Tripsdrill: Vorwürfe wegen Greifvögel Peta verklagt Tierpark

Von Mathias Schmid
Das Peta-Video zeigt auch eine Szene aus dem Wildparadies in Tripsdrill. Foto: Screenshot

Wegen der Haltung der Greifvögel im Vergnügungspark haben die Tierschützer Strafanzeige erstattet.

Um gegen das Anketten von Greifvögeln vorzugehen, hat Peta Anfang November bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn Strafanzeige gegen das Wildparadies Tripsdrill und sieben weitere Parks in Deutschland erstattet. Der Vorwurf: Das Anketten sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Tierrechtler fordern „das Ende der ‚Anbindehaltung’ von Greifvögeln und Eulen“ und spricht sich grundsätzlich gegen die Haltung von Vögeln in Gefangenschaft aus.

Die Klage wird untermauert durch ein Video, das Peta auf die Video-Plattform Vimeo hochgeladen hat. Die Aufnahmen sind laut Organisation zwischen Juni und Oktober dieses Jahres entstanden. Zu sehen  sind darauf angekettete Greifvögel und Eulen, die dadurch teilweise am Fliegen gehindert werden. Dr. Yvonne Würz, Petas Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche und Biologin, meint: „Für die Greifvögel und Eulen bedeutet das ein Leben voller Entbehrung und Leid. Nach unserem Ermessen ist dies nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar.“

Bezug aufs selbe Gutachten

Die Peta bezieht sich auf das Sachverständigen-Gutachten „Mindestanforderungen an die Haltung von Greifvögeln und Eulen“ von 1995. Mit selbigem verteidigt Birger Meierjohann, Sprecher von Tripsdrill die Haltung. Darin steht unter anderem, dass den Tieren „ausreichende Bewegungsmöglichkeit durch Freiflug, mindestens jeden zweiten Tag, sichergestellt sein“ muss. Das ist bei uns, wie auch in anderen Wildparks der Fall“, ist Meierjohann überzeugt. Zudem würde das Veterinärsamt des Landratsamts Heilbronn regelmäßige Kontrollen durchführen. „Wir sehen der Sache eher gelassen entgegen“, sagt der Sprecher. „Man muss bedenken, dass Peta jeglicher Form von Zoo-Tierhaltung sehr kritisch gegenübersteht. Die Kritik ist daher sehr ideologisch geprägt.“

Darüber hinaus betont er mit Blick auf die Pfleger in Tripsdrill seien: „Sie sind mit Herzblut dabei, kümmern sich vorbildlich um die Tiere.“ Er gibt aber zu: Die angeleinte Haltungsform könne für Laien missverständlich wirken. „Für Greifvögel ist es ein erheblicher Kraftaufwand, zu fliegen. Daher wird nur geflogen, wenn es notwendig ist: zur Balz, zur Jagd und zur Flucht.“

Info Neben Tripsdrill hat Peta Parks in Sababurg, Willingen, Edersee, Wachenheim, Tambach, Springe und Gangelt verklagt.

 
 
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