Überfall auf SB-Bankfilie Tödliche Schüsse in der Nacht

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Kurz vor 2 Uhr am Donnerstagmorgen wurden die Anwohner der SB-Zweigstelle der Kreissparkasse in Erligheim von Schüssen aufgeschreckt. Am Donnerstagvormittag untersuchten Spezialisten der Kriminalpolizei den Tatort, wo gegen 1.55 Uhr ein unbekannter Räuber erschossen wurde.⇥ Foto: Jürgen Kunz

Während einer zweitägigen Observation des MEK an der SB-Bankfiliale wird ein Unbekannter erschossen, als er mit einem Komplizen den Geldautomaten knacken wollte.

Mein Mann hat einen Knall gehört und ich drei oder vier Schüsse und laute Rufe ,Polizei, Polizei’“, sagt eine Anwohnerin, die am frühen Donnerstagmorgen kurz vor zwei Uhr aus dem Schlaf gerissen wurde, gegenüber der BZ. Bei einem Ermittlungsverfahren der Kriminalpolizei Ludwigsburg wurde zu diesem Zeitpunkt einer von zwei Tatverdächtigen in der SB-Bankfiliale der Kreissparkasse in  Erligheim durch einen Schuss getroffen, wie es in einer Polizeimitteilung heißt. Der Mann starb noch vor Ort.

Videos führen auf die Spur

Nach Recherchen der BZ observierten Kräfte eines Mobilen Einsatzkommandos aus unmittelbarer Nähe die SB-Filiale in der Bönnigheimer Straße bereits von Dienstag auf Mittwoch und auch von Mittwoch auf Donnerstag. Nach Informationen der BZ hatte eine sensibilisierte Bankmitarbeiterin beim Überprüfen von Überwachungsvideos aus der SB-Bankfiliale – auch nach der Automatensprengung in der KSK-Filiale in Ottmarsheim am 20. Oktober – Anzeichen eines möglicherweise geplanten Überfalls entdeckt.

Nach bisherigen Erkenntnissen, die die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium bekannt gaben, setzten die beiden Tatverdächtigen am Donnerstag  um 1.55 Uhr zur Sprengung des Geldautomaten an. Bei dem daraufhin erfolgten Zugriff durch das Mobile Einsatzkommando ging der Verdächtige, der sich im Bankvorraum aufhielt, mit einem langen Schraubendreher auf die Beamten los, woraufhin die Beamten schossen und den Mann trafen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen starb der Angreifer noch vor Ort.

Dritter Tatverdächtiger

Der zweite Tatverdächtige versuchte zunächst zu flüchten, wurde aber durch die Beamten in unmittelbarer Tatortnähe vorläufig festgenommen, so die Polizei weiter. Recherchen der BZ am Donnerstag ergaben, dass die Täter in der Nacht einen VW-Bus als Fluchtfahrzeug gestohlen hatten, der auf dem Firmengelände einer Kfz-Werkstatt im Erligheimer Gewerbegebiet abgestellt gewesen war. Nach  BZ-Informationen war bei der Geldautomatensprengung noch ein dritter Täter dabei. Dieser hat vermutlich an der Erligheimer Schuppenanlage im Gewerbegebiet mit einem weiteren Fluchtfahrzeug auf seine Komplizen gewartet, und ist noch flüchtig. Die Suche nach Hinweisen an der Schuppenanlage durch die Spezialisten der Spurensicherung der Kriminalpolizei am Donnerstag bekräftigen die Erkenntnisse. Am Nachmittag kreiste ein Polizeihubschrauber knapp eine Stunde lang über Erligheim, auch Suchhunde waren unterwegs.

Dank an Polizisten

Zu den Informationen der BZ wollten das Polizeipräsidium Ludwigsburg, die Heilbronner Staatsanwaltschaft und die Kreissparkasse mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen keine Aussagen treffen. Isabel Kurz, Sprecherin der Kreissparkasse, erklärte nur, dass man an jedem Standort Objektschutz und Kameras im Einsatz habe. Diese Vorkehrungen habe man nach der Tat in Ottmarsheim überprüft. „Wir sind der Polizei für ihren Einsatz dankbar“, sagte Kurz der BZ. „Ab diesem Freitag können die Kunden den Automaten in Erligheim wieder nutzen“, sagt die Sprecherin.

Von der Polizei war zu erfahren, dass die Kollegen, die schießen mussten, wie das grundsätzlich der Fall sei, natürlich betreut werden. Die Ermittlungen zu dem Vorfall übernimmt ein anderes Polizeipräsidium als das der Beamten, um einen neutralen Blick auf das Geschehen zu garantieren, heißt es von der Polizei.

 
 
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