Gelaufen ist Baris Schuster schon immer gerne. Doch hätte dem früheren Fußballspieler des FV Löchgau noch vor ein paar Monaten jemand erzählt, dass er beim prestigeträchtigen Triathlon Challenge Roth teilnehmen und in einer für seine Altersklasse guten Zeit das Ziel erreichen würde, hätte er darüber wohl nur geschmunzelt. Doch ohne bisherige Wettkampferfahrung hat der 43-Jährige tatsächlich Anfang Juli beim größten und legendärsten Langdistanz-Triathlon der Welt im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern teilgenommen und ist in einer Zeit von elf Stunden, 24 Minuten und 52 Sekunden über die Ziellinie eingelaufen.
Triathlon Beim Triathlon-Debüt direkt von null auf hundert
Der Löchgauer Baris Schuster hat bei der prestigeträchtigen Challenge Roth an seinem ersten Triathlon teilgenommen und konnte beim Debüt direkt das Ziel erreichen.
An einem Triathlon nimmt man nicht einfach aus einer Laune heraus teil. Der Wettbewerb bei der alljährlichen Challenge Roth besteht aus 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und einem abschließenden Marathonlauf, bei dem 42,2 Kilometer zurückgelegt werden müssen. Ohne Training sind solche Distanzen für den Gelegenheits-Sportler nicht zu bewältigen.
Sechsmal die Woche Training
Auch Baris Schuster hat sich über lange Wochen hinweg mit viel Disziplin auf den Triathlon vorbereitet. „Ich hatte während der intensiven Trainingsphase eigentlich nur freitags frei“, erzählt der Löchgauer. „Zweimal die Woche habe ich im Besigheimer Schwimmbad meine Bahnen gezogen. Zweimal wöchentlich stand Radfahren auf dem Programm und an zwei weiteren Tagen bin ich regelmäßig gelaufen.“ Für die 60- bis 90-minütigen Trainingseinheiten unter der Woche und die langen Einheiten von sechs bis zehn Stunden an den Wochenenden hatte Schuster Unterstützung von seiner Trainerin Grit Werner, die ihn ideal auf den Wettkampf vorbereitete.
„Ohne die Unterstützung meiner Frau Stefanie wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, betont der zweifache Familienvater. „Unsere Söhne sind fast zwei und sechs Jahre alt. Meine Frau hat mir den Rücken freigehalten.“
Auch Sponsoren wie die Firma Staiger in Erligheim, SER Kunstverarbeitungs GmbH, Blickwert Immobilien und DVAG Björn Kirsten und Team haben Schuster dabei geholfen, seinen großen Traum in Erfüllung gehen zu lassen. Was ihn bei der Challenge Roth erwarten würde, wusste der frühere Fußballspieler aus direkter Erfahrung. Denn schon im Jahr 2013 war er das erste Mal vor Ort, um einen Freund zu unterstützen, der sich der Herausforderung gestellt hatte. „Die unglaubliche Atmosphäre mit den vielen Leuten am Straßenrand hat mich damals schon völlig begeistert. Aber nie hätte ich es für möglich gehalten, selbst mal am Wettbewerb teilzunehmen“, sagt Schuster.
Am 5. Juli war es dann endlich soweit: Er ging in Mittelfranken mit der Nummer 2832 an den Start des Wettbewerbs, der Jahr für Jahr rund 300.000 Zuschauer und Tausende Athleten anzieht. Zuerst stand bei Sonnenaufgang im Main-Donau-Kanal das Schwimmen auf dem Programm. Und der Start hätte für Baris Schuster kaum schlechter laufen können: „Ich habe im Wasser irgendeine falsche Bewegung gemacht und direkt gemerkt, dass es am Oberschenkel zwickt.“ Dennoch setzte der 43-Jährige den Wettbewerb fort und stieg nach einer Zeit von einer Stunde und 15 Minuten aus dem Wasser.
Gänsehaut-Atmosphäre
Die 180 Kilometer auf dem Fahrrad meisterte Schuster anschließend nach einer Gesamtzeit von siebeneinhalb Stunden. In der Wechselzone begegnete er einer Freundin, die als ehrenamtliche Helferin am Start war und begab sich völlig beflügelt und mit Gänsehaut auf die Laufstrecke.
„Beim Laufen haben sich die Probleme am Oberschenkel wieder bemerkbar gemacht und ich konnte nicht mehr wirklich pushen“, schildert der Triathlet. „Aber ich habe es dann von der ersten bis zur letzten Minute genießen können. Die Atmosphäre war einmalig und die Euphorie trägt einen.“ Unter dem Jubel von Freunden und Familie überquerte Schuster nach über elf Stunden auf Platz 261 in seiner Altersklasse das Ziel. „Hätte mir das jemand vorher gesagt, ich hätte es unterschrieben“, sagt der zufriedene Finisher. Weitere Triathlons stehen erst mal nicht auf dem Programm des Familienvaters. Doch die Challenge Roth wird immer ein unvergessliches Abenteuer für den Löchgauer bleiben.
