Vandalismus im Enzpark und im Parkhaus in Besigheim Automat und Schaltschrank zerstört

Von Michael Soltys
Allein die Reparatur des zerstörten Schaltschranks im Enzpark von Besigheim hat die Stadt rund 15 000 Euro gekostet.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Die Schäden durch mutwilligen Vandalismus im Enzpark belaufen sich schon kurz nach der Eröffnung auf mehrere Zehntausend Euro. Jetzt sollen Kameras her.

Leider ist nichts vor Vandalismus sicher.“ Diese Feststellung traf der Besigheimer Bürgermeister Steffen Bühler bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2022 Mitte Dezember im Besigheimer Gemeinderat. Der aktuelle Hintergrund: Kaum war der Enzpark mit dem großen Spielplatz und der neuen Brücke Ende Oktober endlich eröffnet worden, waren auch schon die ersten Einrichtungen beschädigt. Und das nicht durch Zufall oder Nachlässigkeit, sondern mutwillig. Immer wieder gibt es auch im nahen Parkhaus gegenüber von Edeka absichtlich herbeigeführte Schäden zu beklagen. Bis dato summiert sich der Schaden auf mehrere Zehntausend Euro.

Allein rund 20 000 Euro hat die Reparatur eines Ticketautomaten im Parkhaus gekostet. Diese Summe nannte Stadtbaumeister Andreas Janssen auf Nachfrage der BZ. Er führt eine lange Liste weiterer Sachbeschädigungen: Steckdosen und Lichtschalter wurden im Parkhaus ebenso zerstört wie Türstopper. Das Sicherheitsglas einer Tür wurde zerschlagen. Allein 15 Abdeckungen für die Beleuchtung im Treppenhaus des Parkhauses gingen zu Bruch.

Sicher ist, dass sich immer wieder Jugendliche im Parkhaus treffen (siehe Stellungnahme der Polizei im Info-Kasten). Von regelrechten Parties will Janssen allerdings nicht sprechen. Die Stadt habe das Problem bereits mit den Sozialarbeitern besprochen, die in Besigheim als Streetworker eingesetzt sind.

Der teuerste Schaden im Enzpark entstand nach der Demolierung eines Elektro-Schaltschrankes entlang einer der Hauptwege für die Fußgänger. Noch vor Weihnachten sei der Schrank repariert worden, damit der Enzpark genügend beleuchtet werden konnte, die Kosten betragen rund 15 000 Euro. Nach Weihnachten seien dann erneute Schäden festgestellt worden. Dieses Mal traf es einen Poller mit einem Leuchtmittel-Element nahe der Mühle. Er wurde samt dem Fundament herausgerissen und umgestoßen. Immer wieder stellt der Stadtbaumeister fest, dass mit Feuerzeugen Löcher in Plastikabdeckungen von Leuchten gebrannt und die Bewegungsmelder entfernt wurden. Vier Mal wöchentlich werden Park und Parkhaus gereinigt, zwei Mal von einer Firma, zwei Mal vom Bauhof.

Überwachung im Parkhaus

Was tun? „Wir bräuchten mehr Kontrolle in Form von Überwachungskameras“, sagte Bürgermeister Bühler bei der Haushaltseinbringung. Im Parkhaus ist dies unproblematisch, wenn am Eingang auf die Videoüberwachung hingewiesen wird. Deshalb hat die Stadt laut dem Stadtbaumeister auch bereits Kameras installieren lassen. Janssen musste allerdings auch schon feststellen, dass Kameras im Einzelfall verdreht wurden und somit die überwachte Fläche aus dem Blickfeld geriet.

Im Park selbst dürfen Kamaras nicht so ohne weiteres installiert werden. Grund ist der Datenschutz, der es verbietet, unbeteiligte Personen aufzunehmen, sodass Zeit und Ort ihres Aufenthaltes dokumentiert werden könnten.

Für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ist der Datenschutzbeauftragte des Landes zuständig. An ihn hat sich die Stadt laut Sabine Keller, der Leiterin des Besigheimer Hauptamtes, auch bereits gewandt. Eine Antwort steht noch aus. Keller zweifelt allerdings an den Erfolgsaussichten. Die Anforderungen an eine solche Genehmigung seien sehr hoch.

 
 
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