Trainingsgruppe der SG BBM Bietigheim vergrößert sich WM-Spielerinnen kehren zurück

Von Sebastian Klaus
Kaum ein Durchkommen gab es für Bietigheims Antje Lauenroth beim bitteren Aus im WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien.⇥ Foto: Jozo Cabraja / kolektiff via www.imago-images.de

Von den zehn Nationalspielerinnen der SG BBM Bietigheim bei der Weltmeisterschaft in Spanien ist lediglich noch Trine Østergaard mit Dänemark im Rennen.

Die Antwort auf die Frage, was gewesen wäre, wenn Bondscoach Monique Tijsterman ihre Rückraum-Shooterin Inger Smits nur ein wenig eher gebracht hätte, erübrigt sich. Denn Tijsterman und Smits, ergo die niederländische Nationalmannschaft sind bereits in der Gruppenphase der Handball-Weltmeisterschaft in Spanien ausgeschieden. Und das als Titelverteidiger. Eine 34:37-Niederlage im Spitzenspiel gegen Norwegen hatte das Aus am Montag besiegelt.

Smits-Gala kommt zu spät

Erst in der Schlussphase der Partie war die Rückraumlinke der SG BBM Bietigheim eingewechselt worden. Mit tollen Anspielen auf ihre SG BBM-Mitspielerin Danick Snelder an den Kreis und fünf eigenen Toren hätte Smits die Partie fast noch im Alleingang gedreht. Wenn nichts mehr ging im Angriffsspiel der Niederländerinnen, übernahm Smits die Verantwortung und traf aus allen Lagen. 40 Sekunden vor dem Ende hatte die Bietigheimerin sogar noch einmal die dicke Gelegenheit zum Anschluss, doch nach einem herrlichen Steal in der Abwehr scheiterte die Ex-Dortmunderin am Pfosten. 

Nachdem am Montag bereits Linksaußen Veronika Malá (Tschechien) und Torhüterin Melinda Szikora (Ungarn) die verfrühte Heimreise aus Spanien nach Bietigheim-Bissingen hatten antreten müssen, folgten mit Smits, Snelder und der ebenfalls überzeugenden Kelly Dulfer also nur wenig später die nächsten Leistungsträgerinnen aus dem Team von Trainer Markus Gaugisch. Nach dem bitteren Viertelfinal-Aus der deutschen Auswahl, die sich nach gutem Start und sechs Toren von Julia Maidhof am Dienstagabend doch noch dem WM-Gastgeber geschlagen geben mussten, flogen mit Maidhof, Antje Lauenroth, Xenia Smits und Luisa Schulze am Mittwochmorgen die nächsten Kandidatinnen aus Barcelona in die Heimat zurück. Lediglich Rechtsaußen Trine Østergaard hält mit Dänemark weiterhin die Bietigheimer Fahne im Turnier hoch.

Und obwohl er seinen Spielerinnen vor dem Bildschirm die Daumen gedrückt hat, dürfte Markus Gaugisch die Rückkehr seines Teams sicherlich freuen. Schließlich hatte der SG-Coach wochenlang mit einem Rumpfteam arbeiten müssen. „Es macht wenig Spaß gerade, wenn man nicht Sechs-gegen-Sechs spielen kann“, blickt Gaugisch den Zeiten, wo er wieder personell aus dem Vollen schöpfen kann, entgegen.

Aus Mangel an Personal hatte Gaugisch am Montag ein gemeinsames Training mit dem Bundesliga-Konkurrenten Sport-Union Neckarsulm organisiert. Eine Kreisläuferin hatte sich die SG BBM dabei für ein Trainingsspielchen sogar vom Gegner ausleihen müssen, der lediglich drei Spielerinnen für die WM abstellen musste. Zuvor hatten die Bietigheimerinnen bereits mit der TuS Metzingen gemeinsam auf der Platte gestanden. Mit dabei war auch Markus Gaugischs Tochter Ida, die bei den TusSies in der A-Jugend spielt. „Das war schon ein komisches Gefühl“, sagt Gaugisch Senior über das Familientreffen auf ungewohnten Terrain.

Geburtstagskind muss passen

In Neckarsulm waren auch die Junioren-Nationalspielerinnen der SG BBM, Gianina Bianco und Magdalena Probst, dabei. Verzichten musste Gaugisch allerdings auf die Dritte im Bunde, Matilda Ehlert, die am Sonntag im Spiel der Bietigheimer Drittliga-Mannschaft Mitte der ersten Hälfte einen Kopftreffer hatte einstecken müssen. Zwar war die Rückraumspielerin noch einmal zurück aufs Feld gekommen und hatte in der Schlussphase auch wichtige Tore zum 33:30-Heimsieg über die HSG Marpingen-Alsweiler beigesteuert, doch hatte das große Talent, dass heute seinen 17. Geburtstag feiert, im Anschluss über Kopfschmerzen geklagt. „Da wollten wir einfach kein Risiko eingehen“, begründete Gaugisch den Verzicht auf Ehlert.

 
 
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