Tischtennis Junges Team aus Bietigheim in der 3. Liga

Von Daniel Haug
So geht der TTC Bietigheim-Bissingen in die Drittliga-Saison 2022/23, von links: Matej Haspel, Trainer Andreas Kienle, Mike Hollo, Jeromy Löffler, Michael Engelhardt und Pekka Pelz. Foto: /Oliver Bürkle

Gleich im Mittelfeld will Aufsteiger TTC Bietigheim-Bissingen in dieser Saison in der 3. Bundesliga landen. Mit einem Team mit Durchschnittsalter 19 möchten sie bei den Heimspielen in Untermberg überzeugen.

Der TTC Bietigheim-Bissingen ist nach sieben Jahren zurück in der Dritten Bundesliga. Nach Platz fünf in der Saison 2014/15 hatte der Verein freiwillig zurückgezogen. „Wir haben damals mit vier auswärtigen Jungs gespielt, da wurde der Aufwand zu groß“, erinnert sich der Erste Vorsitzende Matthias Grünenwald.

Umso erfreulicher für den TTC, dass man jetzt ausschließlich mit jungen deutschen Spielern an den Start geht. Obwohl drei Neuzugänge zum Team stoßen, kennen sich alle von gemeinsamen Stationen oder Lehrgängen. Jeromy Löffler ist der einzig verbliebene Akteur der Meistermannschaft. Mit Alexander Valuch (TTC Ostrava) und Tal Israeli (DJK Sportbund Stuttgart) hat das vordere Paarkreuz den Verein verlassen.

Löffler bleibt auf Position drei, nachdem er vergangene Saison bei 30 seiner 32 Einzel als Sieger vom Tisch ging und nebenher auch sein Abitur gebaut hat. Umso mehr freut sich der 18-Jährige, den Fokus jetzt auf den Sport legen zu können. „Mein Tag besteht momentan aus Training, Essen und Regeneration“, berichtet Löffler. Vier bis fünf Stunden täglich wird trainiert. Seit 2019 arbeitet Trainer Andreas Kienle mit Löffler in Untermberg. „Jeromy hat das überragend gemacht und einen großen Teil zum Aufstieg beigetragen“, freut sich der Coach.

Rückkehr nach Untermberg

Neuer Spitzenspieler ist Pekka Pelz. Nach zwei Spielzeiten in den Niederlanden und der Schweiz sowie einer Zweitliga-Saison in Hamm kehrt der 21-Jährige nach Untermberg zurück. „Menschlich gab es nie einen Grund, hier wegzugehen. Nachdem absehbar war, dass es mit dem Aufstieg klappt, hat nichts mehr dagegengesprochen, zurückzukommen“, sagt Pelz, der in Saarbrücken lebt und Sportwissenschaften studiert. Deshalb wird der Sohn vom früheren TTC- und heutigen Schweizer Nachwuchstrainer Pedro Pelz größtenteils in der saarländischen Landeshauptstadt trainieren.

Zusammen mit dem zweiten Neuzugang Mike Hollo. Der 18-Jährige hat knapp zehn Zweitliga-Einsätze für den 1. FC Saarbrücken II bestritten, ehe ihn eine Hüft-OP ein Jahr außer Gefecht setzte. Seit fünf Monaten steht der gebürtige Rosenheimer wieder an der Platte. „Er braucht noch etwas Zeit, um sein Topniveau zu erreichen. Aber auch so ist er eine Riesenverstärkung für uns“, sagt Kienle über den deutschen U19-Nationalspieler. „Ich sehe mich als kämpferischen Offensivspieler mit einer starken Rückhand“, beschreibt sich die neue Nummer zwei.

Auf Position vier musste der TTC umplanen. Hier war der Russe Iliya Isakov vorgesehen. „Wir waren uns im Januar einig, aber die anschließenden Entwicklungen im Ukraine-Krieg haben ein Visum unmöglich gemacht“, erklärt Grünenwald. Zur Rückrunde wird der Inder Aadarsh Om Chhetri zum Team stoßen. Bis dahin bekommt Michael Engelhardt seine Chance in der ersten Mannschaft. Er wechselt nach drei Jahren zurück an die Enz.

In der vergangenen Saison spielte der ehemalige TTC-Jugendspieler mit ausgeglichener Bilanz beim Bietigheimer Aufstiegskonkurrenten TSV Kuppingen. „Die menschliche Komponente war der Hauptgrund für meine Rückkehr. Dass ich jetzt auch die Möglichkeit habe, mich in der Dritten Liga zu zeigen, ist großartig“, freut sich der 19-Jährige.

19 Jahre Durchschnittsalter

So geht der Aufsteiger mit einem Altersdurchschnitt von 19 Jahren in der neuen Liga an den Start. Der 14-jährige Matej Haspel zieht den noch weiter nach unten. Der deutsche U15-Nationalspieler steht als erster Ersatzmann bereit. Mit dem Klassenerhalt soll es trotzdem klappen. „Ein Mittelfeldplatz ist definitiv drin. Wir haben eine junge und heiße Truppe. Letzte Saison hatten wir richtig Druck, aber dieses Mal haben wir nichts zu verlieren. Das ist ein super Jahr, um sich weiterzuentwickeln. Wir kennen uns alle und trainieren auch zusammen“, sagt Kienle mit Blick auf die Konkurrenz, bei der teilweise die Akteure nur zu den Spielen anreisen. Zum Auftakt steht für das junge TTC-Team keine Reise an. Am Sonntag (16 Uhr) ist der TTC Wöschbach in der Sporthalle Untermberg zu Gast.

 
 
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