klar verlorenen Sätzen kämpfte er sich in sein Match gegen Jonas Unland zurück und bescherte den Bietigheimern durch seinen Fünf-Satz-Erfolg eine 5:1-Führung. „Tini“ Phong sorgte mit seinem Drei-Satz-Sieg gegen Maximilian Stüer abschließend dafür, dass der TTC triumphierte. „Damit wir gewinnen können, musste wirklich alles passen – und es hat alles gepasst. Ein Riesenlob an die Jungs, die alle großartig gespielt haben“, lobte Matthias Grünenwald das Team.
