VdK-Ortsverband Bönnigheim feiert Jubiläum Seit 75 Jahren gelebte Solidarität im Ehrenamt

Von Jürgen Kunz
Seit 29 Jahren ist Rolf Schweiher VDK-Vorsitzender in Bönnigheim, zum 75-jährigen Bestehen des Ortsverbands hat er eine 65-seitige Festschrift verfasst.⇥ Foto: Martin Kalb

Der VdK-Ortsverband Kirchheim wurde 1946, der Ortsverband in Bönnigheim 1947 gegründet. Nach dem Zusammenschluss wird jetzt das Jubiläum gefeiert.

Im Oktober 2020 schlossen sich die VdK-Ortsverbände Bönnigheim und Kirchheim zusammen. In diesem Jahr wird nun das 75-jährige Bestehen gefeiert, weil am 9. Dezember 1946 in Kirchheim und am 9. März 1947 in Bönnigheim Frauen und Männer zusammentrafen, um die heutigen Ortsverbände wieder aufleben zu lassen, nachdem sie nach Kriegsende im Jahre 1945 durch die Besatzungsmächte verboten wurde, wie es der Vorsitzende des VdK Bönnigheim-Kirchheim, Rolf Schweiher in der Jubiläumsfestschrift formulierte.

In der rechtzeitig zum Jahresbeginn veröffentlichten Festschrift dokumentiert Schweiher die Gründung der beiden VdK-Ortsverbände in Bönnigheim und Kirchheim: „Nachdem seit dem 5. Juli 1946 der ,Verband der Körperbeschädigte, Arbeitsinvaliden und der Hinterbliebenen’ wieder von der Militärregierung zugelassen wurde und die ersten Ortsverbände gegründet waren, versammelten sich auch in Bönnigheim Kriegsbeschädigte, Kriegerwitwen und Heimkehrer um den Kreistagsabgeordneten Wilhelm Wachter aus Bönnigheim, der sich bereits in dieser Zeit mit den Gesetzen bestens auskannte.“

Am 9. März 1947 wurde dann der Ortsverband Bönnigheim gegründet und die Vorstandschaft gewählt: Vorstand Friedrich Schnatterer, Kassier Walter Seiz, Schriftführer Karl Hagenlocher sowie Friedrich Haug, Christian Reichert und Mina Metzger als Beisitzer. Bereits drei Monate früher, am 8. Dezember 1946 gründeten neun Frauen und zehn Männer der Ortsverband in Kirchheim. Vorsitzender wurde Ernst Ullmann, der allerdings bei der Generalversammlung im Februar 1949 das Amt aufgab. Nachfolger wurde Rudolf Mees. 1953 übernahm Mees das Amt des zweiten Vorsitzenden, erster Vorsitzender wurde Walter Franz, der den Ortsverband Kirchheim 35 Jahre bis ins Jahr 1988 führte.

In Bönnigheim legte 1958 Wilhelm Wachter nach zwölf Jahren den Vorsitz nieder und übergab den VdK-Ortsverband mit 191 Mitglieder an Walter Umbach. Als Vorsitzende folgten von 1966 bis 1981 Fritz Schnatterer, Manfred Platzke von 1982 bis 1992 und seit 1993 Rolf Schweiher.

Mitgliederschwund und Fusion

Von 1988 bis 2010 führte Gerhard Finger den VdK-Ortsverband Kirchheim. Nachfolger wurde Günter Beck. In den folgenden Jahren ging die Mitgliederzahl stetig zurück, zum Jahresende 2017 sind es noch 68. „Bereits im Jahr 2019 wurde mit größerer Anstrengung versucht, eine neue Vorstandschaft zu bekommen. Leider konnte diese nicht erreicht werden“, heißt es in der Chronik. Zu Beginn des Jahres 2020 fanden erste Gespräche mit dem benachbarten Ortsverband Bönnigheim statt, mit dem Ergebnis, dass in einer außerordentlichen Hauptversammlung die Fusion zum 1. Oktober 2020 beschlossen und vollzogen wurde.

Traten zu Beginn viele Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene dem VdK bei, weil sie von diesem Verband Hilfe erhielten durch deren Beratungstätigkeit und Anfechtung von Versorgungsbezügen, hat sich bereits vor Jahren die Struktur des heutigen Sozialverband VdK geändert, denn er hat sich geöffnet für alle Behinderte, ob Zivil- oder Kriegsbehinderte und Rentner. Im Jubiläumsjahr zeigt sich der VdK-Ortsverband für seinen Vorsitzenden Rolf Schweiher gut aufgestellt: „Unser VdK-Ortsverband Bönnigheim-Kirchheim hat per 1. April 2021 183 Mitglieder und wir haben heute einen regen Mitglieder Eintritt von jüngeren Menschen, die sich auf irgendeiner Weise zum obengenannten Kreise hingezogen fühlen. Jeder der Hilfe benötigt oder sich in unserem Verband engagieren möchte, kann Mitglied werden.“

www.vdk.de/ov-boennigheim

 
 
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