Verkehrsschau in Freudental Der lange Weg zum Lärmschutz

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Auch der neue Kreisel war Thema bei der Verkehrsschau in Freudental.⇥ Foto: Helmut Pangerl

In der Gemeinde gäbe es in Sachen Verkehrssicherheit einiges zu tun. Das Ergebnis der diesjährigen Verkehrsschau fiel indes eher ernüchternd aus.

Angesichts der vielen Baustellen in Sachen Verkehr war der Gemeinderat besonders stark vertreten beim Treffen von Landratsamt, Polizei und Verwaltung. Doch dort wo es seit Jahren Probleme gibt, war auch diesmal kein Fortschritt möglich, denn die Verkehrsbehörde stützt sich vor allem auf den Lärmschutz, um Maßnahmen anzuordnen.

Besigheimer Straße

Für die Besigheimer Straße, die die Anwohner des Wohngebiets Berg queren müssen, gab es eine Unterschriftenliste besorgter Bürger, die hier an der L 1106 seit langem Tempo 30 fordern. Dafür seien die Lärmwerte nicht entsprechend, so dass man einer Temporeduzierung nicht zustimmen könne, argumentiert die Behörde. Grund ist der Schlosspark, der viel Lärm schluckt.

„Wir müssen über einen Lärmaktionsplan feststellen, ob es hier Handlungsmöglichkeiten gibt“, erläuterte Bürgermeister Alexander Fleig das Vorgehen. Dafür nimmt die Gemeinde nun 10 000 Euro in die Hand, was bei den Gemeinderäten für Kopfschütteln sorgte. Dann erst kann sie selbst auch bei weniger als 7500 Fahrzeugen pro Tag eine Tempobegrenzung umsetzen.

Neuer Kreisverkehr

Zwischen der Weinstraße und dem neuen Kreisverkehr fiel der Verwaltung auf, dass dort aufgrund der Verkehrsregelung sogar Tempo 100 gefahren werden kann. Sie forderte Tempo 70, was nun von der Behörde überprüft werde, erklärte Fleig am Mittwoch im Gemeinderat. Auch der außerörtliche Kreisverkehr war Thema der Verkehrsschau, für den das Ortsschild ortseinwärts versetzt wurde und wo nun Tempo 70 gilt.

Für ihn wurde die alte Querungshilfe am Schlosspark entfernt und in den Kreisverkehr integriert, was aus Sicht von Michael Bertet (SPD) „wirklich gefährlich“ ist. Es müsse erst etwas passieren, bevor die Behörden reagieren. Zu beobachten sei, dass die Menschen den vermeintlich sicheren alten Weg am Zaun weiter nutzen und ohne Querungshilfe an alter Stelle die Landesstraße kreuzen.

Im Bereich der L 1106/Heilbronner Straße will die Gemeinde seit langem eine Ampel oder einen Zebrastreifen, was auch diesmal vorgetragen wurde. Dies erzeuge, so die Behörde, eine „Scheinsicherheit“, eine normale Querungshilfe sei besser.

Schleichverkehr

Zu schaffen macht der Kommune seit Jahren der Schleichverkehr durch den Ort, der sich auch mit der „Anlieger frei“-Beschilderung nicht verhindern lässt. Die Strecke am Kleeblatt und Rathaus vorbei wird in beide Richtungen gerne als Abkürzung benutzt, worauf die Kommune bislang keine Antworten findet. Ein Testversuch aufgrund eines Verkehrsgutachtens mit Einbahn- und Spielstraße war von der Verkehrsbehörde abgelehnt worden (die BZ berichtete). Das Büro Modus Consult schlug einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich vor, den die Behörde prüfen will.

Weitere Punkte der Verkehrsschau waren die Strombergstraße, wo der verkehrsberuhigte Bereich vergrößert wird und die Beuchaer Straße, wo wieder einseitig geparkt werden kann. Am Rosenweg wird es keinen verkehrsberuhigten Bereich geben.

Kritik aus dem Gremium

„Sehr, sehr unbefriedigend“, beurteilte Norbert Schmatelka (Bürgergruppe) das Ergebnis der Verkehrsschau, der die Überregulierung durch die Behörde kritisierte. „Es sollte Themen geben, die im Ort geregelt werden“, so der Rat. Fraktionskollege Steffen Grob bemängelte ebenfalls die vielen Regulierungen und den Schilderwald, der allerorten zu beobachten sei. Er hofft, dass das Landratsamt einmal eine einheitliche Regelung trifft. Gute Beispiele gebe es dafür im Ausland, wo nachts Tempo 30 gilt und dies alle wissen. „Es geht darum, dass keiner Verantwortung übernehmen will“, erklärte Helmut Schrenk von der Bürgergruppe.

Der Lärmaktionsplan sei hier die einzige Möglichkeit, um Klarheit reinzubringen. Das sei man den Bürgern schuldig, erklärte auch Bürgermeister Alexander Fleig. Der Plan muss nun in Auftrag gegeben werden und soll die gesamt L 1106 vom Gewerbegebiet bis zum Ortsende in Richtung Bönnigheim umfassen.

 
 
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