Verbrennungsanlage in Walheim geplant 180 000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr

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In Walheim sollen ab 2025 vor allem Klärschlämme aus dem Norden Baden-Württembergs thermisch behandelt werden.⇥ Foto: Fotomontage: EnBW

Die Energie Baden-Württemberg will die Anlage auf dem Kraftwerksgelände in Walheim 2025 in Betrieb nehmen. Noch steht die Genehmigung aus.

Die Energie Baden-Württemberg (EnW) will ab 2023 in Walheim auf ihrem Kraftwerksgelände an der Mühlstraße eine Verbrennungsanlage für Klärschlamm bauen. Rund 180 000 Tonnen Schlamm, der in kommunalen Kläranlagen bei der Aufbereitung von Abwasser aus Haushalten entsteht, soll hier pro Jahr verwertet werden. Gleichzeitig soll ein Nah- und Fernwärmenetz entstehen, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab.

Mittelfristig soll an dem Standort auch Phosphor aus dem Schlamm zurückgewonnen werden. Wenn das Regierungspräsidium Stuttgart dem Plan zustimmt, könnte die Anlage frühestens ab 2025 in Betrieb gehen. EnBW rechnet laut Mitteilung mit Investitionen über einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“. Das Unternehmen informiert die Bürger am Mittwoch, 23. Juni, 18 Uhr digital über das Projekt.

Neue Verordnung

„Der Bedarf ist sehr groß“, sagt EnBW-Sprecher Jörg Busse. Die Vewertungsanlage sei für jede Gemeinde interessant, die ein Klärwerk betreibt. Denn der direkte Einsatz von Klärschlamm in der Landwirtschaft sei in Baden-Württemberg nicht mehr möglich. Daher werde er derzeit vor allem in Zement- und Kohlekraftwerken mitverbrannt. Letztere werden aufgrund des Kohleausstiegs bald nicht mehr zur Verfügung stehen.

Ab 2032 gelte zudem eine neue Klärschlammverordnung, die die Rückgewinnung von Phosphor fordere. Der Mineralstoff werde für die Herstellung von Düngemitteln benötigt, müsse aber derzeit noch importiert werden. Für die Rückgewinnung von Phosphor aus der Asche gebe es noch kein etabliertes Verfahren. Die EnBW arbeite „mit allen ernsthaften Technologieentwicklern zusammen“. Die Umsetzung soll bei der EnBW-Tochter Mobile Schlammentwässerungsgesellschaft (MSE) liegen.

Mit Einwänden aus der Bevölkerung gegen das Vorhaben rechnet das Unternehmen nicht. Die Anlage könnte für Walheim der Beginn „einer Transformation hin zu einem modernen Umwelttechnikstandort“ sein. Denn im Jahr 2023 könnten die beiden Kohleblöcke, die derzeit vor Ort noch als Netzreserveanlagen in Betriebsbereitschaft gehalten werden müssen, unter anderem durch die Bundesnetzagentur stillgelegt werden.

Der geplante Neubau für die thermische Behandlung von entwässerten Klärschlämmen aus der Region werde aus einem nach außen abgedichteten Klärschlammbunker, einem Ofen zur Verbrennung des Klärschlamms mit Wärmeauskopplung sowie einer hocheffizienten Rauchgasreinigung bestehen. Ein Schleusensystem sowie Filter sollen dabei für eine geruchsneutrale Anlieferung und Lagerung des Materials sorgen.

www.enbw.com/walheim

 
 
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