Unterricht in Asperg Sommerschule künftig jedes Jahr?

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Auch Sport gehört zur Sommerschule, unterstützt vom TSV Asperg. Foto: Simon Granville

In Asperg (Kreis Ludwigsburg) geht in diesen Tagen der Unterricht in den Ferien zu Ende. Damit sollten Lerndefizite wegen der Coronapandemie ausgeglichen werden.

Asperg -

Der September ist ein paar Tage alt. Noch sind Sommerferien. Trotzdem lernen zwölf Schüler von zehn bis dreizehn Jahren konzentriert das Simple Past. Das ist eine Zeitform im Englischen, die für deutsche Ohren ungewöhnlich ist. „Yesterday I cleaned my room. Gestern räumte ich mein Zimmer auf.“ Klingt gestelzt. Aber was gelernt werden muss... Die vom Kultusministerium unterstützte Sommerschule ist kein Freizeitvergnügen und von ihrem Anspruch nicht ohne, obwohl sie neben Lernfortschritten auch Unterhaltung verspricht.

Doch Spaß mit viel Sport ist den Nachmittagen vorbehalten, die unter dem Motto „Unsere olympischen Spiele“ stehen. Das passiert mit Unterstützung des TSV Asperg. Zwei TSV-Trainer bringen Sportarten wie Kricket oder Softball aufs Schulgelände mit. Von 8.30 bis 12 Uhr wird klassisch gelernt. Der Unterricht läuft mit in einer Lerngruppe und gleich zwei Lehrkräften im Gegensatz zum normalen Schuljahr unter Idealbedingungen. Danach geht es zum Mittagessen in den Adler. Freiwilliges Lernen wird mit guter Küche belohnt.

Es gibt Sportarten wie Kricket oder Softball

Neben Englisch unterrichtet die Sommerschule Mathe und Deutsch. Es ist ein Angebot für Schüler der Unterstufen, bei denen es klemmt. Lehrerin Christina Weber-Bleyle macht normalen Unterricht. Die Fünft- und Sechstklässler kommen aus zwei Schulen: Zum einen ist das das Friedrich-List-Gymnasium Asperg, wo die Sommerschule eine Woche stattfindet. Zum andere ist es die Glemstalschule Hemmingen-Schwieberdingen, eine Gemeinschaftsschule.

Zwei Schularten mit unterschiedlichen Lernkonzepten treffen aufeinander. Lehrerin Weber-Bleyle sagt, es sei eine Herausforderung, Schüler unterschiedlicher Niveaustufen dort abzuholen, wo sie stehen. Sechs Lehrer und drei Schulsozialarbeiter aus beiden Schulen betreuen 30 Kinder/Jugendliche, die sich zur Sommerschule angemeldet haben. Manche taten dies auf sanftem Druck der Eltern, die ihm Juli zu einem Informationsabend eingeladen waren.

Unterricht in den Ferien ist freiwillig – zumeist

Manche machten den Schritt in den freiwilligen Nachhilfeunterricht aus eigenem Antrieb, versichern sie. „In Mathe und Deutsch habe ich doch Schwächen“, sagt beispielsweise der zwölfjährige Sami. Mit der Entscheidung der Eltern, ihm eine Woche Ferien vorzuenthalten, sei er einverstanden gewesen. Helene, 12 Jahre, gibt an, „wegen Corona etwas aufholen zu müssen“. Felix (12) freut sich, „wieder unter Leuten zu sein“. Auch Sofia, 13, „will nicht nur Mathe nachholen, auch neue Leute kennenlernen“.

Gedacht war die Sommerschule als Werbeaktion

Jürgen Stolle leitet das List-Gymnasium. Der Rektor ist mit der Idee einer Sommerschule auf seine Kollegin Silke Benner zugegangen. Die Rektorin der Glemstalschule war angetan. Ursprünglich sollte der gemeinsame Unterricht Werbung bei den Eltern der Gemeinschaftsschule für die gymnasiale Oberstufe sein. „Wer Abitur machen möchte, wechselt meistens in ein berufliches Gymnasium. Oder holt das Abi nach“, sagt Schulleiterin Benner. Kaum jemand gehe dazu an ein allgemein-bildendes Gymnasium. Das könne sich nun mit der Kooperation ändern. Und: Die Bilanz der beiden leitenden Pädagogen ist schon jetzt positiv. Stolle und Benner wünschen sich, dass die Sommerschule zu einer jährlichen Einrichtung wird.

 
 
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