Petrus ist ein Vaihinger“, ist Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth überzeugt. Am Mittwoch mochte es am Himmel über der Großen Kreisstadt zwar noch oft grau und regnerisch sein, doch der Rathauschef hatte die Wettervorhersage bereits fest im Blick: Sonne satt und Temperaturen um 30 Grad Celsius winken den Vaihingern am gesamten Pfingstwochenende.
Vaihingen Maientag ohne inhaltliche Abstriche
Von Freitag bis Dienstag geht es auf den Straßen der Vaihinger Kernstadt und auf dem Festgelände rund. 50.000 Gäste werden erwartet.
Birken und Fahnen als Schmuck
Die Vorfreude sei bei vielen in der Stadt groß, sagte der OB beim Pressegespräch am Mittwoch. Noch greifbarer werde dies, sobald die am morgigen Freitag frisch geschlagenen Birken am Samstag entlang der Wegstrecke in der Innenstadt verteilt werden. Und gerne dürfe auch das Schmücken der Häuser wieder eine Renaissance erleben. Der OB will mit gutem Beispiel vorangehen und hat sich von Schneidermeisterin Elisabeth Lampl-Hegazy, die auch für den Kostümfundus des Festes verantwortlich zeichnet, Fahnen in den Stadtfarben Rot und Blau machen lassen.
Dass im Vorfeld des Maientags Spardiskussionen für Furore gesorgt hatten, will der OB nicht überbewerten. „Es wird kein sparsamer Maientag oder ein Maientag light“, betonte er. Der Spargedanke sei ebenso selbstverständlich wie nebensächlich. Gespart werden solle zuerst bei jenen, bei denen „Eloquenz und Solvenz“ dicht beieinander lägen: den Ehrengästen, für die es kein Maultaschenessen mehr gibt. Und auch die städtischen Mitarbeiter bekämen dieses Mal keine Verzehrgutscheine für den Nachmaientag. Die Botschaft laute: Die Verwaltung hält sich zurück.
Von Freitag bis Dienstag gibt es im Rahmenprogramm zahlreiche Veranstaltungen. „Programmatisch gibt es keine Abstriche“, versicherte Julia Dorda, bei der Stadt für Kultur zuständig. Unter anderem gibt es wie in jedem zweiten Jahr das Maientagstheater des Vereins Drehscheibe Jugend & Kultur. Dessen Vorsitzende Ulrike Conle legt Wert darauf, dass es ein in schwäbischer Mundart gehaltenes Stück ist, in das sie auch Vaihinger Bezüge eingearbeitet hat. Titel: „Residenz Schloss & Riegel“. In der Pause tritt ein Schloss-und-Riegel-Chor auf, der von Kirchenmusikdirektor a.D. Hansjörg Fröschle ins Leben gerufen wurde.
Höhepunkt am Pfingstmontag
Im Mittelpunkt des Maientags steht der Pfingstmontag. Ab 5 Uhr werden die Vaihinger mit der Tagwache des Musikvereins und Ständchen an verschiedenen Standorten geweckt. Die offizielle Eröffnung findet um 10 Uhr auf dem Marktplatz statt. Als Gastrednerin wird neben OB Skrzypek-Muth auch Yvonne Heß sprechen. Sie stammt aus Vaihingen und hat das Kinderbuch „Maja und der Maientag“ verfasst.
Für den Festzug, der um 10.30 Uhr startet, sind dieses Mal mehr als 100 Gruppen mit rund 2500 Teilnehmern gemeldet. Bei der anschließenden Feier im Rondell werden ab 12 Uhr unter anderem 133 Schüler am Flößertanz teilnehmen. Das seien vergleichsweise viele, zeigte sich Julia Dorda erfreut. Die Zeit der Nachwuchssorgen sei erst einmal vorbei.
Insgesamt werden circa 50.000 Zuschauer erwartet. Damit es beim Fest friedlich bleibt, wird auf das Sicherheitskonzept des Vorjahres zurückgegriffen: Die Zufahrt zum Festgelände wird mit neu angeschafften Pollern und Überfahrsperren gesichert. Auf dem Festgelände gilt wieder eine Waffen- und Messerverbotszone. Entlang der Wegstrecke des Festumzuges verwehren zudem Fahrzeuge der Firma Gebr. Ezel die unkontrollierte Zufahrt.
