Triumph beim Top-Ten-Turnier Annett Kaufmann eilt in Berlin von Sieg zu Sieg

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Das Bietigheimer Tischtennis-Talent Annett Kaufmann zeigte beim Top-Ten-Turnier in Berlin ihre Extraklasse. ⇥ Foto: Marco Steinbrenner

Die 14-jährige Bietigheimerin triumphiert beim wichtigsten kontinentalen Turnier in dieser Saison.

Als beim Europe Youth Top-Ten-Turnier in Berlin die Siegerehrung bei den Schülerinnen durchgeführt wurde, stand ein Tischtennis-Eigengewächs des TTC Bietigheim-Bissingen ganz oben auf dem Podium: Annett Kaufmann gewann mit acht Siegen und nur einer Niederlage das in diesem Jahr wichtigste kontinentale Turnier, da die Jugend-Europameisterschaften aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten.

„Ich bin sehr froh, dass ich den Druck gemeistert habe“, strahlte die 14-jährige Bietigheimerin nach der Medaillenvergabe. „Obwohl ich an den drei Tagen nicht mein bestes Tischtennis gespielt habe, bin ich trotzdem stolz, nach meinem zweiten Platz im vergangenen Jahr diesmal triumphiert zu haben.“ Den Ausschlag für den Turniersieg hätten „Erfahrung, Taktik und viele kleine Dinge“ gegeben. Bundestrainerin Lara Broich verriet, „dass sich Annett bei ihrem ersten internationalen Wettkampf nach knapp sieben Monaten sehr viel Druck machte.“ Für die weitere Entwicklung der Linkshänderin sei es wichtig gewesen, „dass sie sich dem Druck stellte und ihm standhielt“.

Auch Broich beobachtete, dass sich ihr Schützling nicht in Bestform befand. „Sie musste durch viele emotionale Wellentäler, die ein solches Ranglistenturnier mit sich bringt.“ In den entscheidenden Situationen habe es Kaufmann aber geschafft, „die Qualitäten abzurufen, die ausreichen, um trotzdem solch einen Wettkampf zu gewinnen. Das war eine wichtige Erfahrung für sie.“

Das Teilnehmerfeld musste kurzfristig geändert werden. Die an Position eins gesetzte Polin Anna Brzyska hatte sich in ihrer Heimat mit dem Corona-Virus infiziert und durfte ebenso wenig starten wie Anastasiia Beresneva und Anastasiia Ivanova (beide Russland). Beim russischen Jungen-Nationalcoach wurde ebenfalls Covid 19 nachgewiesen und das Duo als Kontaktpersonen ausgemacht. Mit Jele Stortz (DJK Offenburg) und Mia Griesel (MTV Tostedt) rutschten zwei deutsche Nachwuchshoffnungen in das Teilnehmerfeld. Außerdem durfte noch Bianca Mei Rosu (Rumänien) mitwirken.

Der Start für Annett Kaufmann verlief holprig. Nach einem 3:0-Sieg gegen Stortz kassierte die Linkshänderin ihre einzige Niederlage in der Bundeshauptstadt in fünf Durchgängen gegen Griesel. „Mia war in diesem Spiel giftiger“, beobachtete die Bundestrainerin. Auch bei den nachfolgenden 3:2-Erfolgen gegen Helena Sommerova (Tschechien) und Mei Rosu musste sich die Erstligaspielerin der SV Böblingen mächtig strecken. Danach steigerte sich Kaufmann aber von Partie zu Partie. Julie van Hauwaert (Belgien/3:0) und Dominika Wiltschkova (Slowakei/3:1) waren chancenlos.

In den entscheidenden Partien um eine Medaille und den Turniersieg stellte Annett Kaufmann dann aber ihre Extraklasse unter Beweis. Die Drittplatzierte Anna Hursey (Wales) wurde mit 3:1 besiegt und die spätere Silbermedaillengewinnerin Charlotte Lutz (Frankreich) war bei der 3:11, 8:11 sowie 8:11-Niederlage ohne Möglichkeiten. Mit dem Lutz-Erfolg war der Turniersieg bereits eingetütet. Die letzte Partie gegen Sophie Earley aus Irland, die Kaufmann mit 3:1 gewann, hatte nur noch statistische Bedeutung.

 
 
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