Vaihingen Ein Krisenmanager fürs Polizeirevier

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Hans-Christian Hecker ist der neue Leiter des Polizeireviers Vaihingen. Ihn hat es zurück in den operativen Dienst gezogen. ⇥ Foto: mba

Das Polizeirevier Vaihingen, das unter anderem auch für Sachsenheim zuständig ist, hat einen neuen Leiter: Hans-Christian Hecke, bisher im Ludwigsburger Führungsstab, zieht es noch mal ins operative Geschäft.

Wenn Hans-Christian Hecker an einem verzwickten Problem zu knabbern hat, hilft es ihm, die Laufschuhe zu schnüren. Nach 15 Kilometern ergebe sich dann in aller Regel eine Lösung, sagt der passionierte Marathon-Läufer. Der 52-Jährige ist der neue Leiter des Polizeireviers Vaihingen, dem die Polizeiposten Sachsenheim, Markgröningen und Schwieberdingen unterstehen.

Seit 2011 war Hecker im Führungs- und Einsatzstab des Polizeipräsidiums beschäftigt – der „Denkfabrik“ des Präsidenten, wie er es jüngst bei der Vorstellung der Kriminalitäts- und Unfallstatistik 2019 des Vaihinger Reviers im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderates formulierte. Es war im Grunde Hans-Christian Heckers erster öffentlicher Auftritt – obwohl er bereits seit 1. März seinen Dienst in Vaihingen versieht. Der offiziellen Amtseinführung kam dann die Corona-Krise in die Quere.

Für den 52-jährigen Ersten Polizeihauptkommissar bedeutete dies, dass er sich sogleich ins operative Geschäft stürzen konnte. Die regelmäßigen Runden im Krisenstab der Stadt führten dazu, dass Hecker in kürzester Zeit engen Kontakt mit der Vaihinger Stadtverwaltung, aber auch den anderen Bürgermeistern der im Revier gelegenen Kommunen, aufbauen konnte. Für solche Krisenzeiten bringt Hecker genau das richtige Rüstzeug mit.

Seine polizeiliche Laufbahn hat er 1994 bei der Stuttgarter Polizei begonnen. Davor hatte der gebürtige Heidelberger eine Ausbildung zum Fernmeldehandwerker abgeschlossen. Von 1997 bis 1999 studierte er an der Hochschule für Polizei. Bevor er 2011 nach Ludwigsburg wechselte, war er acht Jahre lang in verschiedenen Funktionen im Einsatzstab des Stuttgarter Präsidiums eingesetzt. Im Ludwigsburger Führungsstab war er schließlich stellvertretender Stabsbereichsleiter und Einsatzreferent und hatte sich somit mit allen nur erdenklichen Einsatzszenarien auseinanderzusetzen – sowohl für planbare wie unvorhergesehene Lagen.

Staatsbesuche, WM, Pandemien

Sprich: Er entwickelte Konzepte und Regelungen, wie die polizeilichen Kräfte in lebensbedrohlichen Einsatzlagen wie Geiselnahmen oder Terrorismus oder in katastrophalen Schadenslagen am besten zur Bewältigung eingesetzt werden müssen. Darunter fiel noch in seiner Stuttgarter Zeit auch die Konzipierung von Einsätzen bei Staatsbesuchen oder während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sowie – passenderweise – im Falle von Pandemien.

Die Arbeit habe ihm Spaß gemacht, aber er habe inzwischen das Gefühl gehabt, alles erlebt zu haben, was sich in diesem Bereich erleben ließ, sagt Hecker. Da er stets die Herausforderung suche, habe er beschlossen, noch einmal in den operativen Dienst zu wechseln. Eine zweimonatige Probezeit als stellvertretender Revierleiter in Böblingen habe ihn in dem Wunsch bestärkt. Allerdings wäre der Dienstweg dorthin auf die Dauer zu weit gewesen, sagt Hecker, der nach eigenen Angaben mit seiner Familie im Umkreis von 20 Kilometern von Vaihingen entfernt lebt.

Sein neues Revier konnte der 52-Jährige in der kurzen Zeit noch gar nicht vollständig kennenlernen. Das werde noch etwas dauern. Klar sei aber, dass er vorhabe, länger zu bleiben. Diesen Wunsch habe er vor dem Wechsel gegenüber Polizeipräsident Burkhard Metzger klar zum Ausdruck gebracht. Von den neuen Kollegen sei er sehr offen empfangen worden. Als Chef von mehr als 60 Kollegen sehe er seine Rolle neben der Führung insbesondere in deren Begleitung. Bei Sorgen und Nöten sei es sein eigener Anspruch, immer ansprechbar zu sein. Der Begriff „Polizeifamilie“ sei ihm sehr wichtig, sagt Hecker. Wie auch das Auftreten dieser „Familie“ in der Öffentlichkeit: „Wir sind der Bürger in Uniform.“

Personelle „Talzone“

Personell befinde man sich in Vaihingen noch immer in der „Talzone“, so Hecker. „Wir kommen damit aus.“ Es erfordere allerdings eine gewisse Kreativität bei den Dienstplänen. Gerade in der Corona-Zeit habe man vermehrt Präsenz gezeigt, was nur durch den Verzicht auf freie Tage zu bewerkstelligen gewesen sei. Die Mindeststärke sei allerdings immer gewährleistet.

 
 
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