Vaihingen Pendler sind ab Sonntag wieder schneller in Stuttgart

Von
Blick auf den Vaihinger Bahnhof. Am Samstag erfolgt in Vaihingen die symbolische Freigabe der Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart. Ab Sonntag geht die Schnellfahrstrecke nach über sechs Monaten Bauzeit wieder in Betrieb.⇥ Foto: ub

Nach der Sanierung geht am Sonntag die Schnellfahrstrecke wieder in Betrieb. Der IRE hält dann nicht mehr in Bietigheim-Bissingen.

Das Baupensum war gewaltig: 99 Kilometer Bahnstrecke wurden in mehr als sechs Monaten rundum erneuert. Die Schnellfahrstrecke der Bahn von Mannheim nach Stuttgart ist jetzt komplett saniert und geht am Sonntag pünktlich wieder in Betrieb. Damit kommen die Fahrgäste wieder in 37 Minuten von Stuttgart nach Mannheim.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Steffen Bilger (CDU), Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und der DB-Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, werden am Samstag die modernisierte Strecke symbolisch wieder in Betrieb nehmen. Und zwar in Vaihingen.

99 Streckenkilometer saniert

Ab Sonntag, 1. November, fahren die Züge zwischen Stuttgart und Mannheim wieder über die Schnellfahrstrecke. Sie war vom 11. April bis 31. Oktober komplett gesperrt. In dieser Zeit wurden auf der 99 Kilometer langen Strecke in „einem Aufwasch“ Gleise, Weichen, Schwellen und die Leit- und Sicherungstechnik erneuert. Diese umfassende Sanierung war für einen sicheren Betrieb der Strecke unerlässlich.

Auch auf den Regionalverkehr hatte die Vollsperrung der Schnellfahrstrecke Auswirkungen.

IRE 1 (Karlsruhe - Stuttgart - Aalen):

Fahrgäste mussten in den letzten Monaten auf der Strecke zwischen Vaihingen und Stuttgart eine längere Fahrzeit von etwa 15 Minuten einplanen, weil der IRE 1 des Betreibers Go-Ahead über Ludwigsburg fuhr und auch in Bietigheim-Bissingen hielt. Ab dem 1. November können die Fahrgäste wieder von Vaihingen in 15 bis 17 Minuten ohne Zwischenhalt nach Stuttgart fahren.

RB 17 (Stuttgart - Mühlacker - Pforzheim/Bruchsal - Heidelberg):

Die Fahrt des RB 17 des Betreibers Abellio von Stuttgart nach Heidelberg dauerte etwa zehn Minuten länger. Die Zwischentaktzüge fahren ab Sonntag, 1. November, wieder planmäßig, sodass die Züge wieder alle halbe Stunde fahren. Während der sechsmonatigen Bauzeit wurden die Züge des Fernverkehrs über die Bahnstrecke Bruchsal - Mühlacker - Bietigheim umgeleitet. Dabei musste das Angebot stark eingeschränkt werden.

Fahrgäste aus Bietigheim-Bissingen haben weiterhin viele Fahrtmöglichkeiten mit den Regionalbahnen aus Würzburg (RE 8), aus Heilbronn (RE10, RB18), aus Pforzheim/Bruchsal/Heidelberg (RB 17) und der S-Bahn-Linie S5. Der Busersatzverkehr werktags zwischen Bietigheim-Bissingen und Sersheim, zwischen Sachsenheim und Vaihingen sowie zwischen Mühlacker und Pforzheim fällt mit Ende der Bauarbeiten weg. Damit können auf diesen Strecken in der Bahn auch wieder Fahrräder mitgenommen werden.

54 Weichen erneuert

In den vergangenen Monaten wurden 54 Weichen erneuert, zig Schwellen und 190 Kilometer Gleise ausgetauscht, alter Schotter wurde durch neuen ersetzt und die Oberleitungen wurden inspiziert und saniert. Die Kosten dafür beziffert die Bahn auf 183 Millionen Euro.

Die zwischen 1976 und 1991 errichtete Strecke war eines der ersten bei den Fernbahn-Neubauvorhaben der Deutschen Bundesbahn. Die für bis zu 280 Kilometer pro Stunde zugelassene Strecke gehört heute der DB Netz und wird von Personenfern-, Regional- und Güterzügen befahren.

Nicht zuletzt 15 Tunnel und mehr als 90 Brücken führten zu Gesamtkosten von 3,165 Milliarden Euro. Auf der Strecke werden jährlich 24 Millionen Fahrgäste befördert.

 
 
- Anzeige -