Tischtennis Pokal Achtelfinale Das Pokalachtelfinale hat „Lust auf mehr gemacht“

Von Simon David
Gemeinsames Foto des TTC Bietigheim-Bissingen mit Achtelfinalgegner 1. FC Saarbrücken, der sich klar mit 3:0 gegen den Drittligisten durchsetzte. Foto: /TTC Bietigheim-Bissingen

Trotz der 0:3-Niederlage im Pokal gegen den 1. FC Saarbrücken gibt es Drittligist TTC Bietigheim-Bissingen keinen Grund zur Enttäuschung.

Mit der erwartbaren 0:3-Niederlage gegen Triple-Sieger 1. FC Saarbrücken endete die Reise des TTC Bietigheim-Bissingen im Deutschen Tischtennis-Pokal bereits im Achtelfinale. Für die TTC-Akteure war es jedoch ein ganz besonderes Ereignis, überhaupt an der Veranstaltung in Nürnberg teilzunehmen. „Uns ist bewusst, warum wir es dorthin geschafft haben. Das lag an dem Boykott vieler Zweitligisten, die mit dem Modus nicht einverstanden waren“, so TTC-Vorstand Matthias Grünenwald. In den vergangenen Jahren gab es im Pokal immer zunächst eine Runde, an der die Zweit- und einige Drittligisten gegeneinander antraten. Die Sieger, meist Zweitligisten, hatten dann ein Heimspiel gegen einen Bundesligisten, was immer ein besonderes sportliches Event für den jeweiligen unterklassigen Verein bedeutete.

Nun wurden im Rahmen des neu eingeführten Formats „Pokal Grand Opening“ Achtel- und Viertelfinale an einem Wochenende ausgetragen, was vor allem den Bundesligisten entgegenkam, die ihre Top-Spieler so nur an einem Termin zum Mannschafts-Turnier zusammenkommen lassen mussten.

Neuer Modus: Zweitligisten boykottieren den Pokal

Dies hatte jedoch den Protest der Zweitligisten zur Folge, die mit einer Ausnahme nicht am Wettbewerb teilnahmen. Für die kommende Saison, so Grünenwald, werde aber eine Lösung gesucht, die allen Beteiligten, also auch den Zweitligisten, entgegenkäme. Durch den Verzicht vieler Teams waren die Bietigheim-Bissinger, die in der vergangenen Saison Platz zwei der Dritten Bundesliga Süd belegt hatten, für das Achtelfinale qualifiziert. Und dort wartete niemand anderer als der große Favorit aus Saarbrücken. Die Saarländer hatten in der vergangenen Spielzeit nicht nur die Deutsche Meisterschaft und den Pokal gewonnen, sondern auch die Champions-League. An ein Weiterkommen glaubten nicht einmal die kühnsten Optimisten des TTC. Mit der eigenen Leistung waren sie trotz der klaren Niederlage zufrieden. „Wir hatten einen schönen Tag mit vielen schönen Erfahrungen“, berichtet Grünenwald. Am Samstagmorgen um acht hatten sich Mannschaft und Betreuer auf den Weg gemacht. Um zehn Uhr trafen sie in der Halle in Nürnberg ein, fünf Stunden vor ihrem Spiel gegen Saarbrücken. So gab es die Gelegenheit, Spiele aus der ersten Session anzuschauen, die bereits um 11 Uhr begann. Die Überraschung des Achtelfinals stellte das Ausscheiden von Bundesligist Borussia Düsseldorf gegen Drittligist TTF Ochsenhausen. Rechtzeitig vor Beginn des eigenen Achtelfinalspiels zogen sich die TTC-Akteure in die Trainingshalle zurück.

Im ersten Spiel verlor Matej Haspel mit 0:3 (5:11,4:11,7:11) gegen Alsvaro Robles, der Platz 65 der aktuellen Weltrangliste belegt. Noch deutlich besser rangiert, nämlich auf Platz acht, Hugo Calderano, Gegner von Jonathan Gaiser im zweiten Einzel. Hier setzte sich die Saarbrücker Nummer eins ebenfalls mit 3:0 (11:6,11:3,11:5) durch.

Satzgewinn für Michael Engelhardt

Im dritten Match ging es etwas knapper zu. Der erste Satz ging mit 11:9 an die Nummer 53 der Weltrangliste, Eduard Ionescu. Im zweiten Satz hatte Michael Engelhardt immerhin einen Satzball, unterlag letztlich aber mit 10:12. Den dritten Satz gewann der Bietigheimer dann mit 11:7. Das 5:11 im vierten Satz bedeutete schließlich nicht nur den 3:1-Sieg Ionescus, sondern auch den 3:0-Gesamtsieg des 1. FC Saarbrücken. „Das war ein super Erlebnis für uns, den Erstligisten auf einer Ebene begegnen zu können. Unsere klare Niederlage ist keineswegs einer schlechten Leistung geschuldet. Auch die Saarbrücker sind uns sehr freundschaftlich begegnet. Es gab gute Unterhaltungen am Rande der Veranstaltung und es ist auch ein gemeinsames Foto entstanden. Das hat Lust auf mehr gemacht“, betont Grünenwald, der auch vom großen Publikumsinteresse gleichermaßen begeistert und beeindruckt war.

2500 Zuschauer verfolgten die Spiele in der Nürnberger Arena. Für den TTC Bietigheim-Bissingen war der Pokal-Wettbewerb mit dem 0:3 bereits im Achtelfinale zu Ende. Die Saarbrücker setzten sich am Sonntag im Viertelfinale mit 3:1 gegen den Post SV Mühlhausen durch und haben sich damit für das Final Four Turnier qualifiziert.

Beim TTC geht der Blick nun auf die anstehende Saison in der Dritten Bundesliga Süd. Nach Platz zwei in der Vorsaison will man auch diesmal oben mitspielen. Ziel ist es, vor allem auch die jungen Spieler zu fördern, damit diese sich weiterentwickeln. Gerne würden die Bietigheim-Bissinger Zweite Bundesliga spielen, doch betont Matthias Grünenwald: „Über’s Knie brechen werden wir es aber nicht.“

Liga-Start Mitte September mit einem Auswärtsspiel

Beim TTC sei man bereits sehr heiß auf die neue Saison. Die Liga sei sehr stark besetzt, so der Erste Vorsitzende des Vereins. Ändern wird sich in der im September beginnenden Saison der Austragungsort der Heimspiele. Statt wie bisher in Untermberg finden die Spiele nun in der Bruchwaldhalle in Bissingen statt. Dort benötigt der TTC, anders als in Untermberg, keine Ausnahmegenehmigung, um Drittligaspiele bestreiten zu dürfen.

Das erste Punktspiel ist für den 12. September beim SV DJK Eggolsheim terminiert. Danach sind ab dem 20. September der Post SV Zeulenroda, die TTF Illtal, den TTC SR Hohenstein-Ernstthal II und den TV 06 Limbach in der Bruchwaldhalle I in Bissingen zu Gast.

 
 
- Anzeige -